laut.de-Kritik

Satter Brückenschlag zwischen Disturbed und Wirtz.

Review von

Ehemalige DSDS-Sieger, die auch Jahre nach ihrem Casting-Triumph noch musikalisch unterwegs sind, hat in der Regel kaum noch jemand auf dem Schirm. Im Fall von Thomas Godoj scheint es aber anders zu laufen. Der polnisch-deutsche Bohlen-Schreck hat für sein siebtes Studioalbum satte 200.000 Euro via Crowdfunding eingesammelt. Einen Betrag, den in Europa noch kein anderer Künstler verbuchen konnte und der zeigt, dass Thomas Godoj immer noch von einer treuen Anhängerschaft unterstützt wird.

Im Frühsommer 2018 bringt der Sänger mit der markant quäkenden Stimme einen wuchtig produzierten, deutschsprachigen Disturbed-Klon an den Start. Inhaltlich zwischen privaten und gesellschaftskritischen Themenblöcken hin und her pendelnd, präsentiert sich Thomas Godoj wie ein offenes Buch.

Weitestgehend abseits gängiger Verschnörkelungsexzesse bringt der Sänger seine Gedanken klar und ungefiltert auf den Punkt. Es geht um künstlerische ("Gladiatoren") und globale Freiheit ("Auf Die Freiheit"), um den ewigen Kampf im und ums Rampenlicht ("Untot") und die klare Positionierung gegen rechte Gewalt ("Keine Option"). Da hört man dem Frontmann aus Recklinghausen gerne zu.

Auch musikalisch gibt es nicht viel zu meckern. Zwar schrammt Thomas Godoj mitunter nur knapp am Formatradio-Abgrund vorbei ("Heimathafen", "Gehen", "Auf Die Freiheit"). Der Großteil der abgeschossenen "13 Pfeile" trifft dafür aber direkt ins Ziel. Und das steht nicht irgendwo in kleinen Clubs rum, sondern auf den Bühnen der Stadien und großen Festivals.

Gemeinsam mit seiner perfekt harmonierenden Background-Band haut Thomas Godoj mit aller Kraft auf den Hartholz-Buzzer. Neben den jüngsten Erik Cohen-Werken markiert Godojs bombastisch inszenierter Brückenschlag zwischen Disturbed und Wirtz einen weiteren Tritt in den deutsch furzenden Rock- und Poparsch.

Für eine Wachablösung in den Charts und einer damit verbundenen Verbannung der Herren Forster, Weiss und Co reicht es zwar noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. In diesem Sinne: Schön weiter dranbleiben!

Trackliste

  1. 1. Keine Option
  2. 2. Licht
  3. 3. Gladiatoren
  4. 4. Galionsfigur
  5. 5. Heimathafen
  6. 6. Katharsis
  7. 7. Keine Sieger
  8. 8. Untot
  9. 9. Labyrinth Der Bytes
  10. 10. Gehen
  11. 11. Kopf Unter Kaltes Wasser
  12. 12. Bester Tag
  13. 13. Auf Die Freiheit

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