laut.de-Kritik

Die Berliner vereinen Rap mit Gitarren.

Review von

Gut eineinhalb Jahre ist es jetzt her, dass The Love Bülow ihren ersten Langspieler veröffentlicht haben. Dazwischen lagen etliche Stunden auf Tour und im Proberaum. Dabei sollen auch die Stücke auf "So Weit" entstanden sein, weshalb sich das Album thematisch mit "Entfernungen, Reisen" und dem "Zustand des Unterwegsseins" befasst.

Den ersten Vorgeschmack gabs ja schon: Die Berliner Jungs nahmen für Mecklenburg-Vorpommern an Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" teil, zwei von ihnen sind schließlich im Land an der Ostsee aufgewachsen. Am Ende stand unterm Strich ein achter Platz. Doch die dort vorgetragene Nummer "Nie Mehr", die gleichzeitig auch Album-Opener ist, ist nicht gerade der Über-Song. Seichte Lead-Vocals von Gitarrist Michél Kollar treffen auf genauso substanzlose Rap-Einlagen vom bandeigenen Sprechsänger Falk-Arne Gossler. Den Track kann man getrost überspringen. Dann geht's weiter im Programm. Und es wird besser.

Bereits die zweite Nummer "Wieder Zurück" deutet an, worin die Stärken der Band liegen: Vor allem die mit eingängigen Gitarren- und Synthmelodien untermalten und schön flowenden Rap-Lyrics bleiben im Ohr hängen. Wenn der dafür zuständige Falk also im Titeltrack "So Weit" vorträgt, "Ich war nicht immer Antrieb / Doch ganz bestimmt nie Gegenwind", dann stimmt das bezogen auf die Band nur bedingt. Denn Falk ist, das stellt sich schnell heraus, ganz klar der Antrieb von The Love Bülow. Zu dünn, zu seicht ist der Gesang in den Stücken. Und im Gegensatz zu den gesprochenen Lyrics greift dieser dann auch noch auf allzu simple Reimwörter wie "eine-keine-meine" zurück.

Hoffnung keimt zu Beginn von "Musik"" auf - das Intro deutet einen schwungvollen Song an, der potenziell aus dem gewöhnlichen, glatten Indie-Muster der anderen Stücke ausbrechen könnte. Das gelingt zwar nicht ganz, es bleibt jedoch ein Uptempo-Song, bei dem Rapper Falk einen guten Job macht, und bei dem auch der Refrain nicht zu kitschig gerät. Man ist geneigt, hier fast schon den Vergleich zu Reibeisen Casper anzudeuten. Auch "Was bleibt" ist ein solider Rap-Song, hier lässt Clueso grüßen.

Trotz der stellenweise flachen Phrasen sind und bleiben das größte Kapital dieser Band die Rap-Parts. Zu den besten Momenten zählen daneben die Stellen, in denen das Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass ins Grooven übergeht. Zumindest gewöhnungsbedürftig sind jedoch die Refrains, die allzu leicht ins rosafarbenste Pop-Milieu abrutschen.

Trackliste

  1. 1. Nie Mehr
  2. 2. Wieder Zurück
  3. 3. So Weit
  4. 4. Wahrheit In Person
  5. 5. Eine Wie Keine
  6. 6. Musik
  7. 7. 60s
  8. 8. Nochmal
  9. 9. Was Bleibt?
  10. 10. Das Bleibt
  11. 11. Jetzt!
  12. 12. Keine Zeit
  13. 13. Motor

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