laut.de-Kritik

Dank Hüftschwung-Inferno eine Residency im CD-Player.

Review von

Im letzten Herbst stöhnten Supersystem-Fans weltweit auf. Gerade hatte die Band ihr zweites Album "A Million Microphones" veröffentlicht, da kam die Nachricht vom Split der Indietronic-Hoffnung. Dass man einer Hiobsbotschaft auch positive Dinge abgewinnen kann, zeigt sich in Form des vorliegenden Longplayers.

Nach der Auflösung von Supersystem hatte Pete Cafarella endlich Zeit, sich mit seinem partner in crime Nate Smith um Shy Child zu kümmern. Zusammen musizieren sie bereits seit 2000, mit "Noise Won't Stop" zimmern sie uns jetzt ein Album um die Ohren, dass noch länger in den Gehörgängen nachhallen dürfte.

Der Opener "Drop The Phone", gleichzeitig die erste Single, nimmt sich nur in den ersten Sekunden zurück, anschließend walzt Shy Childs elektroider Synthie-Sound aus den Boxen. Spätestens bei der Hookline hält es niemanden mehr. Zwanghaftes Tanzen ist angesagt. Cowbell und Saxophon treiben über pumpende Rhythmen, und man ahnt, die nächsten 40 Minuten ist man von diesem brodelnden Höllensound namens "Noise Won't Stop" gefangen.

"Pressure To Come" überrascht mit einem absoluten Standard-Dancehall-Riddim, Cafarella und Smith fetten ihn maximal auf und schon mutiert die gesamte Nummer zu einem Hüftschwung-Inferno, der kein Entkommen zulässt. Apropos fett: "Noise Won't Stop" ist ein richtig fett produziertes Album, das schnallt der Hörer spätestens bei "Kick Drum", bei dem das Duo von Rapper Spank Rock unterstützt wird.

Und dann hält mit "The Volume" sogar so etwas wie ein episches Element Einzug. Ab diesem Moment gewährt man Shy Child eine Residency im eigenen Player. Was können zwei Jungs aus Drums und Keytar eigentlich herauskitzeln? "Generation Y" pumpt dann wieder ordentlich Blut in die Tanzbeine, zusätzlich sorgt Soulsängerin Stephanie McKay für erhöhten Pulsschlag.

Nachdem sich "Astronaut" eher brutal den Weg in die Gehörgänge gebahnt und "Good And Evil" sich als dezenter Hänger entpuppt hat, gibt der Titeltrack nochmal voll auf die Nuss. Besser hätte man diesen Titel wohl kaum vertonen können. "Summer" und "What's It Feel Like?", bei dem auch noch einmal McKay ihre liebliche Stimme erhebt, bieten einen abwechslungsreichen Ausstieg aus dem Album. In letztgenanntem Track hört man sogar ein Gedicht des italienischen Dichters Pippo Cafarella.

"Noise Won't Stop" wird abgeschlossen vom housigen "Cause And Effect", in dem Pete das Verhältnis zum Publikum zu erklären scheint: "We give you cause, you give us effect." So einfach ist das mit Shy Child: Sie geben uns ihre Musik, wir tanzen dazu.

Trackliste

  1. 1. Drop The Phone
  2. 2. Pressure To Come
  3. 3. Kick Drum
  4. 4. The Volume
  5. 5. Generation Y (We Got It)
  6. 6. Astronaut
  7. 7. Good And Evil
  8. 8. Noise Won't Stop
  9. 9. Summer
  10. 10. What's It Feel Like?
  11. 11. Cause And Effect

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