laut.de-Kritik

Die Extrem-Härtner treten den Arsch aus der Hose.

Review von

Wenn diese Scheibe noch ein Kokon sein soll, dann würde einem das Endergebnis wohl endgültig den Arsch aus der Hose treten! Meine Fresse, das Debüt "Flight Of A Moth" war ja schon extrem und brachial, aber mit "Cocoon" setzen die Franzosen definitiv noch einen drauf.

Allerdings weniger ins Sachen Brachialität (da ist nicht mehr viel zu steigern), sondern eher in Sachen Struktur und der ein oder anderen verrückten Idee. Die Nähe zu Strapping Young Lad war ja bereits auf dem Vorgänger zu hören. Und die neue Scheibe setzt mit dem Opener und Titeltrack gleich noch einen drauf. Die vollkommen durch den Wind geschossenen "Lalala"-Chöre kennt man in der Art von Heavy Devi und seiner ehemaligen Crew.

Auch in Sachen Grooves und punktgenau stakkatohaftem Drumming schielen sowohl Gene Hoglan, als auch Jed Simon ums Eck. Allein an den genial abgedrehten Schreigesang von Devin Townsend kommt Fronter Fredd nicht heran. Hier regiert nach wie vor die Grunzmacht, die nur gelegentlich von den Screams und Shouts von Drummer Sebb aufgelockert wird.

Letzterer macht seinen Jungs auf der Scheibe auch sonst ordentlich Dampf unterm Wellblech. Was das Tempo angeht, hält man sich im Wesentlichen im oberen Drehzahlbereich auf, und erst "Discordant Symphony" drosselt zu Beginn auf Midtempo herunter, um dann aber schnell wieder die Schallmauer zu durchbrechen.

So bleiben die schleppenden Parts "Signs" vorbehalten, das sich weitgehend auf Death Metal macht. Aus dem Rahmen fällt lediglich das instrumentale "The Fall", bei dem die Franzosen fast schon Assoziationen mit Pain Of Salvation wecken.

Damit haben sich die ruhigen Momente schon wieder erledigt und "Insomnia" bricht mit symphonischem Death- und Black-Metal über den Hörer herein. Gleichzeitig sind aber ähnlich verrückte Einfälle zu hören, wie sie sonst eher dem schrägen Hirn eines Devin Townsend entspringen.

Extrem-Härtner sind hier jedenfalls richtig, und wenn Mr. Townsend Strapping Young Lad tatsächlich für immer zu Grabe getragen hat, dann haben Sideblast gut Chancen, diese Lücke zu großen Teilen auszufüllen.

Trackliste

  1. 1. Cocoon
  2. 2. Barbarians
  3. 3. The Shape
  4. 4. Discordant Symphony
  5. 5. Demigod
  6. 6. Signs
  7. 7. Dirge
  8. 8. The Fall
  9. 9. Insomnia
  10. 10. Ashes
  11. 11. My Perverse Disguise

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