laut.de-Kritik

Nicht ohne meinen Subwoofer!

Review von

"Caution: Subwoofer required!", warnen Symbiz Sound vor dem unzureichend ausgerüsteten Konsum von "Ruff Ride", "Bad So" und "Soldierlettes". Warum dieser fürsorgliche Zusatz nur drei Tunes ziert, dafür bleiben die Herren die Erklärung allerdings schuldig. Der Rest gestaltet sich kaum minder basslastig.

Sich auf den allerersten Eindruck zu verlassen könnte tödlich enden: Buddysim und ChrisImbiss entpuppen sich als Chefkonstrukteure doppelter Böden und unerwarteter Abzweigungen. "Soundboy Dead"? Kein Wunder. Den Hörer erst mit melodischer Akustikgitarre einlullen, und ihm dann heimtückisch eins mit der Bratzbass-Pfanne überbraten: Dieses Vorgehen zeigt Wirkung. Zhi MC hat dann erst recht kein Problem, das überrumpelte Opfer final über den Haufen zu schnattern.

Den Symbiz'schen Reglern entspringt eine rüde Mischung, die mühelos einen Spagat nach dem anderen vollzieht. Einschmeicheln, alsdann mit sauber platziertem Handkantenschlag niederstrecken. Süßer Gesang und Highspeed-Toasting, orgelnde Keyboards und grell flackernde Elektrosounds, reduzierter Ansatz, trotzdem fettester Sound, leichtfüßige Melodien und tonnenschwere Grooves: Was unvereinbar scheint, passt am Ende doch bestens zusammen. Es stimmt offenbar: Gegensätze ziehen sich an.

Roots-Reggae, Dancehall und Dub fließen dabei genau so ein wie derbe Elektronica und Dubstep. Im Verbund mit Vocals auf Englisch, Französisch oder Spanisch ergibt sich ein über alle Genregrenzen und Sprachbarrieren hinweg schwappendes, brodelndes, mitreißendes Gemisch. "Follow me, we are taking over." Man könnte sich leicht Schlimmeres vorstellen.

"OneFourFive" fängt die Stimmung eines gelungenen Soundsystem-Sets ein. Den wechselnden Gästen am Mikrofon liefern Symbiz Sound eine solide Operationsbasis. Tempo- und Stimmungswechsel heizen zusätzlich an. Eben noch selig in einer Melodie geschwelgt, zeigt im nächsten Moment ein sauber platzierter Tritt in den Hintern den Weg auf die Tanzfläche.

Erst "murder on the dancefloor", dann gedämpftes Runterkommen: Im instrumentalen "Bushweed" schwelt das Feuer, das vorher hoch aufloderte, nur noch. Doch auch das gehört zur Dramaturgie einer ordentlichen Party. Wer möchte am Ende der Nacht schon unvermittelt im Regen stehen, "All Alone"? Ich geh' ja schon. Aber nicht ohne meinen Subwoofer.

Trackliste

  1. 1. Soundboy Dead
  2. 2. Globetrotters
  3. 3. Ruff Ride
  4. 4. Kick People! (Skit)
  5. 5. Down Under
  6. 6. Taking Over
  7. 7. Controlando
  8. 8. Bad So
  9. 9. Shakka Boom! (Skit)
  10. 10. Soldierlettes
  11. 11. Link Up! (Skit)
  12. 12. Top Class
  13. 13. Miss Independent
  14. 14. Bushweed
  15. 15. All Alone

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1 Kommentar

  • Vor 6 Jahren

    Soundboy Dead macht schon mal wirklich Lust auf mehr. Perfekt für die Autofahrt zum Badesee. Wenn sich der Stilmix auch ähnlich im Album fortsetzt und der Dubstep nicht zu aufdringlich wird: Sommersoundtrack