laut.de-Kritik

Groovige Uptempo-Nummern für die Sommerwochen.

Review von

Woran liegt es nur, dass die Sweet Vandals nicht die Fahrt einer Sharon Jones und deren Dap-Kings oder die Abgeklärtheit von Nicole Willis & The Soul Investigators erreichen? Was unterscheidet die Spanier von genannten Kollegen, dass ihr zweites Album "Lovelite" über weite Strecken zwar einen Heidenspaß bereitet, nicht aber eine solche Begeisterung wie beispielsweise "100 Days, 100 Nights"?

Wer die Vandals bereits live erleben durfte, kennt die Antwort: Frontfrau Mayka Edjo hat zwar eine Soulröhre in feinster Ann Sexton-Manier, sie verbreitet sich auf physischen Tonträger jedoch bei weitem nicht so losgelöst und ungezwungen. Besonders bei ruhigen Stücken wie "Hate To Hate You" oder "Opposites" äußert sich diese Einschränkung. Mir völlig unverständlich, wieso die Madrilenen Maykas Organ in einer solchen Weise verschwenden.

Dabei geben "Thank You For You" und "Speak Music" doch einen ordentlichen Takt vor, der Opener beinhaltet sogar zurückhaltende Bläser, auf die die Band ansonsten bewusst verzichtet. Das sind die Titel, die Mayka Edjo in die Karten spielen, groovige Uptempo-Nummern, im Funk schwimmend und von der Hammondorgel getragen.

Warum bitte nicht durchgehend so? Wieso ein Pfund wie dieses Organ nicht ausspielen und stattdessen die Pfründe auf klebrigen Popmelodien davonschwimmen sehen?

Zumal sich immer, wenn diese süß-poppigen Melodien die Oberhand gewinnen und die Virtuosität der Orgel in den Hintergrund tritt, die fehlende oder höchstens zurückhaltend agierende Bläsersektion rächt. Unweigerlich fehlt es dem Sound in diesen Situationen an Besonderheit und Fülle, es entsteht schnell eine Beliebigkeit, die den Vandals eigentlich gar nicht gerecht wird. Glücklicherweise beschränkt sich das Problem bloß auf einige wenige Titel.

Der Kinderchor der "Funky Children", das groovige "Againstupidity" und das funky "Take Me Now" rechtfertigen einige Durchläufe allemal. Wahrscheinlich nicht für 100 Tage und 100 Nächte auf Dauerrotation, aber das Potenzial, ein paar sonnige Sommerwochen zu versüßen, hat "Lovelite" auf alle Fälle.

Trackliste

  1. 1. Thank You For You
  2. 2. Good Thing
  3. 3. Take Me Now
  4. 4. Let's Have Some Fun
  5. 5. I Hate To Hate You
  6. 6. Funky Children
  7. 7. Againststupidity
  8. 8. What About Love
  9. 9. Every Woman Is A Diva
  10. 10. Speak Music
  11. 11. Opposites

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