20. Mai 2020

"Mich kann man nicht mehr ärgern"

Interview geführt von

Ein neues Album, ein Musical und eine Film-Doku: Die Sparks sind 50 Jahre nach ihrer Gründung so beschäftigt wie nie.

Es ist 2020, vieles um uns herum hat sich geändert. Umso beruhigender, dass es noch Konstanten gibt. Die Rede ist von den Sparks und ihrem neuen Album "A Steady Drip, Drip, Drip": Es zeigt das Brüderpaar aus Los Angeles in gewohnt bestechender Form. Ob ihr falsettlastiger Theater-Rock ähnlich gut ankommt wie noch 2017 auf ihrem letzten Album "Hippopotamus", das erstmals nach 43 Jahren wieder die britischen Top 10 knackte?

Die Band selbst bleibt wie gewohnt bescheiden, insistierte aber trotz Corona auf dem ursprünglich angedachten Veröffentlichungstermin Mitte Mai. Nur der Vertrieb von LPs und CDs verzögert sich noch bis Anfang Juli. Wir erreichen den 74-jährigen Keyboarder und Hauptsongwriter Ron Mael in seinem Haus in Los Angeles.

Ron, selbst eine Band, die nun schon 24 Alben veröffentlicht hat, ist nicht vor Überraschungen gefeit. Das Coronavirus brachte so einige Restriktionen mit sich, etwa einen Mindestabstand zu anderen Personen. Wie gelang dir die Anpassung an die neuen Regeln und gab es Beeinträchtigungen bezüglich der Aufnahmen des Albums, dich und deinen Bruder betreffend?

Ron Mael: Wir hatten eigentlich keine Beeinträchtigungen, da Russell zuhause ein Studio hat, in dem wir aufnehmen. Das Lockdown-Gesetz in Kalifornien erlaubte es, spazieren zu gehen oder draußen Sport zu treiben, man durfte nur keine anderen Menschen treffen. Wir haben dann für uns beschlossen, eine Weile auf Distanz zu achten, Masken zu tragen und gut zu lüften. Eigentlich sollten wir jetzt auf Reisen sein, um Interviews für die neue Platte zu geben, was nun eben von hier aus geschieht. Wenn ich nicht bei Russell bin, muss ich mich zuhause wirklich zu einer Beschäftigung aufraffen, sonst säße ich einfach nur paralysiert herum.

Wohnt ihr in direkter Nachbarschaft?

Es sind zehn Minuten mit dem Auto bis zu ihm. In Los Angeles bemisst man jede Entfernung nach Fahrzeit.

Großartig finde ich eure Isolationsvideos, die ihr auf Social Media teilt. Wer kam auf diese Idee?

Es war uns einfach wichtig, mit den Menschen, die Sparks hören oder solchen, die zufällig darüber stolpern, in dieser speziellen Zeit auf eine persönliche Art verbunden zu bleiben. Es sollten Videos sein, die auch unsere Charaktere widerspiegeln. Darüber hat sich jeder von uns ein paar Gedanken gemacht.

Ihr haltet euer Privatleben seit jeher von der Öffentlichkeit fern, von daher war ich erstaunt, dass Russells Workout-Videos in seiner Wohnung gedreht wurden. Hat Corona womöglich auch ein paar vermeintlich unabänderliche Regeln in der Sparks-Welt geändert?

Ich denke, so ein Workout-Video verletzt seine Privatsphäre nicht in größerem Ausmaß. Außerdem hat er ein ziemlich vorzeigbares Domizil, übrigens weitaus fotogener als meins. Workout ist für ihn auch ein zentraler Faktor, um sein Gesangsniveau zu halten und um als Sänger in Form zu bleiben. Für den Unterhaltungswert des Clips hat er sein Fitnesstempo dann etwas hochgetunet.

In einem Video präsentierst du deine riesige Sammlung von Handdesinfektionsmitteln. Welcher schmutzige Vorfall brachte dich dazu, diese Sammlung anzulegen?

Das Reisen. Die größte Angst auf Tournee ist die Angst krank zu werden. Egal ob du dich in Zügen oder Flugzeugen befindest: Du weißt nie, wer vor dir bestimmte Dinge berührt hat, deshalb habe ich irgendwann vorgesorgt. Als ich mir das näher anschaute, fiel mir auf, dass jedes Land auf der Welt sehr individuelle Flaschen und Formen von Handdesinfektion anbietet. Das Sammeln hat sich bei mir dann zu einer kleinen Obsession entwickelt.

Eure Selbstinzensierung auf Cover-Artworks und Promofotos ist legendär. Sparks sind eine ästhetische Marke. Fällt es euch nicht schwer, diverse Aspekte eurer Präsentation über die Jahre anderen Menschen anzuvertrauen?

Die aktuellen Videos wurden alle in Quarantäne gedreht, daran waren also nur wir beide beteiligt. Das war im Vergleich ein bisschen schwieriger, als wenn wir in einem Team arbeiten. Normalerweise bringen wir Ideen ein und tauschen uns aus.

Wie sieht diese Teamarbeit aus? Auf Facebook finden sich ja auch lustige Postings, die darauf hinweisen, dass ihr die Pandemie angeblich schon 1982 im Song "I Predict" vorhergesehen habt. Damals sang Russell: "They're gonna stop Saturday night, so you better have fun now." Habt ihr da eine Regel, dass solche Posts erst von euch gegengecheckt werden?"

Oh nein, um Facebook und diese Dinge kümmern wir uns nicht persönlich. Davon abgesehen: Mich kann man sowieso nicht mehr mit irgendwelchen Geschichten aus der Vergangenheit ärgern. Auch mich hat dieser Post tatsächlich überrascht. Wir vertrauen in dieser Sache Menschen, die sich mit unseren Sensibilitäten auskennen. Und sie wissen sowieso viel besser als wir, wofür Social Media steht. Es kann also gar nicht passieren, dass da etwas hochgradig Peinliches gepostet wird.

Bleiben wir kurz bei dem Song "I Predict", das Video war der erste Musikclip überhaupt, den David Lynch damals gedreht hat. Darin kommen allerdings nicht seine späteren Lieblingselemente Feuer und Rauch zum Tragen. Wie lief die Zusammenarbeit mit ihm?

Das Video hat nicht David Lynch gedreht, sondern sein Kameramann. Ich weiß nicht, warum sich dieses Gerücht so hartnäckig hält. Er hatte bis dahin alle Filme von Lynch begleitet und brachte manches davon mit ein.

Euer letztes Album "Hippopotamus" bescherte euch einige der besten Kritiken eurer Karriere und verkaufte sich blendend. Wie zufriedenstellend ist das nach all der langen Zeit und hast du ein Lieblingsalbum, das deiner Ansicht nach zu schlecht weggekommen ist?

Wir waren angenehm überrascht. Die Reaktion der Öffentlichkeit und der Presse war großartig. Diese Dinge kannst du nicht vorhersehen. Wir geben natürlich mit jedem Album unser Bestes, aber alles, was danach kommt, ist außerhalb unseres Einflussbereichs. Es ist schön, wenn man mit Musik etwas auslöst. Was unserer Ansicht nach besser hätte wegkommen können, war das "Lil Beethoven"-Album. Es gab zwar Leute, die darin einen stilistischen Wendepunkt erkannten. Aber es hatte nicht den weitreichenden Einfluss, den wir uns erhofft hatten.

"Am liebsten höre ich Internetradio"

Ihr werdet oft als bescheidene Band beschrieben, auch hinsichtlich eurer musikalischen Verdienste. Kam so der neue Song "Self-Effacing" zustande?

Eigentlich war es eher eine Reaktion auf die populäre Haltung von männlichen Pop-Interpreten, Machogehabe und Angeberei zu zelebrieren. Dagegen wollten wir die Idee eines bescheidenen Sängers setzen. Wir versuchen immer, ein wenig gegen den Strom zu schwimmen.

Wie hörst du privat Musik? Kaufst du Vinyl, hörst du Spotify?

Am liebsten höre ich Internetradio. Gerade jetzt, wo wir nicht reisen, komme ich so an fremde Orte, wenn auch nur in meiner Fantasie. Ich höre Klassiksender aus Italien oder Jazzstationen aus Norwegen, und obwohl die Musik nicht aus diesen Ländern stammt, stelle ich mir vor, dass ich sie an diesen Orten gerade anhöre. Das ist beruhigend. Aber ich habe schon vor Corona gerne Radiosender aus verschiedenen Ecken der Welt gehört, egal welche Genres, alleine um Unterschiede oder Gemeinsamkeiten bezüglich der Songsauswahl zu erkennen. Nebenbei durfte ich so auch erfahren, dass ein Jazzsender aus Norwegen tatsächlich viel besser ist als einer aus Los Angeles, so seltsam das vielleicht klingen mag.

Das heißt, wenn du Deutschland vermisst, hörst du bayerische Blasmusik?

So könnte man es sagen. Wie werdet ihr eigentlich mit der Oktoberfest-Absage fertig?

Oh, das ist ein großes Thema bei uns.

Darauf wette ich.

Es trifft die Stadt München und die beteiligten Wiesn-Wirte natürlich hart.

Das kann ich mir vorstellen. Da helfen nur Durchhalteparolen: Nächstes Jahr geht's weiter.

Zurück zu euch: Wie sieht ein typischer Studiotag bei den Sparks aus?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal schreibe ich einen Song bei mir zuhause, bevor ich zu Russell gehe. Dort überlegen wir dann gemeinsam, wie er aufgenommen wird. Da wir den Luxus genießen, bei ihm zuhause aufnehmen zu können, kann ich auch einfach hingehen und dort spontan etwas schreiben. Wir sitzen aber nicht stundenlang herum. Wenn wir arbeiten, ist es sehr fokussiert. Die ganzen Diskussionen fallen auch weg, weil wir beiden wissen, in welche Richtung wir musikalisch gehen wollen. Es ist natürlich angenehm zu wissen, dass man viele Fehler machen kann, weil wir Ideen, die nicht funktionieren, eben nicht verwenden. Wenn du in einem teuren Studio bist, kannst du dir so etwas nicht erlauben. Es gibt bei uns durchaus auch Tage, die völlige Zeitverschwendung sind, aber wenigstens müssen wir dafür keine riesigen Summen bezahlen.

Ist es einfacher, heute Alben aufzunehmen als in den 70er Jahren?

Es ist nicht einfacher, aber man ist heute unabhängiger. Früher brauchten wir einen dicken Scheck von der Plattenfirma, um überhaupt aufnehmen zu können. Wir haben zum Beispiel zwei Platten in München aufgenommen. Dazu mussten wir dort über einen sehr langen Zeitraum in Hotels wohnen, die von unserer Plattenfirma bezahlt wurden. So etwas gibt es heute nicht mehr. Es hat uns damals zwar großen Spaß gemacht, aber jetzt realisiert man, dass es nicht zwingend notwendig ist. Was die Aufnahmebedingungen angeht, hat sich ohne Frage alles zum Besseren gewendet. Wir würden die Qualität unserer Aufnahmen niemals der Unabhängigkeit opfern. Es gibt heute so viele Plugins, die man als Äquivalent eines 100.000-Dollar-Setups von damals bezeichnen könnte und zu denen jeder Zugang hat. Das ist befreiend.

Die Geschichte der Rock- und Popmusik ist geprägt von Band-Streitigkeiten, gerade was Brüder betrifft. Gab es bei euch einmal so einen Moment, einen Streit, der die Sparks hätte entzweien können?

Zu einem wirklich schlimmen Moment kam es nie. Aber natürlich führten wir viele Diskussionen darüber, ob eine gewisse Zeile nun wirklich zu einem bestimmten Song passt oder nicht. Tatsächlich fällt mir dazu unser Song "When Do I Get To Sing 'My Way'" ein. Zunächst hatte er einen anderen Titel und auch ein anderes Thema. Russell war dann der Meinung, dass die emotionale Musik nicht zu dem Text passe. Darüber führten wir hitzige Diskussionen, aber am Ende hatte er recht. Es hat lange gedauert, bis wir die finale Version dieses Songs hinbekommen haben. Aber keine Meinungsverschiedenheit kann so groß sein, dass wir unsere Zusammenarbeit beenden.

"Rasenmähen war einer meiner ersten Jobs"

Euer Song "Lawnmower" ist einem Rasenmäher gewidmet. Inwieweit ist solch ein Song autobiografisch?

Tatsächlich war Rasenmähen einer meiner ersten Jobs als Teenager in Los Angeles, die mir rund 25 Cents einbrachten. Ich würde daher behaupten, dass ich mich der Welt der Rasenmäher sehr verbunden fühle. Die Beschäftigung des Rasenmähens kennt zwar jeder, aber in Los Angeles ist es ein elementarer Alltagsbestandteil von Bewohnern der Vororte. Es fiel mir sehr leicht, mich in einen Typen hineinzudenken, der ein obsessives Verhältnis zu Rasenmähern pflegt.

Dann gibt es den Song "iPhone", in dem Russell seinen Gegenüber harsch auffordert, gefälligst das iPhone wegzulegen, um sich auf das Gespräch zu konzentrieren. Auch autobiografisch?

Es ging mir eher darum, die Ablenkung von Objekten zu betonen, die Menschen davon abhält, den Moment zu genießen. Ich möchte jetzt wirklich nicht als technikfeindlicher Barbar rüberkommen, gerade eben sprachen wir ja noch davon, was moderne Technik und Computer uns für einen Vorteil beim Aufnehmen verschaffen. Aber ich beobachte eben Menschen, die an Restaurant-Tischen sitzen, zu zweit oder zu viert, und keine Gespräche führen, weil das Handy sie ablenkt. Um den Song auf einer witzigen Basis stattfinden zu lassen, habe ich diese Fake-Historie mit Adam und Eva und Abraham Lincoln eingebaut. Nichts wäre schlimmer, als wenn Menschen glaubten, hier jammere ein alter Mann über den Fortschritt der Technik.

2015 habt ihr mit Franz Ferdinand das Album "FFS" aufgenommen. Ich ging damals felsenfest davon aus, dass ihr diesen Weg weiter beschreitet, da eure Mailboxen von Anfragen sicher geflutet würden.

Wir sind da sehr wählerisch. Es muss einfach eine Verbindung spürbar sein. Da geht es nicht mal vordergründig um Stil, sondern schlicht um sowas wie Seelenverwandtschaft. Die haben wir witzigerweise jetzt eher im Filmgeschäft gefunden. Aber im musikalischen Bereich gab es bisher niemanden, bei dem wir wie bei Franz Ferdinand, Faith No More oder Les Rita Mitsouko diese Verbindung gespürt hätten.

Apropos Filmgeschäft: Die Doku von Regisseur Edgar Wright über eure Karriere ist so gut wie abgedreht. Viele Musiker und Schauspieler sollen darin auftauchen, die ihre Geschichte mit den Sparks erzählen. Gab es denn eine Person, die du so gar nicht als Fan vor Augen hattest?

Da darf ich leider nichts Konkretes verraten, sonst bekomme ich richtig Ärger mit Edgar. Ich kann nur sagen, dass ich überrascht war, wie viele Leute sich positiv über uns geäußert haben. Nicht nur Musiker, auch Schriftsteller und Schauspieler. Edgar kennt einfach viel mehr Menschen als wir. Er wühlte sich richtig rein in die Vergangenheit und kam mit Archivmaterial an, an das nicht einmal wir uns erinnern konnten. Gleichzeitig wollte er hervorheben, dass die Musik, die wir jetzt machen, dieselbe Wichtigkeit besitzt wie unsere früheren Sachen. Er filmte unser großes London-Konzert sowie Shows in Tokio, Mexiko City und Los Angeles und befragte dort auch unser Publikum. Es ist also ein umfassender Blick auf Sparks. Er war der erste Regisseur, bei dem wir das Gefühl hatten, dass er die Band wirklich versteht. An einer rein nostalgischen Doku war er nie interessiert.

Auf eurem 2008er Album "Exotic Creatures Of The Deep" gab es den witzigen Song "Lighten Up, Morrissey". Magst du den Song noch, seit Morrissey zu einem Unterstützer der rechten Partei "For Britain" geworden ist?

Songs entstehen meistens im Einflussbereich der Gegenwart. Kommen dann im Laufe der Zeit neue Erkenntnisse hinzu, kann man überlegen, ob man einen Song noch einmal genau so aufnehmen würde, falls das deine Frage beantwortet.

Kurz vor dem Corona-Ausbruch habt ihr ein Foto von euch mit eurem früheren Produzenten Giorgio Moroder gepostet. Wie kam es dazu?

Er war gerade in Los Angeles, wo er früher auch mal gelebt hat. Jetzt ist er meistens in Norditalien. Wir sind seit unserem gemeinsamen Album "No. 1 In Heaven" aus dem Jahr 1979 befreundet. Wir haben uns auf einen Kaffee getroffen. Obwohl er die Musikgeschichte maßgeblich verändert hat, ist er auf dem Boden geblieben. Es war einfach ein sehr entspannter Tag.

Außer der erwähnten Film-Dokumentation erscheint demnächst auch das Musical "Annette" mit Marion Cotillard und Adam Diver. Wird es auch weitere Wiederveröffentlichungen alter Sparks-Alben geben wie zuletzt "Gratuitous Sax & Senseless Violins"?

Ich bin mir nicht sicher. Es ist manchmal schwierig für uns, unveröffentlichtes Material zu finden, was für solche Releases notwendig ist. Jetzt haben wir mit unserem Album, dem Film und dem Musical gerade ziemlich viel am Laufen. Aber vielleicht wäre das ja etwas für eine trockenere Periode. Grundsätzlich finde ich es aber spannend, mich durch die Archive zu wühlen, um unveröffentlichte Versionen zu Tage zu fördern.

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1 Kommentar mit 14 Antworten

  • Vor 6 Monaten

    So nüchtern und am Boden geblieben, wie der erfahrene, verdienstvolle Mann hinter dieser legendären Kunstfigur nur sein kann. Ich lobe laut.de seit all der Personaländerungen zwar nur noch selten, aber daß Ihr noch immer dafür sorgt, die Sparks auf dem Radar zu halten, rechne ich Euch hoch an!

    • Vor 5 Monaten

      "seit all der Personaländerungen"

      Das musst du mir mal erklären ...

    • Vor 5 Monaten

      Es weiß doch 1 jeder, dass dieseryannik™ nur eine Marionette des Springer-Teufel-Großkapitalkonsortiums ist und von Tübingen aus langsam die gesamte laut-Redaktion mit gefügigen, unbezahlten Praktikanten ersetzt!!!11!11

    • Vor 5 Monaten

      Das nicht, aber jeder weiß, dass die alten Redaktionshasen dem Prakitikanten eine gescheuert hätten, wenn der denen mit K-Pop gekommen wäre.

      Die ins Bodenlose versinkende Qualität der Rezis tut ihr Übriges...

      #bringNabelschwitzback

    • Vor 5 Monaten

      Kabelitz und Kubanke fehlen sehr, Schuh usw. könnten gerne auch etwas mehr rezensieren. Schwinger hats ja ganz gut beschrieben. Die meisten Rezensionen sind für die Tonne. Vor fünf Jahren hat die Community noch ungefähr die Hälfte des Appeals von laut.de ausgemacht. Mittlerweile besuche ich die Seite fast nur noch um zu checken, ob ein User was Schönes, Debiles, Lustiges geschrieben hat.

    • Vor 5 Monaten

      Naja, vielleicht blicken die alten Redaktionshasen auch einfach, dass sie zu vielem Neueren auch keinen Zugang haben und lassen dann jemanden machen, der sich mit der Materie auch irgendwie identifizieren kann.
      Ich lasse mich hier ja auch regelmäßig über K-Pop aus, aber deswegen ist mir eine Rezension, die mir die verschiedenen Qualitätsstufen in denen Plastikkacke daherkommen kann näher bringt, immernoch mehr wert als jedes Release einfach mit 1/5 abzukanzeln.

    • Vor 5 Monaten

      In den letzten Monaten ist mir oft aufgefallen, daß auf der Startseite fünf Rezensionen mit 0 Kommentaren standen. Das ist mir früher nie untergekommen. Und gleichzeitig bin ich längst nicht der einzige, dem die furchtbare Qualität der neuen Rezensionen aufgefallen ist.

      Jeder der "alten" Garde hatte seine eigenen Gründe, auszusteigen. Bei zweien weiß ich zumindest, daß sie nichts mit "neuerer" Musik zu tun hatten.

      Ich gehe eher davon aus, daß die Redaktion nach dem allmählichen Ausstieg der guten Autoren irgendwann gemerkt hat, daß Tratsch und Nachrichten mehr Involvement von uns generiert als die neuen Rezensionen. Ich glaube, sie ging umso mehr in diese Richtung, macht vor allem Nachrichten und gelegentliche Interviews, beschäftigt für die Besprechungen lieber ein paar Amateure und sieht kaum Bedarf, selbst Kultur mit schönen Texten zu schaffen. Es geht ja auch ohne. Ist ja in Ordnung - die gestörte Community ist ein guter Grund, hier vorbeizuschauen. Auch wenns manchmal schade ist, daß es hier ohne gut verfaßte Aufhänger umso weniger um Musik geht.

    • Vor 5 Monaten

      Ist dir eigentlich schon einmal in den Sinn gekommen, dass die diverse Arten wie du hier konsequent neue Entwicklungen, Geschmäcker und Sichtweisen, musikalisch oder anderweitig, schlecht redest oder als leer empfindest vielleicht gar nicht so viel mit der Außenwelt zu tun haben, sondern vielmehr mit einem Phänomen, dass man umgangsprachlich auch als "alt werden" bezeichnet?

    • Vor 5 Monaten

      Nö. Ich glaube nicht, daß mein Älterwerden etwas damit zu tun hat, daß es kaum noch Reaktionen zu den besprochenen Platten gibt. Und wenn, dann sind die Kommentare eher lustiger Quatsch und Diskussionen über etwas anderes. Wie hier z.B.!

      Und ich glaube, Du verstehst mich völlig falsch. Das, wogegen ich etwas schreibe, wenn ich es denn ernst meine, empfinde ich in aller Regel als altmodisch und konservativ. Viele kulturelle oder ideologische Bewegungen haben vielleicht den Anschein von Fortschritt, Relevanz oder Modernität. Gar nicht so selten erkenne ich in ihnen allerdings Regression oder Wiederholung, und das ist im besten Fall einfach langweilig.

    • Vor 5 Monaten

      Wobei, gut. Mit den Jahren wird es vielleicht auch wahrscheinlicher, Themen wiederzuerkennen, mit denen man sich schon einmal auseinandergesetzt hat. Andererseits hat Philipp Amthor 5 Jährchen weniger auf dem Buckel als ich, und bestätigt mich bestens.

    • Vor 5 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 5 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 5 Monaten

      Wie gesagt, die Rezensionen werden ziemlich häufig kritisiert, längst nicht nur von mir. Und natürlich wäre das Amateurtexten nur einer der Faktoren für die minimale Resonanz.

      Amthor ist ja nur ein lustiges Beispiel für die Rückentwicklung, die ich beobachte. Und nein, Dein Punkt war, daß ich zu alt sei, um neue Bewegungen noch zu akzeptieren. Soweit ich das beurteilen kann, bin ich noch kein einziges Mal nostalgisch gewesen. Vielleicht war ich also schon immer zu modern?

      Findest Du Dich eigentlich nicht ein wenig kleinlich? Muß Dir ja nicht aufgefallen sein, aber ich bin bis heute bei fast allem einig mit Dir und unterstütze das dann auch. Aber, Herrjemineh, bei einem blöden Thema gabs von mir Widerworte und seitdem ist alles doof, was ich schreibe? Für so eine Kinderkacke wäre ich jedenfalls definitiv zu alt.

    • Vor 5 Monaten

      Naja, ich finde das halt recht eindimensional. Toni Hering, falls man den noch als neu bezeichnen möchte, schreibt sehr gute Rezensionen, Kay Schier ist teilweise auch sackstark und dieseryannik bewegt sich irgendwo in anwaltschen-Sphären, wo sich heftiger Cringe und extrem präzise Arsch-auf-Eimer Rezensionen munter abwechseln und hat auch sonst viele intelligente Artikel/Wortneldungen parat. Gibt da sicherlich auch noch ein paar mehr von den Neueren, von denen ich jetzt vielleicht auf Anhieb nicht so das präzise Bild habe. Und die alte Garde ist ja, wenn auch oft in verminderter Funktion, auch noch fast vollständig dabei.

      "Amthor ist ja nur ein lustiges Beispiel für die Rückentwicklung, die ich beobachte. "

      Joa, und das ist halt affig. Natürlich wird der Sprecher der jungen Union zwangsläufig ein regressiver Hampelmann sein. Solche Leute gibt es immer und daraus jetzt allgemeine Schlüsse zu ziehen, ist halt recht albern.

      "Aber, Herrjemineh, bei einem blöden Thema gabs von mir Widerworte und seitdem ist alles doof, was ich schreibe."

      Gut, das ist jetzt deine Interpretation und das würde ich auch nicht als den Hauptaufhänger für den Faden hier ausmachen. Das wirkt nur manchmal, gerade in Bezug auf neuere (Pop)musik alles etwas krampfhaft auf mich. Wollte mich dazu aber eigentlich auch gar nicht weiter äußern und ruhen lassen, deswegen auch die Löschung.

    • Vor 5 Monaten

      Ich meine ja auch nicht, daß alle Neuen schlechte Autoren sind. Aber seit die alte Garde nur noch sporadisch oder gar nicht mehr rezensiert, gibt es viel mehr nichtssagende Floskeln und leichtes Umformulieren von Pressetexten.

      Na gut, dann verstehe den Vergleich mit Amthor eben nicht. Allerdings wäre es doch albern anzunehmen, was unter 40jährige sich ausdenken, muß neu, fortschrittlich, modern sein. Es gibt natürlich kapitalistische und die Armut betreffende Gründe, warum große Teile der Kultur regridieren. Es ist ja auch ein Generationenphänomen. Die Kinder der 68er wurden konservativ, während die folgende Generation wieder rebellierte. Heute ist eben wieder Nostalgie und die Suche nach alten Werten mit neuem Anstrich gefragt.

      Und siehste: Mich als gestrig zu sehen, ist Deine Interpretation, und mit det kann ich vermutlich ähnlich wenig anfangen wie Du mit meiner.

      Ich habe Deine Antwort übrigens gesehen und geantwortet, und hinterher gesehen, daß Du sie drei Stunden früher gelöscht hattest. Funktioniert das Löschen etwa nicht richtig? Wird langsam mal Zeit, daß laut.de Disqus oder eine ähnlich nervige Plattform für Kommentare verwendet, die nicht ganz so anfällig und dafür zeitgemäß ist.