laut.de-Kritik

Eine ziemlich ruhige Abendplatte trotz krachiger Refrains.

Review von

Schön isse, die neue Promise Ring. Mehr als das. Warum gibt es eigentlich immer diese Zufälle? Gerade an einem Tag, an dem ich mich echt nicht so toll fühle, kommt diese wunderbare Schallplatte in mein Leben und mäandert sich sogleich in mein Herz rein. Und da breitet sie sich aus und erfüllt mich mit schönen, wenngleich auch melancholischen Gefühlen. Also sitze ich vor meiner Anlage, fahre mit dem Finger über den CD-Player, blase den Staub weg und fühle mich in orangefarbenes Licht und orangerote Harmonien getaucht.

Ziemlich ruhig ist sie - und sehr gemütlich. Eine Abendplatte. Zum Nachdenken. Das Schönste an Wood/Water ist, dass Musik und Worte so gut zusammen passen. Beide sind klar und einfach, aber dabei auch herrlich verspielt. Und genau so schaffen die Herren der Verlobungsringe aus beinahe Gewöhnlichem absolute Schönheit. Es gibt also echt noch Bands, die sich weiterentwickeln ...

Die ersten beiden Scheiben ("30° Everywhere" und "The Horse Lattitudes") waren ziemlich schräg - aber irgendwie süß. Rührend. Die dritte ("Nothing Feels Good") war in gewisser Weise kühl - aber schon besser gesungen und gespielt - wenn auch nicht ganz so melodiös. Die vierte ("Very Emergency") war DIE Sommerplatte - wunderbar rockig, melodiös und sehr cool. Und "Wood/Water", die Fünfte, ist jetzt schlicht beeindruckend.

Der Opener - "Size of your Life" - klingt noch ziemlich britpoppig (keine Angst, das Ganze auf eine sehr promiseringige Weise) - was man wohl dem Produzenten auf die Brust schreiben darf, denn der hat unter anderem auch Blur und die Schmitts gemacht. Aber gleich beim zweiten Song - "Stop Playing Guitar" - wirds wieder Promise Ring pur. Schöne Gitarren- und Gesangsmelodien und ein (verhältnismäßig) krachiger Refrain. Schick. Und die erste Single. Ja - und weiter gehts da, wo sie bei zwei Songs der "Very Emergency" aufgehört haben: nämlich sehr ruhig, mit wunderschönen Melodien, tollen Harmonien und immer wieder diesen schön melodiösen Gitarren. Und dann ist da natürlich noch die Stimme von Davey von Bohlen: anrührend, einfühlsam und sehr eigen. Und mit der singt er eben. Die ganze Platte lang.

Schön isse eben, die neue Promise Ring. Mehr als das. Oder um mit Davey zu sprechen: Yeah, Yeah, Yeah!

Trackliste

  1. 1. Size Of Your Life
  2. 2. Stop Playing Guitar
  3. 3. Suffer Never
  4. 4. Become One Anything One Time
  5. 5. Wake Up April
  6. 6. Get On The Floor
  7. 7. Half Year Sun
  8. 8. My Life Is At Home
  9. 9. Letters To The Far Reaches
  10. 10. Bread & Coffee
  11. 11. Say Goodbye Good
  12. 12. Feed The Night

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