laut.de-Kritik

Nette Pop-Nummern mit Hausfrauen-Charme.

Review von

Die Sugababes standen in der Vergangenheit auch mal für den etwas anderen Girlband-Pop. Immer wieder überraschten sie - egal in welcher Besetzung - mit Adaptionen von Indieklassikern und unverschämt eingängigen Ohrwürmern. Zu selten jedoch gelang es ihnen, den positiven Eindruck auf Albumlänge hinüber zu retten.

Da macht "Change", obwohl es der Titel suggerieren möchte - keine Ausnahme. Die Vorab-Single "About You Now" haut in eine ähnliche Kerbe wie seinerzeit "Push The Button". Netter Refrain, ein harmloser Chorus, eine Pop-Produktion in der High End-Definition, aber eben nicht mehr. Man muss den dreien aber zugute halten, dass sie immer wieder Songs auf die Beine stellen, die nicht in reinen R'n'B-Klischees versumpfen.

Einige Male langen die Damen halt immer noch richtig daneben, und zwar mit Schmackes. Der Titeltrack schippert derart harmlos in "La la la"-Gewässern, dass es fast in den Ohren weh tut. Diesem Ausfall eifern die folgenden zwei Tracks nach. "Back When" gefällt zumindest noch teilweise, aber "Surprise" treibt einem - trotz engagiert programmierten Stakkato-Beats - mit seinem Hausfrauen-Charme die Tränen in die Augen.

"Mended by You" beschwört ebenjenen Singsang-Schmock herauf, dem man so gerne entgehen möchte, aber der Gipfel der Biederkeit erreicht erst das furchtbare "Open Up The Door". Genau wegen solcher Tracks ist Girl-Pop als musikalisches Fast Food verschrieen. Wer bitte soll sich an so was in spätestens einem Jahr noch erinnern?

Auf der anderen Seite kommt dann auf einmal wieder so ein Klopfer aus der Hinterhand daher. Meine Herrn, ihr Sugababes, warum nicht gleich und von Anfang an so? "Back Down" reiht sich anstandslos in die Reihe ihrer Großtaten vom Schlage "Overload" und "Freak Like Me" ein. Sachte Off Beat-Akkorde der Gitarre, satt rollende Beats und stimmliche Brillanz machen das absolute Highlight des Albums aus. "I like my man sexy" haucht es da, und ey, wer auch immer das sein mag, beim Hören des Songs wird er sich auch so fühlen.

Das war es dann leider aber auch mit Lobeshymnen, denn nach einem gefälligen Start mit angenehmen Pop-Nummern wie dem eingängigen "Denial", der fluffigen, funkigen 80er-Synthie-Nummer "My Love Is Pink" und dem erwähnten Überflieger bleibt auf voller Länge wieder einmal zu viel Schatten auf der Habenseite.

Trackliste

  1. 1. About You Now
  2. 2. Never Gonna Dance Again
  3. 3. Denial
  4. 4. My Love Is Pink
  5. 5. Change
  6. 6. Back When
  7. 7. Surprise
  8. 8. Backdown
  9. 9. Mended By You
  10. 10. Open The Door
  11. 11. Undignified

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LAUT.DE-PORTRÄT Sugababes

Großbritannien anno 2000. Wir befinden uns in einer Zeit, da die großen Mädelbands, die da über den großen und kleinen Teich zu uns herüber säuseln, …

26 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Ich kann die Kritik nicht teilen. Die Mädels machen eingängigen Britpop - der hat sich von der Substanz noch nie so viel anders gehört, egal wer ihn nun kreiert hat. Der Rezessent erwartet (wie er selbst schreibt) "Indie", dafür stand diese Band aber noch nie. Und britischer Pop hatte auch schon immer die Aufgabe auch "hausfrauen" zu erreichen - genau DAS ist Pop!. Der Rezessent disqualifiziert sich bei solchen Formulierungen selbst - auch wenn ich keine Hausfrau bin und von "Change" auch eher enttäuscht bin...

  • Vor 11 Jahren

    und du disqualifizierst dich durch deine rechtschreibung selbst.

  • Vor 11 Jahren

    Also für mich bedeutet Pop dann doch noch etwas mehr als Hausfrauenmusik. Ich denke da zum Beispiel an Synthiepop ala´ Depeche Mode, Alphaville und ähnliches. Oder auch an großartige poppige Gitarrenmusik. Hinter Pop kann viel mehr Substanz stecken als uns das Radio glauben lassen mag.

  • Vor 11 Jahren

    Für Pop ist das doch ganz ordentlich, was die Sugababes da machen.
    Ein Feeling für Radio- und/oder Chart-taugliche Songs haben sie ja - oder deren Composer/Producer.

    Leider fehlt mir bei dem Ex-Sugababe Siobhán Donaghy das Feeling für Strophe-Refrain-Zusammenstellung.
    Leider, denn sie hat eine tolle, natürliche Stimme.

    Und da sind wir schon beim Thema:

    Abgang Nummer 1 bei den Sugababes hat schon Verlust gebracht.
    Heidi Range kann zwar auch gut singen, hat aber eine etwas dünnere Stimme.
    Okay - war soweit ja akzeptiert, warum nicht?

    Dann kam Abgang Nummer 2:
    Mutya - die sicher nicht so toll aussah wie die anderen Babes.
    Aber was für eine Stimme!

    Schon damals fand ich das seltsam, dass ausgerechnet die, die am besten bei den Sugababes singt, wegen ihrem Kind aus dem Projekt aussteigt.

    Jetzt ist mir das klar und passt wieder mehr in mein Weltbild.
    Die oberflächliche Richtung hat ihr halt nicht gepasst.

    Und ich bin froh, dass sie es geschafft hat, etwas eigenes, richtig Gutes auf die Beine zu stellen.

    Hört oder seht euch einfach mal Live-Auftritte von Mutya im direkten Vergleich mit den Sugababes an!
    Die beherrscht ihre Stimme dreimal besser, die Stimme trägt, sie hat Soul und Volumen.
    Und sogar die Songs - die vielleicht nicht so die Ohrwürmer und Raketen sind wie die der Sugababes - sind die besseren und haltbareren, die man auch in 10 Jahren noch gerne hören wird.

    ...

    :lol: :cool: :???:
    :D :D

  • Vor 11 Jahren

    Die von den Sugababes wird man auch in 10 Jahren noch gerne hören! Nur, an deren Songs wird man sich auch noch erinnern... Mutya hat nicht eingängige Melodien auch wenn ihre Stimme sehr gut ist! Die einzig guten Songs auf Mutyas Album sind: Real girl, B boy baby, Out of Control, This is not real Love und Strung out... Bei den babes jedoch, sind es fast immer alle Songs die einem nicht aus dem Kopf gehen!
    Außerdem...
    Ich finde jetzt nicht, dass die Sugababes an Qualität verloren haben... sie haben sich nur geändert... Change halt!...