laut.de-Kritik

Kaum Neues aus Südafrika.

Review von

Seether hatten auf europäischem Boden schon immer einen etwas schwereren Stand. In ihrem südafrikanischen Geburtsland und der Wahlheimat Amerika war der Hype aber ein wenig übertrieben. Das Label 'die Band von Amy Lees Ex' ist dennoch ein bisschen zu wenig.

Ok, in Sachen Eigenständigkeit gewinnt das Trio in diesem Jahrtausend bestimmt keinen Blumentopf mehr. Die Einflüsse der Band sind beinahe jedem Song anzuhören. Aber dieses Problem besteht wohl nicht nur im Alternative-Bereich. Wie dem auch sei, der stellenweise sehr heftige und Nu Metal-lastige Opener "Like Suicide" hat seine Wurzeln genauso bei Sevendust wie auch das textlich sehr plakativ geratene "FMLYHM". Vielleicht nicht unbedingt von Shauns Stimmfarbe her, aber musikalisch doch unzweifelhaften Einfluss hatten Green Day auf die Single "Fake It".

Doch auch in Kanada gibt es eine Band, die Seether beim Songwriting inspirierten. Die Rede ist natürlich von Nickelback, die für Tracks wie "Breakdown" und "Six Gun Quota" Pate gestanden haben. Eine Combo wie Staind lässt sich aus der Halbballade "Don't Believe" auch recht einfach heraus hören. Melancholischer geht es bei dem an Alice In Chains erinnernden "Fallen" oder "Eyes Of The Devil" zu, dass dennoch eine recht treibende Rhythmik besitzt und mit Shauns sehr rauen Vocals überzeugt. Als relativ überraschenden Einfluss muss man wohl Placebo werten, die in "Rise Above This" hin und wieder durchschimmern.

Eigenständiger ist da "No Jesus Christ", das mit einem Bassloop, ein wenig Elektronik-Geblubber und Shauns Stimme beginnt und in seinen sieben Minuten eine ganz interessante Dynamik entwickelt. Auch zur relaxten Gitarrenballade "Walk Away From The Sun" fällt zumindest nicht schon bei den ersten Durchgängen ein konkreter Vergleich ein und wer bei "Waste" an VAST denkt, bekommt einen Bonuspunkt für ausgeprägtes, musikalisches Allgemeinwissen. Im Grunde genommen, gibt es auf "Finding Beauty In Negative Spaces" also nicht Neues oder Außergewöhnliches zu hören.

Wen das allerdings genauso wenig kratzt wie mich, der bekommt von Seether eine abwechslungsreiche Alternative-Scheibe vorgesetzt, die sich zu jeder Tages- und Nachtzeit gut macht.

Trackliste

  1. 1. Like Suicide
  2. 2. Fake It
  3. 3. Breakdown
  4. 4. FMLYHM
  5. 5. Fallen
  6. 6. Rise Above This
  7. 7. No Jesus Christ
  8. 8. 6 Gun Quota
  9. 9. Walk Away From The Sun
  10. 10. Eyes Of The Devil
  11. 11. Don't Believe
  12. 12. Waste

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