laut.de-Kritik

Selbst Kurt Vile konnte hier nicht nein sagen.

Review von

Nach 20 Jahren on the road kehren The Sadies aus Toronto zurück zu den Wurzeln. Sprichwörtlich, denn die Geschwister Dallas und Travis Good (beide Gitarre und Gesang) zogen für die Aufnahmen zu ihrem vorliegenden 11. Album zurück zu ihren Eltern und richteten sich das Aufnahmestudio im Keller ein.

"Wir hatten nichts zu verlieren und keine Ahnung, ob es klappen würde", so Dallas. Mehrere Monate lang feilten sie am Material, "Big Pink"-Style. Dabei muss es ziemlich kuschelig zugegangen sein, schließlich waren die weiteren Mitglieder
Sean Dean (Bass) und Mike Belitsky (Schlagzeug) wie gewohnt auch mit von der Partie.

Kuschelig geht es auch los, "Riverview Fog" bietet spacigen Folk-Rock mit entrückter Stimme. "Hello old friend, I hope I didn't wake you", scheint sich Dallas fast schon zu entschuldigen. Gemeint ist allerdings nicht der Hörer, sondern Part-Time-Mitglied Rick White.

Dass die Sadies anders können, zeigen sie mit Stück Nummer zwei, "Another Season Again": Verstärker am Anschlag, mit Gitarren und Stimmen, die sich gegenseitig zu verfolgen scheinen. Räudig beginnt auch "There Are No Words", das aber mit einer verträumten Passage zu Ende geht. Ein guter Übergang zu "It's Easy (Like Walking)", auf dem Kurt Vile das Mikrofon übernimmt.

Das zentrale Lied auf dem Album ist jedoch "The Elements Song". "Drastic times bring drastic measures", sinniert Dallas in der ersten Zeile, begleitet von einer E-Gitarre, die im Laufe des Stücks immer lauter wird, und einem wirbelnden Schlagzeug. "The angels here among us are no better than the devil you know well". Im zweiten Teil des fünfminütigen Stücks kommen eine gezupfte Gitarre und eingestreute verzerrte Klänge zum Einsatz, die an Led Zeppelin erinnern.

Das kreative Umfeld scheint auch Bruder Travis beflügelt zu haben, der mit "Through Strange Eyes", "As Above, So Below" und "Questions I've Never Asked" drei eher entspannte Songs beiträgt. Den Schluss macht das eher lärmende Instrumental "The Noise Museum".

"Die bekannte Umgebung hat dazu geführt, dass wir zielstrebig arbeiten konnten. Schließlich hat sich herausgestellt, dass der Keller meiner Eltern mein Lieblingsstudio bislang gewesen ist", erklärt Dallas. Eine Stimmung, die dem Album gut getan hat.

Trackliste

  1. 1. Riverview Fog
  2. 2. Another Season Again
  3. 3. There Are No Words
  4. 4. It's Easy (Like Walking) (feat. Kurt Vile)
  5. 5. The Elements Song
  6. 6. Through Strange Eyes
  7. 7. God Bless the Infidels
  8. 8. The Good Years
  9. 9. As Above, So Below
  10. 10. Questions I've Never Asked
  11. 11. The Noise Museum

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