laut.de-Kritik

Strotzt nur so vor Selbstsicherheit und Power.

Review von

Drei Jahre ist es her, seit The Heavy "Hurt & The Merciless" veröffentlichten. Im Interview verriet Frontmann Kelvin Swaby, dass die Pause fast vollständig genutzt wurde, um am neuen Album zu arbeiten. Und das hört man: The Heavy verquicken immer Funk, Soul, Hip Hop-Beats und epische Bläser, aber "Sons" klingt noch mal um einiges energetischer und durchdachter.

Bereits der Opener "Heavy For You" klingt noch bombastischer als bisher gewohnt: pointierte Klavierakkorde, größenwahnsinnige Gitarrenlicks, Bläser und Chris Elluls wuchtiges Schlagzeugspiel. Wenn Swaby dann herausfordernd fragt: "Are we too heavy for you?" - kann man nur antworten: Niemals und auf gar keinen Fall! The Heavy klangen nie groovender und powervoller.

Die Briten sehen ihr neues Werk als eine Art Mixtape, das die besten Songs der vergangenen Jahre bündelt. Kann man so unterschreiben, die 35-minütige Scheibe bietet kaum Durchhänger (allerhöchstens "A Whole Lot Of Love").

"Fire" ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Band über die Jahre gewandelt hat. Setzte man vor ziemlich genau zehn Jahren bei "The House That Dirt Built" noch auf dezente Arrangements und groovende Beats, müssen sich The Heavy mittlerweile nicht mehr in Zurückhaltung üben: Hektische Drum Fills leiten in einen Refrain mit Chor-Gesang über, ein Synthesizer-Gewitter wird begleitet von sägenden Gitarren-Riffs.

Zur Mitte der Platte schütteln The Heavy das instrumentale "Hurt Interlude" aus dem Ärmel, das mit seiner Hammond-Orgel, den Wellengeräuschen und Windspiel an Ray Manzarek erinnert und auch hervorragend als Intro einer Serie à la "Bojack Horseman" herhalten könnte. Extrem smooth gelingt der Übergang zu "Put The Hurt On Me" - die Melodie des Interludes wird aufgegriffen und neu gestaltet.

Funk-lastiger wird "Sons" bei "Simple Things", das mit seinem Gitarrenriff an die Chili Peppers und dem Gesang an den gehörnten Kollegen Jamiroquai erinnert. "Better As One" und "Fighting For The Same Thing" erinnern mit ihren Riffs sowie Call-and-response-Vocals stark an James Brown. Immer dann, wenn man meint, Fundus der Briten sei erschöpft, liefern sie weitere kleine musikalische Details, die die Platte auch beim wiederholten Hören spannend halten. Egal, ob ein verrückt kreischendes Saxophon ("Put The Hurt On Me"), Xylophon-Bridge ("Fighting For The Same Thing") oder Vocoder-Stimme ("Simple Things"): langweilig wird es nie.

Zum ersten Mal in ihrer Bandgeschichte grinsen einem die Bandmitglieder auch auf dem Albumcover entgegen. Und sie haben auch allen Grund dazu: "Sons" ist ein Album, das vor Selbstsicherheit und Power strotzt. Too heavy for you? Niemals!

Trackliste

  1. 1. Heavy For You
  2. 2. The Thief
  3. 3. Better As One
  4. 4. Fire
  5. 5. Fighting For The Same Thing
  6. 6. Hurt Interlude
  7. 7. Put The Hurt On Me
  8. 8. Simple Things
  9. 9. A Whole Lot Of Love
  10. 10. What Don't Kill You
  11. 11. Burn Bright

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