laut.de-Kritik

Gut gemeint, aber nicht ganz gelungen.

Review von

Die Geschichte der Stone Temple Pilots zeigt, dass Millionenverkäufe (hier über 30 Millionen) kein Garant für eine glückliche Karriere sind. Spannungen zwischen den DeLeo-Brüdern Dean und Robert (Gitarre beziehungsweise Bass) sowie Drummer Eric Kretz auf der einen und ihrem Vokalisten Scott Weiland auf der anderen Seite gehören zum Tagesgeschäft. Doch erst 2013 eskaliert es mit der endgültigen Trennung. Linkin Park-Fronter Chester Bennington hilft kurzfristig aus, kehrt aber wieder zu seiner Hauptband zurück.

2015 stirbt Weiland an einer versehentlichen Überdosis, knapp zwei Jahre später wählt Bennington den Freitod. Die beste Möglichkeit der Vergangenheit zu gedenken und sie zu ehren, wäre weiterhin neue Musik zu machen. Schlussfolgern zumindest die Stone Temple Pilots und rekrutierenden den amerikanischen X-Factor-Kandidaten Jeff Gutt als Nachfolger.

Das (ebenso wie der Vorgänger) selbstbetitelte Album startet vielversprechend. "Middle Of Nowhere" klingt wie ein typischer STP-Rocker mit pumpendem Bass, verspielten Breaks und eingängigen Gitarrenmelodien. "Guilty" groovt im gefälligen Midtempo daher und "Meadow" ist ein modern arrangierter Radiohit mit QOTSA-Anleihen. Das Gutt es grundsätzlich drauf hat, beweist er bereits mit diesen drei Songs. Auch in ruhigen Momenten wie "Thought She’d Be Mine" macht er eine passable Figur so gesehen: gutte Wahl.

Dass er sich stimmlich extrem deutlich in Weilands Nähe bewegt, entpuppt sich mit zunehmender Spieldauer als zweischneidiges Schwert. Denn in etlichen Momenten klingen die Stone Temple Pilots wie ihre eigene Tribute-Band. Eine sehr gute zwar, verhältnismäßig zahm geratenen Tracks wie "Never Enough" oder "Just A Little Lie" fehlt Weilands unterschwelliger Schmutz jedoch ganz entscheidend.

Wer die Stone Temple Pilots ohnehin zu seinen Lieblingen zählt, dürfte an Album Nummer sieben absolut Gefallen finden. Denn seien wir ehrlich: Wann hat sich ein Fan das letzte Mal Änderungen gewünscht? Eben. Allerdings wird dem Rest der Welt diese Platte furchtbar egal sein. Nicht ganz zu Unrecht. Gutt gemeint ist eben nicht gut genug.

Trackliste

  1. 1. Middle Of Nowhere
  2. 2. Guilty
  3. 3. Meadow
  4. 4. Just A Little Lie
  5. 5. Six Eight
  6. 6. Thought She’d Be Mine
  7. 7. Roll Me Under
  8. 8. Never Enough
  9. 9. The Art Of Letting Go
  10. 10. Finest Hour
  11. 11. Good Shoes
  12. 12. Red & Blues

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3 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    Wird wohl genauso ein Hit wie die Reunion der Smashing Pumpkins, für die man übrigens immer noch Karten kriegt. Viele sogar. Sehr viele...

  • Vor 3 Monaten

    Hm. Hatte ja auf einen richtig fiesen Verriss gehofft, aber vermutlich sind die 3/5 als Repräsentation dafür, wie egal die Platte der Menschheit und auch vielen Ex-Fans der Pilots tatsächlich ist, sehr viel passender.

    Diesbezüglich sehe ich mich aber auch als eher untypischen Fan, der gerade altgedienten Combos eine derartige Stagnation in Sound und Songwriting zu Lasten von Experimenten und Innovationen eigentlich selten verzeiht. Insgesamt wäre nach der bisherigen (Band-)Geschichte aus meiner Sicht geschickter gewesen, die Pilots zu beerdigen und in der gleichen Besetzung plus neuer Person am Mikrofon auch nen neuen Namen zu bemühen, so riecht's halt wieder mal, als wollten sie auf die alten Tage eh nichts mehr reißen außer der Sicherung eines geregelten Einkommens auf Grundlage der in der Vergangenheit errungenen Lorbeeren und unter Einsatz des geringstmöglichen (finanziellen) Aufwandes.

    Allein für diese von meinem Höreindruck her geteilte Feststellung in der Rezi, dass die Platte sich stellenweise anhört, als sei hier die landläufige Tribute-Band am Werk, würde ich vermutlich nicht mehr als 2/5 rausrücken.