25. September 2008

Von Hundescheiße und alten Säcken

Interview geführt von

Nach 14 Jahren Bandgeschichte motten die Hellacopters sich selbst ein. Ein Grund mehr, die Schweden auf ihrer Abschiedstour noch einmal in Zürich abzufangen. Tastenmann Boba und Basser Kenny stehen Rede und Antwort und lassen die gemeinsame Zeit Revue passieren.Im Zürcher Konzertvenue Alte Börse treffe ich die Hellacopters in einem dezenten Zustand der Auflösung an. Eigentlich ist bei den Schwedenrockern ja Sänger und Gitarrist Nicke Andersson für das Beantworten der immer gleichen Journo-Fragen zuständig, doch der ist erkältet. Muss seine Stimme schonen für den Abend, dagegen kann man schlecht protestieren. Da die Combo ohnehin den Eindruck einer intakten Gemeinschaft erweckt, nehme ich genauso gern Vorlieb mit Organist und Percussionist Boba Fett und Bassist Kenny Håkansson. Als Boba sich einen Tee mit Minze und Ingwer bringen lässt, ist die erste Frage offensichtlich.

Ihr seid wohl alle krank im Moment, was?

Boba: Ja, ich glaube schon, in verschiedenen Graden.

Kenny: Ja, es gibt verschiedene Nuancen im Krankheitsregenbogen.

Wem hat es denn am schlimmsten erwischt?

Kenny: Nicke und Boba sind ganz vorne mit dabei ...

Boba: Strings [Gitarrist Robert Dahlqvist; d.Red.] geht es schon wieder etwas besser. Um Nicke machen wir uns ein wenig Sorgen, denn es könnte seine Stimme beeinträchtigen.

Hat es das noch nicht getan?

Kenny: Bis jetzt hatten wir Glück. (Klopft dreimal auf den Tisch.) Wenn ich Halsschmerzen bekomme, ist das kein Problem, aber beim Sänger werden gleich alle nervös. Und wenn alle nervös werden, dann gibt es schlechte Vibes.

Boba: Und dann kann es hässlich werden.

Hu, seid ihr schon an dem Punkt?

Kenny: Nein, aber wir sollten das jetzt auch nicht herbeireden ... Nächste Frage!

Nein, ich will das jetzt wissen ...

Kenny: Demon, you! (Gelächter)

Das scheint ja etwas zu sein, was auf jeder Tour passiert. Jemand wird krank und die Band muss dann damit umgehen. - Wie sehr stinkt es euch, dass das ausgerechnet auf der letzten Tour passiert?

Kenny: Wie ich schon sagte, so far so good. Aber generell: Auf europäischen Touren, besonders im Herbst, da hast du die heißen Venues mit all den Leuten, die diverse Bakterien verschleudern ... Ich meine, wenn du zuhause bist, kannst du dein Umfeld wesentlich besser kontrollieren. Here you just go with the flow and hope for the best. Aber ich denke, man kann es nicht vermeiden. Irgendjemand wird immer krank. Und wenn jemand im Tourbus krank ist, dann teilen wir es halt.

Wie fühlt es sich an, die letzte Tour zu spielen? Ihr denkt doch sicher darüber nach.

Boba: Nein, wir haben im Moment gar keine Zeit, das alles zu reflektieren. Eigentlich läuft alles so wie immer, so hat es eigentlich noch keinen Einfluss auf die Tour. Klar, wir spielen längere Shows und geben natürlich unser Bestes ...

Kenny: Aus professioneller Sicht ist da kein Unterschied zu anderen Touren, außer, dass wir extra hart Arschtreten. Ich meine, das hier ist die letzte Show mit den Hellacopters in Zürich, ich will nicht, dass das eine Scheißshow wird. Ich will sie in guter Erinnerung behalten. Für mich, die anderen kümmern mich nicht. (lacht) Auf einem persönlichen Level ist das was anderes. Nach der Show in Barcelona kam es über mich, dass das meine letzte Show in dieser Stadt mit dieser Band war, also ... Aber man kann sich nicht ewig damit aufhalten, denn wir haben Arbeit zu erledigen.

Versucht ihr die letzten Shows intensiver zu erleben?

Boba: Nein. Nicht wirklich.

Kenny: Ich weiß nicht, ob das gesund wäre. (lacht) Wir versuchen, eine Balance zu finden, und auf der einen Seite die Tour zu genießen und auf der anderen Seite einen guten Job zu machen. Hinterher sehen wir dann, was wir an Erinnerungen mitnehmen.

Heuwerfende Helvetier und holländische Hundehaufen


Was für Erinnerungen habt ihr an die Schweiz?

Kenny: Hauptsächlich gute Erinnerungen. Es hat mir von der ersten Show an immer gut gefallen. Die erste Show, war das in Bern in dieser Scheune?

Boba: Da wo sie Heu geworfen haben?

Kenny: Nein, aber das war auch geil.

Boba: Ah, die Scheune, jetzt erinnere ich mich. Das muss auf der Gluecifer-Tour gewesen sein.

Kenny: Ja, stimmt, also das muss dann 1998 gewesen sein. Das war so eine scheißriesige Scheune, ich glaube, die Leute da waren so eine Art Kollektiv, die in einer Art Wagenburg gelebt haben, Hanfbauern und so ... It was a real trippy place. - Und dann natürlich der Love Club, da haben wir auch auf der ersten Tour gespielt. Der gehörte dem Martin von Celtic Frost [Martin ist lustigerweise Mitbesitzer des Mascotte, der das heutige Konzert ausrichtet, d.Red.].

Ihr seid ja eine recht laute Rock'n'Roll-Band. Habt ihr damit schon mal Probleme in der Schweiz gehabt?

Boba: Oh ja, schon des öfteren. Heute haben sie uns gesagt: "Ihr könnt nicht so spielen, wie ihr es gewöhnt sein. Ihr müsst alles ein bisschen runterdrehen." Ich habe nur gedacht: "Ja, endlich!" (lacht) Nein, ernsthaft, es macht einen großen Unterschied. Die Shows in der Schweiz klingen ganz anders als in anderen Ländern. Aber heute ist es vielleicht auch ganz gut so.

Was haltet ihr von diesem Venue? Es sieht ein bisschen so aus, als würden hier sonst Rollerdiscos stattfinden. [Das Konzert fand in der Alten Börse statt; d. Red.]

Kenny: Wenigstens ist es sauber, das ist immer gut!

Ihr habt wahrscheinlich einige dreckige Löcher gesehen.

Kenny: Ja, das kann man so sagen. Das ist auch ein Segen: Wir haben das ganze Spektrum gesehen. Kleine besetzte Häuser ohne Fenster und mit Hundehaufen auf der Bühne.

Was war der beschissendste Ort, an dem ihr je gespielt habt?

Kenny (ohne zu überlegen): Das muss die Glasfabrik in Holland gewesen sein, ich weiß nicht in welcher Stadt, das war auf der ersten Tour. Es gab keine Fenster und überall waren Hühner und Hunde. Es war ein Haus für Punks und Speedfreaks. Ich glaube, die haben da nur rumgehangen, geschlafen hat da keiner.

Boba: War das der Ort, wo Hundescheiße auf der Bühne lag?

Kenny: Ja, das war da.

Hundescheiße auf der Bühne? Okay ...

Kenny: Ja, das haben wir auch gedacht: Okay ...

Da muss man dann drumherum arbeiten. - Was war der netteste Ort, an dem ihr je gespielt habt?

Kenny: Von den Clubs her ... Ich weiß nicht. Wir haben einige große Festivals gespielt. Big Day Out in Australien zum Beispiel. Das ist schon die Crème de la crème, da ist alles super produziert und alles funktioniert. Aber Clubs?

Boba: Schwer zu sagen. Auf dieser Tour haben wir schon einige Clubs gespielt, in denen wir vorher noch nicht waren. Die zum Teil auch nicht für Konzerte konstruiert waren, Sporthallen zum Beispiel. Die sind natürlich sehr sauber, aber man kann nicht gut mit ihnen arbeiten.

Kenny: Auf der anderen Seite gibt es Clubs wie das Tavastia in Helsinki, die nicht viel hermachen, einfach nur ein großer leerer Raum, aber es funktioniert immer alles reibungslos. Es hat nur das, was du wirklich brauchst. Keine glamurösen Umkleiden. Klar gibt es Umkleiden und Duschen, aber es ist nichts besonderes und alles funktioniert.

Ihr macht euch also nichts aus glamurösen Umkleiden?

Kenny: Ich mache mir jederzeit was aus einem ordentlichen Bandraum! Wenn du willst, kannst du sogar eine Badewanne reinstellen.

Einige eurer Konzerte sind in größere Hallen verlegt worden. Seid ihr jetzt, wo ihr aufhört, populärer als je zuvor?

Boba: Ich denke, das ist so, weil wir zum letzten Mal touren. Aber wir unterstützen diese Verlegungen, weil wir festgestellt haben, dass Karten zu unseren Konzerten für wirklich irre Summen gehandelt werden. Zum Teil musst du mehr als 100 Euro zahlen für ein Ticket.

Kenny: Im Internet ... Deswegen wollen wir den Fans mehr Tickets anbieten können.

Boba: In Berlin können wir das Venue leider nicht wechseln, da sind wir im SO 36, aber wir haben das Konzert in Köln verlegt.

Ist das etwas, was sich über die Jahre ändert? Die Einstellung gegenüber den Fans?

Kenny: Bei uns war das meiner Meinung nach nicht so. Wir haben uns immer viel um die Fans gekümmert. Zum Beispiel die Seven-Inches. Und ich bin ein großer Fan von Bootlegs. Es ehrt mich, wenn Leute Bootlegs anfertigen, aber doch nicht von meinen Platten! Und wenn schon, dann lasst die Leute nicht mehr bezahlen als unbedingt nötig! Es ist doch nur Musik. (imitiert Vinylsammler) "Mein Vinyl ist rot!" - "Meins ist blau!" Come on! Das ärgert mich, besonders das mit den Tickets. In Schweden gibt es glaube ich ein Limit, so dass du nur vier Tickets pro Person kaufen kannst.

Das gibt es in Deutschland auch, zumindest bei wirklich großen Acts wie Madonna.

Kenny: Aber es gibt immer Leute, die das umgehen. Hundert Euro, das ist doch ein Witz, egal für welche Band. Niemand sollte soviel für ein Konzert zahlen.

Boba: Wobei wir in Schweden natürlich Madonna mögen ...

Nach dem Ende der Neuanfang?


Wie weit entfernt ist das Album "Head Off" schon?

Kenny: Es ist ein Album, das wir herausgebracht haben. Das ist weit weg.

Ihr spielt wohl nicht viele Songs von diesem Album live, es sind ja alles Coverversionen.

Kenny: Korrekt. Wir wollten immer schon ein Coveralbum machen. Es gab immer wieder verschiedene Ansätze, wie wir das machen sollen. Und als wir es dann angegangen sind, wussten wir noch nicht, dass wir uns trennen würden. Es sollte also erstmal nicht unser letztes Album sein.

Boba: Im Moment spielen wir live von jedem Album ungefähr gleich viele Songs, so zwei bis drei.

Gibt es einige offensichtliche Songs, die fehlen?

Boba: Wir haben drei verschiedene Sets, du kannst also morgen nach München kommen, wenn du was vermisst.

Wenn jetzt so viele Leute zu euren Konzerten kommen, kommen euch dann nicht Zweifel an eurer Entscheidung, aufzuhören?

Kenny: Nein, wir fragen uns nur, warum die Leute nicht auf früheren Touren gekommen sind. Warum kommt ihr jetzt? Ihr hättet uns 1997 sehen sollen, da waren wir richtig heiß! (lacht)

Zum letzten Album habe ich ein Interview mit dir und Nicke geführt und wir haben lange über den Albumtitel "Rock'n'Roll Is Dead" gesprochen und wer Rock'n'Roll denn getötet hat. Ihr sagtet damals, das die großen Plattenfirmen und MTV die Mörder seien. Haben die jetzt auch die Hellacopters auf dem Gewissen?

Kenny: Nein. Naja ... Nein. Ich denke, wir wären sowieso am Ende gewesen. Es war nicht Universal Records, auch nicht MTV, denn die zeigen unsere Videos ja gar nicht. Unsere Auflösung ist eine sehr individuelle und persönliche Sache. Jeder in der Band hat seine eigenen Gründe, warum es für ihn nicht weitergeht mit den Hellacopters.

Ist das so? Ist die Auflösung der Hellacopters eine einstimmige Entscheidung gewesen?

Kenny: Ja, es war die einzige Lösung. Wir haben lange versucht, diese Maschine am laufen zu erhalten, aber es war die einzige aufrichtige Lösung. Weniger touren, die Dinge nur noch halbherzig zu betreiben, das erschien uns einfach nicht richtig. Wir könnten zuhause sitzen und nur noch Festivals und gutbezahlte Gigs spielen. Oder wirklich coole Gigs, wenn Dead Moon in der Stadt sind. Wir könnten die Band nur noch als Hobby betreiben. Aber das können wir mit jeder Band machen, dazu müssen wir die Hellacopters nicht missbrauchen. So wie wir es jetzt machen, ist es der einzige Weg. Jeder andere Weg wäre sehr traurig.

Wenn die Hellacopters eine Person wäre, wie wäre diese Person gestorben?

Kenny: Vermutlich an einem schizophren-psychotischen Zusammenbruch. (großes Gelächter) Oder an spontaner Selbstentzündung.

Im Oktober spielt ihr ausschließlich in Skandinavien. Habt ihr da die loyalsten Fans?

Boba: Wir spielen insgesamt mehr Shows in Europa als in Skandinavien. Das sieht nur so lange aus, weil wir ein paar Tage frei haben zwischen Finnland und Schweden.

Und zum Schluss spielt ihr vier Abende im Debaser in Stockholm.

Kenny: Nein, das sind vier Shows an zwei Tagen. Wir spielen zwei Lunch-Shows und zwei Abendshows.

Werden das auch ganz normale Shows sein?

Boba: Wir werden Bengalos abbrennen.

Kenny: Du, das ist total komisch, wir wissen noch gar nicht, was wir zu diesen Shows machen wollen. Wir sitzen alle im Bus, der Termin rückt immer näher und irgendwas müssen wir doch machen!

Macht ihr euch da tatsächlich Gedanken, dass ihr etwas besonderes machen müsst für die letzten Shows?

Kenny: Es wäre cool, wenn wir was machen würden. Der Club ist ganz in der Nähe von unseren Wohnungen. Da wäre es schon komisch, wenn wir nach der Show duschen und dann einfach jeder seiner Wege ginge.

Boba: Okay Jungs, ich muss auf den Bus, bis später! (lacht)

Was kommt danach?

Kenny: Ein großes, dunkles Nichts.

Ihr müsst doch irgendeinen Rentenplan haben ...

Kenny (prustet): Yeah, right! Das wäre toll! Wir alle haben unsere Pläne und jeder von uns hat mit ein paar Freunden Musik geschrieben und aufgenommen. Es wird also vielleicht eine kreative Hochphase für jeden von uns. Dann wird aus einer Band fünf.

Wie sieht das konkret aus?

Kenny: Boba, Nicke und Strings haben alle schon was aufgenommen. Ich weiß nicht, was mit Robert [Eriksson, der Drummer; d.Red.] ist, ich denke, die nehmen gerade etwas auf, die Gruppe heißt Tramp. Strings singt jetzt auf Schwedisch mit seiner Band Thunder Express ... Und ich bringe im November mit ein paar Freunden ein Album unter dem Namen The Bitter Twins heraus. Ich habe mit Anders von den Doits ein paar Songs geschrieben. Ich hätte da eigentlich schon was aufnehmen sollen, bevor wir auf Tour gehen, wenn ich jetzt so viel darüber rede, habe ich ein bisschen das Gefühl, als würde ich es verfluchen.

Okay, dann reden wir nicht darüber. - Nicke hat wahrscheinlich seine beiden Projekte laufen ...

Kenny: Seine zweihundert!

Ja, aber The Solution und Death Breath sind wohl die bekanntesten.

Kenny und Boba: Nein!

Boba: Ich glaube nicht, dass er noch mit The Solution arbeitet. Es könnte sein, dass er weitermacht, aber es macht nicht den Eindruck, als hätte The Solution Priorität. Mit Death Breath wird er wieder ins Studio gehen, aber er möchte vor allem was neues machen. Er hat 1000 Ideen, und hat bereits begonnen, sein Soloalbum aufzunehmen. Mit Fred von Dismember [der auch bei Death Breath ab und zu singt; d.Red.] stellt er gerade ein Studio zusammen. Da fangen sie bald an, die ersten Bands aufzunehmen, es kann also noch etwas dauern, bis er etwas Eigenes herausbringt.

An wen gebt ihr die Fackel weiter?

Kenny: Wir lassen sie einfach fallen und schauen, wer sie aufhebt.

Wer wird denn da sein?

Boba: Da muss jemand sein, aber wir wissen es nicht.

Viele der modernen Rock'n'Roll-Bands wie Gluecifer, oder Dead Moon oder die Hellacopters sind am Ende, bei Turbonegro bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob da noch was kommt ... Okay, die Backyard Babies haben ein neues Album!

Kenny: Ja, aber die Backyard Babies nehmen nicht unsere Fackel auf. Die brennen ja selbst schon seit langer Zeit. They're on fire! Wir brauchen was neues! Die Bands, die du gerade genannt hast, das sind alles unsere Freunde, das sind doch alles alte Säcke. Wir sind 40, Mann! Es braucht jemanden, der mindestens halb so alt ist wie wir. Wir haben keine Ahnung, wer das sein wird. Es ist eine spannende Zeit.

Verfolgt ihr das denn überhaupt? Was in der Rockszene passiert?

Kenny: Na klar! Ich habe ja ein Interesse daran, ich will wissen, was aus Rock'n'Roll wird. Es ist jetzt nicht so, dass ich ständig auf Myspace rumhänge, ich bin nicht so hip.

Hört ihr denn aktuelle Musik oder eher ältere Sachen?

Kenny: Ja, schon.

Boba: Aber das sind auch schon alles alte Säcke! (lachen)

Kenny: Contemporary old farts!

Wie sieht es mit euch aus? Werdet ihr jemals aufhören können, Musik zu machen? Denkt ihr, das ist überhaupt möglich?

Kenny: Ja, klar. Es ist schon vor uns passiert. Ständig hören irgendwelche Bands auf. Das kann ja auch gesund sein. Ich denke aber nicht, dass das für uns gilt. Jeder von uns wird auf die eine oder die andere Art Musik machen. Und wenn ich nur zuhause sitze und ein bisschen auf der Gitarre spiele. Oder ich sitze in einer Bar und schreibe einen Songtext. Und gebe ihn dann einem Freund für seine Band.

Boba: Oder du gibst ihn der Kellnerin.

Kenny: Das ist mein Plan für die Zukunft, wenn ich überhaupt einen habe! Liebesgedichte für Kellnerinnen.

Wenn ihr euch die letzten 14 Jahre anseht, was hättet ihr anders gemacht?

Kenny: Vielleicht hätte ich öfter mal Nein sagen sollen.

Boba: Manchmal haben wir aber auch zu guten Dingen Nein gesagt. Das ist keine gute Frage, Mann! Die Wahrheit ist, wir hätten wahrscheinlich nicht so viel anders gemacht. Ein bisschen öfter Nein gesagt, ein bisschen weniger getourt ... Andererseits haben wir all die Leute getroffen, die Band hat sich entwickelt. Wir hätten einen total anderen Weg nehmen können. Wenn wir nicht Nein zu dem Millionen-Dollar-Vertrag in den Staaten gesagt hätten, damals 1999, dann hätten wir da hinziehen müssen und wären für immer dort auf Tour gewesen. Dadurch wären wir sicher eine völlig andere Band geworden. Es ist wirklich schwer zu sagen.

Am Abend brennen sie dann noch einmal ein Feuerwerk an derben Rock'n'Roll-Hits ab. Das Publikum feiert seine Helden und merkt vermutlich nicht einmal, dass die Band gesundheitlich angeschlagen ist. Ein rundum würdiger Abgang.

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