laut.de-Kritik

Max Cavalera hat einfach den richtigen Drive.

Review von

Soulflys drittes Album knüpft nahtlos an die Vorgänger an. Gleicht es im abgeklärten Song-Writing "Primitive", erinnert es in seinem auf metallische Wutausbrüche fokusierten Charakter durchaus ans Debut oder späte Sepultura-Platten - back to the roots in so mancher Hinsicht. Obs am neuen alten Drummer Roy Mayorga liegt, sei dahin gestellt. Häuptling Max Cavalera betont jedenfalls die wieder gefundene bandinterne Chemie. Seine brachialen Grooves, wütenden Metalriffs, brasilianischen Tribalsounds und unverwechselbaren Vocals kommen wie immer auf einem Niveau daher, an dem, technisch gesehen, jede Kritik abprallt.

Den standesgemäßen Doublebass-Einstieg bietet der Opener "Downstroy". Die Single "Enterfaith" ist dagegen ein schwächeres Stück: Cavaleras Potential geht hier in einem zigfach gehörten Refrain-Arrangement unter. Das er es besser kann, beweist "One Nation": höllisch schnelle Parts im Wechsel mit eingängig-coolen Refrain-Vocals - eines der besten Stücke. Auch "One" mit Ill Nino-Sänger Christian Machado, diesmal der einzig prominente Studiogast, wummert so mächtig, wie "Brasil", ein rhythmisches Monster im Stile "Ratamahattas", rockt.

Soulfly-Hasser könnten bei dem ein oder anderen Stück weniger Ausschlag bekommen als sonst. So halten sich "L.O.T.M.", das aggressive "Call To Arms" oder auch "Enterfaith" mit experimentellem Störfeuer vergleichsweise zurück. Dem Soulfly-Tribe beitreten, werden sie dennoch nicht. Denn Cavalera liebt andere Einflüsse. Genau das macht seine Band musikalisch auch interessant. So durchbricht eine fast breakbeatige Programmierung die rüden Metal-Riffs von "Tree Of Pain", dazu feine weibliche Vocals - progressiver Metal im wahrsten Sinne des Wortes. Eine einlullende Tribal-Ballade gibts mit "Four Elements". In "Seek 'n' Strike" fließt Cavaleras Achtung vor den fernöstlichen Religionen mit ein.

Ansonsten beschränken sich die Sampleeinlagen meist auf Beginn und Ende der Songs. Die nicht zuletzt aus Cavaleras Religiösität gespeiste Tiefe des Sounds erschließt sich aber erst nach mehrfachem Anhören. Unabhängig davon hat Cavalera einfach den richtigen Drive - gleichgültig woran er sich versucht.

Trackliste

  1. 1. Downstroy
  2. 2. Seek 'n' Strike
  3. 3. Enterfaith
  4. 4. One
  5. 5. L.O.T.M.
  6. 6. Brasil
  7. 7. Tree Of Pain
  8. 8. One Nation
  9. 9. 9-11-01
  10. 10. Call To Arms
  11. 11. Four Elements
  12. 12. Soulfly III
  13. 13. Sangue De Bairro
  14. 14. Zumbi

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