Porträt

laut.de-Biographie

Sorry3000

Normalerweise wehren sich Künstler*innen nach Kräften dagegen, sich kategorisieren zu lassen. Nicht so Sorry3000. "Man kann uns gut in verschiedene Schubladen stecken", erklärt das Quartett aus Halle an der Saale. Bloß sehen ihre Schubladen halt etwas anders aus als die in der Durchschnittskommode.

"Musik für Loser" fabrizieren die vier, eigener Einschätzung zufolge, als Themenfelder geben sie an: "Liebe, Losen, LSA." Tatsächlich drehen sich ihre spleenigen Liedchen - Sorry3000 nennen das "Real-Pop" - durchaus auch einmal um das Suchtpotenzial von Nasenspray.

2016 finden vier Menschen zusammen, die sich hinter den Namen Stefanie Heartmann, Frank Leiden, Bianca Stress und Joni Spumante verschanzen. Genaues über berufliche und sonstige Tätigkeiten und Vorlieben weiß man nicht: Die Sachsen-Anhaltiner legen größten Wert darauf, ihr privates von ihrem Bühnen-Leben getrennt zu halten.

Die musikalischen Vorbilder gestehen sie allerdings offen ein. Verstecken wäre auch sinnlos, das Faible für so unterschiedliche Granaten wie David Bowie und Heinz Strunk, die Sterne und Tocotronic, Mina und Marlene Dietrich springt aus jeder Zeile ihres Schaffens. Das wiederum bringt die Formulierung "befindlichkeitsbasierter Kartoffelpop" ganz gut auf den Punkt.

Sorry3000 setzen, unabhängig von der jeweils herrschenden Mode, auf Gitarren und Synthies, Gesang und Geschrei, wickeln all das in eine Lage Selbstmitleid und überhäufen das Paket mit Bergen von Konfetti. Beim Hamburger Lieblingslabel Audiolith goutieren sie das, stellen sich dem schrägen Wahnsinn und nehmen Sorry3000 unter Vertrag.

Von "trendblinder Musik" schreibt das Underdog-Fanzine 2020 angesichts der kruden Visitenkarte "Nasenspray" und attestiert Sorry3000 "die wohl konsequenteste Abgrenzung zum Mainstream". Ohje, was ist denn das? Für eine Combo, die sicht- und hörbar ein ganz eigenes Ding durchzieht: wahrhaftig ein Ritterschlag.

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