laut.de-Kritik

Schön. Und irgendwie ein bisschen traurig.

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Beim Hören von "Never Say Goodnight" fühlt man sich, als ob man einen einmalig schönen Sonnenuntergang bestaunt. Alleine. Man freut sich am prächtigen Naturschauspiel, fühlt sich aber irgendwie ein bisschen einsam und traurig. Genau so verhält es sich mit dem zweiten Album der HaveNots. Die beschwingte Instrumentierung und der einnehmende Harmoniegesang von Sophia Marshall und Liam Dullaghan vermitteln eine wohlige Wärme. Mit bittersüßen Melodien und gefühlsbetonten Texte kreiert das junge Duo aber gleichzeitig eine melancholische Grundstimmung.

Harmonie wird hier großgeschrieben. Das beweist nicht nur der perfekt arrangierte zweistimmige Gesang der beiden Mitzwanziger - der zweite Silberling der Habenichtse ist in sich absolut stimmig und kommt wie aus einem Guss daher. Auch bei der Arbeitsteilung herrscht Eintracht: Beide singen, spielen Gitarre und schreiben Songs. Wo auf dem HaveNots-Debüt "Bad Pennies" noch Alternative Country und Folk vorherrschten, hat man sich beim Nachfolger für einen poplastigeren Sound entschieden.

In einem Interview hat Liam schon vor einigerer Zeit angedeutet, dass man sich in Zukunft vom "Country Song" entfernen wolle. Dies ist nun auch geschehen: Auf "Never Say Goodnight" findet man ganz viel frischen, eingängigen Pop. Auf eine Prise Folk hat man aber nicht verzichtet: Stücke wie das leichtfüßige "My Heart Is Like A Day" lassen die Vergleiche mit den Country-Altmeister Gram Parson und Emmylou Harris durchaus als begründet erscheinen. Die erste Singleauskopplung "Flyers" hingegen erinnert eher an die belgische Indie-Pop Combo K's Choice.

Die Hauptrollen auf "Never Say Goodnight" spielen eindeutig die Stimmen von Sophia und Liam. Während sich Liams sanfter Gesang ideal für Harmonien eignet, als Leadstimme jedoch fast etwas zu ausdruckslos daher kommt, überzeugt Sophia mit einem kräftigen, vielseitig einsetzbaren Stimmorgan. Ihre Sangeskünste tragen Lieder wie das wehmütige "New Lace Dress" oder zauberhaft simple "Undecorated" und machen sie zu den Album-Highlights.

Liam hat das "Never Say Goodnight" als "Drop'n'Roll – like rock'n'roll only sadder" beschrieben. Auf jeden Fall ist den HaveNots ein charmant verträumtes Popalbum gelungen. Schön. Und irgendwie ein bisschen traurig.

Trackliste

  1. 1. Underwater / Overland
  2. 2. Flyers
  3. 3. New Lace Dress
  4. 4. Papercuts
  5. 5. Undecorated
  6. 6. Sweetest Feeling
  7. 7. Up Like Stairways
  8. 8. Ghost
  9. 9. My Heart Is Like A Day
  10. 10. A Tiny Taste Of Death
  11. 11. Let's Just Start Again

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