laut.de-Kritik

Stecken Trivium in Sachen Härte locker in den Sack.

Review von

Die Briten von Sylosis haben mit ihrem Debüt "Conclusion Of An Age" ordentlich Staub aufgewirbelt und waren mit der Scheibe im Gepäck die letzten beiden Jahre auch kräftig auf Tour. Dabei ist Anfang letzten Jahres Sänger Jamie Graham auf der Strecke geblieben, weswegen sich Gitarrist Josh Middleton auch noch das Mikro gekrallt hat.

Jener muss sich in Sachen Stimmgewalt bestimmt nicht hinter Jamie verstecken. Während der alte Frontmann vor bei den klaren Gesangslinien immer ein wenig cheesy klang, verzichtet Josh auf diese weitgehend. Nur hin und wieder lockert er einzelne Songs mit minimalem Einsatz von Cleangesang ein wenig auf. Das hat seinen Reiz und ist in geringem Umfang auch meilenweit davon entfernt, die Combo in jämmerliche Emo-Sphären zu ziehen.

Die Jungspunde lassen auch epischere Momente, wie bei "Procession" in ihren Sound einfließen. Das kontrastiert wunderbar das sonst hohe Tempo und die sehr technisch angelegte Spielweise von Josh und Alex Bailey. Die ziehen durch die Bank sehr modern vom Leder und kann man mit Bands wie DevilDriver oder früheren Chimaira vergleichen. Von Metalcore kann wegen ausbleibender Breakdowns kaum die Rede sein.

Bei aller Härte zeigen Josh und Alex, dass sie ein sehr ausgeprägtes Melodieverständnis besitzen. Dabei sollte man aber auch die Arbeit von Drummer Rob Callard nicht unterschätzen, der jedes Soundloch zunagelt. Die Engländer wissen einfach, wie sie fließend zwischen Thrash und Death Metal hin und her springen.

Pausen zum Luft holen gibt es immer wieder. Sei es das eher schleppende "Awakening" oder das schöne Instrumental "Where The Sky Ends" wo beide Gitarristen mit ein paar tollen Melodien glänzen, ohne aber den Bogen zu überspannen. Melodisch geht es auch in "Dystopia" weiter, ehe sich Josh und Alex an den Klampfen mächtig einen von der Palme wedeln.

Langsam wird man den Eindruck nicht los, dass Sylosis die Vorschuss-Lorbeeren, die seinerzeit Trivium eingeheimst haben eher verdient hätten. In Sachen Gitarrenarbeit und Songwriting stehen sie den Amis nämlich in nichts nach und in Sachen Härte stecken sie Mr. Heafy und Co. mittlerweile locker in den Sack.

Trackliste

  1. 1. Procession
  2. 2. Sands Of Time
  3. 3. Empyreal
  4. 4. Empyreal (Part 2)
  5. 5. A Serpents Tongue
  6. 6. Awakening
  7. 7. Kingdom Of Solitude
  8. 8. Where The Sky Ends
  9. 9. Dystopia
  10. 10. Apparitions
  11. 11. Altered States Of Consciousness
  12. 12. Beyond The Resurrected
  13. 13. Eclipsed
  14. 14. From The Edge Of The Earth

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