laut.de-Kritik

Das clubbige Nachtleben Berlins im CD-Format.

Review von

In Sachen elektronischer Musik steht Berlin in Deutschland einsam an der Spitze. Die Stadt der Loveparade gilt als Mekka für DJs, Produzenten, Software-Entwickler und Labelbetreiber aus aller Welt. Hier werden neue Trends geboren und die Sternchen der Zukunft ausgerufen. Das französische Trio Sex In Dallas bedachten szenekundigen Auguren mit viel Vorschusslorbeeren, kaum dass die erste Maxi die Tanzflächen in die Zange nahm. Jetzt blasen Sex In Dallas mit "Around The War" zum Angriff über Albumlänge.

Klar, dass sich Sex In Dallas davor erst einmal in Stellung bringen mussten, und so ging es nach der Bandgründung im vergangenen Jahr ab nach Berlin, wo durchfeierte Partynächte, chillige Sonnenaufgänge und großstädtische Entfremdung das Trio erwarteten. Voll Enthusiasmus saugten Adrienne Walter, Jean Marc Soulat und Mohini Gesiweiller das Leben und die Vibes der Großstadt in sich auf und ließen sich zu zehn Tracks inspirieren, die die Facetten großstädtischer Ausgehkultur widerspiegeln.

Getrieben vom wilden four-to-the-floor-Gebell der "Crazy Dogs" suchen Sex In Dallas erst einmal hinter den sicheren Mauern eines Clubs Zuflucht. Knackig setzen sie dort mit ihrem ersten Release "Everybody Deserves To Be Fucked" zum Sprung auf die Tanzfläche an. Schnell werden hier die Zutaten des Lebens klar, die es Sex In Dallas in den Berliner Clubs am meisten angetan haben: Lasziv verstörte Lyrics, angereichert mit Detroit Kühlschrank-Feeling und einer guten Portion punkiger Respektlosigkeit.

Wieder auf der Straße, dämmert der Morgen schon. Die Straßen sind noch leer, der Rausch der Nacht noch längst nicht abgeklungen. Wie im Traum ziehen Bruchstücke schummriger Häuserfassaden an Sex In Dallas vorüber ("5 O Clock"). Minimal, ja beinahe zart ist das musikalische Netz, das Sex In Dallas mit "Lost In La Playa" knüpfen. Am anderen Mittag sind die grauen Augenringe eine Sache der Vergangenheit, und die verschwommenen Erinnerungen an die Nacht zuvor lassen nur einen Schluss zu: "Berlin Rocks".

Trackliste

  1. 1. Crazy Dogs
  2. 2. Berlin Rocks
  3. 3. 5 O Clock
  4. 4. Around The War
  5. 5. Lost In La Playa
  6. 6. Everybody Deserves To Be Fucked
  7. 7. Song Of The Beach
  8. 8. Giorgio
  9. 9. Golden Chains
  10. 10. Clerk Work

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