laut.de-Kritik

Deutlich mehr als nur eine Marillion- oder Yes-Kopie.

Review von

Nach wie vor trauere ich ja Sieges Even hinterher, auch wenn ich verstehe, dass es Gründe gab, die ein Weiterbestehen schwierig bis unmöglich gemacht haben. Nicht schön, aber so isses. Dass Gitarrist Markus Steffen und Sänger Arno Menses allerdings noch oft auf diese Zeit zurück schauen, kann ich mir kaum vorstellen.

Schließlich haben sie mit "Beautiful & Monstrous" und "Touchstones" zwei hervorragende Subsignal-Alben abgeliefert, die unabhängig von der Meinung der Sieges Even-Fanschar, auf Begeisterung in der Progressive Rock-Gemeinde gestoßen sind.

"Time And Again" eröffnet das Album als klassischer und starker Opener, der die Richtung des Albums bereits weitgehend vorgibt. Große Melodien, fantastischer Gesang und Songs, die sich bereits nach dem ersten Hören erschließen, ohne deshalb ihr Potenzial einzubüßen. Wie immer sind die Namen Yes oder Marillion allgegenwärtig, woraus auch noch nie ein Geheimnis gemacht wurde.

Dennoch sind Subsignal deutlich mehr als eine Kopie. Wer rechnet denn beispielsweise mit Reggae-Klängen im Titeltrack, die später nahtlos in einen balladesken Klavierteil übergehen, ohne dabei gezwungen oder aufgesetzt zu klingen? Im Subsignal-Kosmos ist eigentlich nichts unmöglich. Und die Frage, ob die Fans diesen Weg mitgehen, stellt sich eigentlich auch nicht. Ja, tun sie!

"A Long Way Since The Earth Crashed" mag ein sehr eingängiges Stück Musik sein, aber seit wann ist das ein negatives Merkmal? Vor allem, wenn die Melodien dabei so großartig geraten? Hierfür zeichnen nicht nur Markus und Arno verantwortlich, sondern mehr und mehr auch Keyboarder David Bertok. Wobei wir das perfekt abrundende Bassspiel von Ralf Schwager und das anspruchsvolle Drumming von Danilo Batdorf nicht vergessen wollen.

Man hat nie das Gefühl, dass sich einer in den Vordergrund drängt. Das ist die Arbeit einer echten Band, einer Gemeinschaft, wo auch die schöne Flamenco-Gitarre von Markus in "The Stillness Beneath The Snow" perfekt hinein passt. Allein das doch etwas kitschige Duett von Arno und Marcela Bovio (Stream Of Passion) in "The Blueprint Of A Winter" will auch nach dem dritten Durchlauf bislang am wenigsten überzeugen.

Härtere Klänge sucht man auf "Paraíso" bis in "The Colossus That Bestrode The World" vergeblich. Ärgern wird es aber wohl nur die Wenigsten, auch wenn der Song gern etwas länger hätte ausfallen dürfen. Ein echtes Highlight liefern Subsignal schließlich mit "Swimming Home" ganz am Ende. Der balladesk beginnende Song steigert sich im Laufe der acht Minuten vom Tempo her zwar gemächlich, aber der Aufbau ist, wie so vieles auf diesem Album, schlicht großartig.

Trackliste

  1. 1. Time And Again
  2. 2. Paraiso
  3. 3. A New Reliance
  4. 4. A Heartbeat Away
  5. 5. A Long Way Since The Earth Crashed
  6. 6. A Giant Leap of Faith
  7. 7. The Stillness Beneath The Snow
  8. 8. The Blueprint Of A Winter
  9. 9. The Colossus That Bestrode The World
  10. 10. Swimming Home

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3 Kommentare

  • Vor 4 Jahren

    Und ihr seid mal wieder viiiiiiiiiiiiiiiel zu spät dran, dass Album ist seit gut zwei Wochen draußen:
    http://www.cdstarts.de/kritiken/113270-Sub…
    Ich mags, aber es ist schon ziemlich popig und zwar popiger als so ziemlich alles was in den letzten Jahren in sachen Neo Prog rauskam. Dennoch sind A giant leap of faith und The collosus that bestrode the world zwei Songs, die es in meine Jahres Top 10 geschafft haben. Total großartig!! Würde mich nicht wundern, wenn es irgendein Song ins Radio schaffen würde. In einer besseren Welt........

  • Vor 4 Jahren

    schreibt mal lieber ne kritik zu english electric von big big train

  • Vor 4 Jahren

    Ach, komm schon! Subsignal sind nicht nur deshalb relevant, weil sie direkt von Sieges Even abstammen (eine Band, die ich im Großen und Ganzen sehr viel interessanter und hochklassiger als DT finde), sondern auch weil sie einfach gut sind. Was BBT selbstredend auch sind. Will die Kritik auch.