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Tricot

Ein YouTube-Kommentar drückt es am Treffendsten aus: Man will Headbangen, wenn man die Musik von Tricot hört, aber man muss erst mal herausfinden wann.

So ist das eben bei den Math Rock-Virtuosinnen aus Kyoto, die letztes Jahr ihr zehnjähriges Bandjubiläum begingen und nach der Pandemie nun endlich wieder durch die Welt cruisen. Aber wie ein weiser Mann schon sagte: Im Notfall ist jede Musik vier Viertel, wenn man nicht wie ein Nerd zählt.

Also keine Sorge, man muss keinen NC im Mathe-Abi erfüllen, um an der Musik von Tricot Spaß haben zu können. Denn hinter der Komplexität und der spielerischen Wucht der Gruppe findet sich auch ein verdammt tiefschürfender emotionaler Kern, der sich von ihrem Debüt "T H E" bis zu ihrem letzten Werk "Jodeci" durchzieht. Die rapiden Tempo-Wechsel und unvorhersehbaren Songstrukturen führen binnen Sekunden vom Moshpit mitten rein in die Gefühle.

Zum Glück darf man dann zwischendurch auch an starken Refrains zehren, die hell und glänzend die emotionaleren Passagen auflockern und je nach Album sogar einen regelrechten kleinen J-Pop-Serotonin-Boost bereithalten.

Wenn man sich auf irgendetwas festlegen kann, dann dass Tricot nicht nur zu den Virtuosen ihres Fachs gehören, sondern auch mittels ihrer bunten Musikvideos den Dunstkreis des Nerd-Rocks transzendieren. Ihre Platten wie ihre Shows bieten ansteckende Spielfreude, Sprachbarriere aushebelndes Charisma und eine instrumentale Kompetenz, die jeden Musikfan im Kern beeindrucken wird. Ausgehbefehl!

Termine

Mi 28.09.2022 Köln (MTC)
Do 29.09.2022 Hamburg (Molotow)
Alle Termine ohne Gewähr

Artistinfo

LAUT.DE-PORTRÄT Tricot

Es ist nicht gerade typisch, dass eine Math Rock-Band visuelle Elemente mitbringt, versteckt das Genre sich doch gerne mal im mystischen Nebel der Komplexität.

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