Porträt

laut.de-Biographie

The Poets Of Rhythm

"Vor Daptone war Desco. Vor Desco waren The Poets Of Rhythm. In den Neunzigern gruben ein paar deutsche Kids einen Sound aus unseren Vorgärten aus, von dem wir selbst ganz vergessen hatten, dass wir ihn dort vergraben hatten." Der Pressetext von Daptone Records anlässlich der Veröffentlichung der The Poets of Rhythm-Anthologie spart aus gutem Grund nicht an ausschweifender Geste.

Lange vor allen Revival-Trends setzen die Münchener Pioniere eine absolute Funk-Wegmarke. Allein bis zum Erscheinungsjahr von "Anthology: 1992-2003" hat sich die deutsche Funkband über 20 Jahre lang am Raw Funk abgearbeitet.

Der Begriff umschreibt den amerikanischen Funksound, der zwischen 1966 und 1972 in Kleinauflage auf Vinyl gepresst und erst Jahrzehnte später, wie beim Northern Soul, von DJs neu entdeckt wird. Repräsentatives Soundbeispiel jener Zeit sind The Meters. Später nehmen Daptone-Acts wie Sharon Jones den Vintage-Sound wieder auf.

"Sie bedienten sich des Sounds alter Funkplatten nicht als bloßer Gussform, sondern als Inspirationsquelle", präzisiert der Pressetext. "Sie begriffen, dass jener Sound immer der Ursprung ihrer Musik sein würde. Aber anders als späteren 'Funk revivalists' ging es ihnen aber nie darum, Deep Funk klanglich möglichst exakt nachzuzeichnen."

Bis heute organisieren sich die Poets Of Rhythm um ihre Münchener Gründungsmitglieder Boris Geiger (Percussion, Vocals) und die Brüder Jan und Max Weissenfeldt (Gitarre bzw. Drums). Ursprünglich nennt man sich noch Hotpie & Candy. Daraus wird später der Name des eigenen Labels.

1992 veröffentlicht man mit "Funky Train" die erste Single. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das stets wechselnde Poets-Personal längst um Alto-Saxophon, Trompete und Orgel erweitert. Im darauffolgenden Jahr erscheint das Debütalbum "Practise What You Preach". Weitere Alben und Seven-Inches erscheinen oft unter den zahlreichen Pseudonymen der Band: The Pan-Atlantics, Organized Raw Funk, Bus People Express, The Woo Woo's oder The Soul-Saints Orchestra.

Als Bay Area-Rapper Lyrics Born in einem Plattenladen in New Orleans eine Single der Poets Of Rhythm entdeckt, kontaktiert er die Gruppe. 1999 steuern die Deutschen viele Soundspuren zum Solo-Unterfangen "I Changed My Mind" des MCs bei. Auch auf Lyrics Borns 2005er Album "Same !@#$ Different Day" sind sie vertreten. So gelangen sie auch auf der anderen Seite des Atlantiks zu größerer Bekanntheit.

Alben

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