laut.de-Kritik

Ruhig und ambient. Der Weltenbummler kehrt heim.

Review von

"Coming Home" dürfte für einen professionellen Reisenden wie Sven Väth ein eher schwierig zu fassender Begriff sein. Im Sommer überwiegend in Ibiza beheimatet, hat der Hesse inzwischen auch Wohnsitze in London und Thailand. Ein Auszug dessen, was dort den Weg auf seinen Plattenspieler findet, stellte er für "Coming Home" zusammen.

Freunde seiner alljährlich im Herbst anstehenden "The Sound Of The ..."-Cocoon-Ibiza-Mix-CDs werden sich mit der aktuellen Auswahl aber vermutlich schwer tun. Schließlich entsprechen die 14 Stücke ganz und gar nicht dem Bild des ausschweifenden Fürsten aller Feierei, das Sven Väth über Jahre hinweg pflegte und noch heute hin und wieder in den Clubs aufleben lässt.

Mit seinen zahlreichen ruhigen, ambienten Momenten knüpft "Coming Home" an seinen ziemlich genau vor einem Jahr veröffentlichten Resident-Advisor-Podcast an. Mit Ursprung, CocoRosie und Nils Frahm sind gleich drei Artists, die schon bei RA zu hören waren, auch auf "Coming Home" zu finden. Dankenswerterweise wählte Väth jeweils andere Stücke aus.

Daneben beweist er mit Stücken von Horror Inc alias Akufen, den immer großartigen Boards Of Canada und dem Briten James Holden einen sehr guten Geschmack. Ihnen stellt er den schwedischen Newcomer Axel Boman, den beinahe schon in Vergessenheit geratenen Italic-Act Popnoname aus Köln sowie den norwegischen Jazz-Trompeter Arve Henriksen an die Seite.

Zusammen ergibt sich eine sehr schöne Auswahl an Stücken. Natürlich hat es sich der Vollblut-DJ Sven Väth nicht nehmen lassen, die Tracks entlang eines zarten Spannungsbogens aufzureihen, auch wenn "Coming Home" keine Mix-CD darstellt. Aber was sein Berufsethos angeht, ist Väth eben durch und durch Profi. Ganz egal obs ums Feiern oder Auflegen oder beides geht.

Trackliste

  1. 1. Arve Henriksen – Poverty and it’s oppsite
  2. 2. Horror Inc. – Crépuscule
  3. 3. Recondite - Leafs
  4. 4. Boards Of Canada – Cold Earth
  5. 5. Axel Boman - Fantastic Piano
  6. 6. Oneohtrix Point Never – Americans
  7. 7. Holden – Some Respite
  8. 8. Portable – Making Holes
  9. 9. Popnoname – Anna
  10. 10. CocoRosie - Tears For Animals
  11. 11. Ursprung – Lizzy
  12. 12. Donni Sò – La Pagliarella (Ulrich Schnauss Remix)
  13. 13. Food – Becalmed
  14. 14. Nils Frahm – Says

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1 Kommentar

  • Vor 7 Jahren

    Gehts egtl. nur mir so oder hat sich in den letzten 20 Jahren im Elektrobereich Namensmäßig so wenig getan ? N paar neue dazu gekommen, aber die großen sind doch irgendwie die gleichen wie damals ( wober sven väth bis vor 15 Jahrne oder so gar net mal sooo schlecht war )