laut.de-Kritik

Wird der Leopard die Banane des 21. Jahrhunderts?

Review von

Die Anglo-Presse überschlug sich, nachdem sie das Debütalbum der Concretes in die Finger bekommen hatte. Und wahrlich, diese Musik schmeichelt. Aber das ist doch nichts für Hype-Super-Mega-Auszeichnungen oder einen Platz auf der NME Cool List neben Rabauken wie den Babyshambles oder Selfish Cunt.

Die Concretes kreieren lupenreinen Pop mit unübersehbaren Anleihen an die Sechziger. Wenn man dem Opener "Say Something New" lauscht, bewegen sich Frauen in dezent schwarzen (oder noch besser: pastellfarbenen) Mod-Kleidchen und geschmeidig tanzend vor dem inneren Auge. So stilecht wie in "You Can't Hurry Love" haben es nicht mal die größten Sixties-Verwerter der Nineties - Belle And Sebastian - hingekriegt. Doch Victoria Bergsmann haucht ihre Vocals nicht etwa wie einst Isobel Campbel. In den Momenten, in denen sie weder lieblich noch nach Nico klingt, erinnert ihre Stimme eher ein wenig an eine Sitar.

Wer nicht spätestens bei "New Friend" an die düstere Zerbrechlichkeit von "Velvet Underground & Nico" denken muss, der braucht dringend eine Nachhilfestunde im Fach Musik-Klassiker. Allein das Arrangement des Gesangs mit seinen wohl gesetzten Pausen und Wiederholungen der Lead-Stimme durch einen Chor. Dazu das schleppende Schlagzeug und das Glockenspiel-Geklimper. Andy Warhol scheint nicht fern.

Ist der Leopard am Ende die Banane des 21. Jahrhunderts? Nun, wollen wir mal den Concretes ihre Eigenständigkeit nicht absprechen. Das haben sie auch nicht verdient. Ein Marschrhythmus und das Saxophon wie auf der Hymne an "Diana Ross" wäre den Mannen um Lou Reed ohnehin so nicht unter gekommen.

The Concretes steigern sich aber in einen wahren Sixties-Pop-Rausch hinein. In bösen Momenten kann man ihn seicht nennen, ohne zu lügen. Trotz der durchaus guten Ideen, die in vielen der Songs stecken, irgendwann ist genug mit "grace" (NME). Stücke wie "Warm Night" sind einfach Gedudel, das man sich nicht antun muss, so angenehm der Großteil des Albums klingen mag.

Trackliste

  1. 1. Say Something New
  2. 2. You Can't Hurry Love
  3. 3. Chico
  4. 4. New Friend
  5. 5. Diana Ross
  6. 6. Warm Night
  7. 7. Foreign Country
  8. 8. Seems Fine
  9. 9. Lovin Kind
  10. 10. Lonely As Can Be
  11. 11. This One's For You

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