laut.de-Kritik

70er-Rock für Fans der Stones und Bob Dylans.

Review von

In Deutschland weitgehend unbekannt, ist der Gitarrist Stevie Klasson in Schweden eine ganz angesagt Nummer. Nicht nur, dass er mit Peter Svensson (The Cardigans) und Vigilante Carlstroem (The Hives) in Stockholm einen schnieken Gitarrenschuppen hat. Der Mann hat auch schon mit Johnny Thunders (Ex-New York Dolls), Hanoi Rocks und den Diamond Dogs gespielt.

Zusammen mit seiner Band stand er bei diversen Künstlern in Lohn und Brot. Nun ist es endlich einmal an der Zeit, selbst ins Rampenlicht zu treten. Dafür hat er sich neben seinen beide Gitarren-Kollegen auch noch diverse andere Prominenz von Bands wie den Hellacopters, Soundtrack Of Our Lives oder den Sex Pistols ausgeliehen und zelebriert mit diesen allerfeinste Country-Rockmusik. Ähnlich wie das Solodebüt des ehemaligen The Almighty-Sängers Ricky Warwick, begeistert mich vor allem die simple Authentizität der Songs und natürlich die einfach schönen Melodien.

Mit dem Opener "Goin Mental", mit seinem leicht melancholischen Touch, der nach einer Mischung aus Social Distortion und Hanoi Rocks klingt, steht auch schon der erste Ohrwurm parat. Neben Stevies Stimme und Gitarre tragen vor allem Orgel und Klavier die Melodien. Sollten die Rolling Stones irgendwann doch einmal ihre Gebeine einäschern, muss man sich um deren Erbe keine Sorgen machen, denn Songs wie "Hand Me Downs", das etwas melancholischere "Sweetheart Angel Pure" oder "Downbound Train" setzen ihren Spirit nicht nur fort, sondern halten ihn auch bestens in Ehren.

Als klassisches Southern Rock-Duett mit Jenny Schyttberg präsentiert sich "Bedspring Symphony", das neben ein paar coolen Bläsern vor allem mit dem verstärkten Einsatz von Klavier und Orgel begeistert. Auch "Angel In Black" ist ein straightes Stück Südstaaten-Rock ohne viel Drumherum und passt ganz hervorragend zu den anderen Stücken der Scheibe. Gleiches gilt natürlich für die deutlich an Tom Petty erinnernden Songs "Talk To Much" und "White Line Fever". Wenn man sich den Kerl auf dem Cover so anschaut, nimmt man ihm seine Texte auch ohne wenn und aber ab und auch das melancholische "Lucky" dürfte direkt aus seinem Leben stammen.

Am überraschendsten sind die beiden Rausschmeißer. "Angel In Black" und "Don't Mess With Evil" offenbaren den Einfluss des klassischen Rock'n'Rolls auf Klasson. Die Parallelen zu Chuck Berry lassen sich bei Erstgenanntem kaum leugnen und dass "Don't Mess With Evil" weitgehend auf Meister wie John Lee Hooker oder Muddy Waters zurückgeht, hört man deutlich heraus.

"Don't Shoot The Messenger" ist wie eingangs bereits erwähnt, ein angenehmes, weitgehend ruhiges Album, das schlicht und ergreifend guten 70er Rock bietet. Wer auf die Rolling Stones und Bob Dylan steht, sollte mal ein Ohr riskieren.

Trackliste

  1. 1. Goin Mental
  2. 2. Hand Me Downs
  3. 3. Do What You Want
  4. 4. Sweetheart Angel Pure
  5. 5. Redspring Symphony
  6. 6. Talk Too Much
  7. 7. Downbound Train
  8. 8. White Line Fever
  9. 9. Lucky
  10. 10. All The Action
  11. 11. Angel In Black
  12. 12. Don't Mess With Evil

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