laut.de-Kritik

Auf-die-Fresse-Geknüppel zum Haare ausschütteln.

Review von

Sind The Offspring jetzt größenwahnsinnig geworden? Zu Beginn des Albums wird der Hörer (oder die Band?) von schlachtrufenden Heerscharen empfangen. Das wars dann aber auch schon mit Anflügen von Selbstüberhebung. Sonst ist alles beim Alten. Und das ist doch mal was. Sich in der Zeit von Retro-Styles an allen Ecken und Enden auf das zu besinnen, was man am Besten kann, ist wahrscheinlich gar nicht so falsch.

Auch wenn die Kalifornier nicht viel Neues zu bieten haben, unterhalten sie gut. Nach "Neocon", einer Art Intro, ertönt der bekannte Offspring-Gitarrensound und das Hi-Hat verrät, gleich wirds schnell. Yeah! Immer, wenn die vier Surfpunkrocker wie bei "The Noose" einen Zahn zulegen, sind sie besonders gut. Gelegenheiten, die Haare gut auszuschütteln, sind auch auf "Splinter" reichlich vorhanden.

"Long Way Home" zählt auf jeden Fall zu oben genannten Moshparts. Ebenso "Never Gonna Find Me" und "Lightning Rod", allerdings beginnt letzteres mit donnergrollend düsterem Gitarrenpart, passend dazu die Lyrics: "I am waiting on a mountain top for the moment that the sky will strike!". Dann wieder: Auf-die-Fresse-Geknüppel, allerdings mit echten Metal-Breaks. Eine willkommene Abwechslung allemal. Auch das wilde "Da Hui" geht in selbe Richtung, die Warnung: "Don't Fuck With Da Hui!" will aber erstmal verstanden werden.

Des Rätsels Lösung: Da Hui ist eine Surf-Community in Kalifornien. Und das dazugehörige Video beweist augenzwinkernd, dass man mit diesen Wellenfressern wirklich nicht streiten will. Die erste Single des Albums ist "Hit That", ein Song in Tradition der äußerst erfolgreichen "Americana"-Auskopplungen, der durch das ständige Synthiegebliepe ein wenig nervig wirkt. Aber die Hookline ist catchy, und das ist, was heute im Radio zählt. Doch wenn es mal nicht piepst, sind die Abkömmlinge auch im langsameren Gang durchaus gut anzuhören. So präsentiert sich "Race Against Myself" schwer rockend, aber melodiös.

Ähnliches Singlepotential wie "Hit That" weil ebenfalls sehr catchy ist die Midtempo-Nummer "(Can't Get My) Head Around You", die nach verhaltenem Start ganz schön losrockt. Vom Text her ein wenig belanglos ist "The Worst Hangover Ever". Klar: es geht ums (zuviel) saufen und darum, dass man mindestens bis zum nächsten Wochenende nichts mehr trinken wird. Eine allzu breit getretene Rock'n'Roll-Erkenntnis.

Allerdings groovt der Song so lässig reggaeesk vor sich hin, dass man am liebsten gleich wieder zur Flasche greifen möchte. Das Gleiche gilt für "Spare Me The Details". Schön laute Akustik-Gitarren versenken Dexter Hollands Beziehungsprobleme. Den letzten Track "When You're In Prison" hätten sie sich allerdings sparen können.

Trackliste

  1. 1. Neocon
  2. 2. The Noose
  3. 3. Long Way Home
  4. 4. Hit That
  5. 5. Race Against Myself
  6. 6. (Can't Get My) Head Around You
  7. 7. The Worst Hangover Ever
  8. 8. Never Gonna Find Me
  9. 9. Lighting Rod
  10. 10. Spare Me The Details
  11. 11. Da Hui
  12. 12. When You're In Prison

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