laut.de-Kritik

Hier droht gute Laune. Darf Emo das?

Review von

Saves The Day. Rettet den Tag. Selten, dass eine Band schon in ihrem Namen solch großspurige Versprechungen macht. Ob sie ihr Versprechen halten können? "Sound The Alarm" heißt der neueste Output. Make my day, boys. Die Emporkömmlinge der Emocore-Szene aus New Jersey beginnen flott und viel versprechend. "Head For The Hills" deutet die Spielfreude des Fünfers zwar nur an, aber in puncto Melodiösität und Eingängigkeit langen sie sofort richtig hin.

Schon bei "The End" tropft ihnen die Spielfreude aus allen Poren, hier stimmt alles: Melodie, Geschwindigkeit, Breaks und Arrangement. Man hört der Platte deutlich an, dass die Band harmoniert. "Sound The Alarm" klingt - nicht nur hier - wie aus einem Guss. Und obwohl Saves The Day in fast klischeehaften Emo-Lyrics von ihrer Teenage-Angst singen, kommt das Ganze sehr positiv und erfreulich unterhaltsam herüber.

So gelingt dem Quartett zumindest für eine gute halbe Stunde, das Klischee vom weinerlichen Emo-Kid, dass sich von der Welt nicht verstanden fühlt, unter die Erde zu bringen. "Sound The Alarm" ist ein regelrechtes Sommeralbum. In den Neunzigern hätte man wahrscheinlich College-Rock dazu gesagt. Und so findet sich der Hörer spätestens bei "Dying Day" im Bewegungsdrang gefangen. Gute Laune droht sich breit zu machen. Darf Emo das?

Umso erstaunlicher, wenn man liest, dass Sänger Chris Conley nach eigener Aussage während der Aufnahmen extrem frustriert und wütend war. Positive Energie ist das ja nicht gerade. Aber schöne kleine Songhappen sind daraus geworden. Doch auch, wenn er wie in "Say You'll Never Leave" davon singt, dass er sich Nägel in die Augen treiben will, tränen dem Hörer nicht dieselbigen, sondern treiben Saves The Day zu körperlichen Höchstleistungen an. Der krachigste Song des Albums lässt den Punk ordentlich abgehen.

Auch gegen Ende lösen Nummern wie "Diseased" und "Delusional" Tanzalarm in der Alternative-Disko aus. "Don't Know Why" und der Titeltrack nehmen ein bisschen die Geschwindigkeit heraus, doch auch wenn es heavier wird, wissen Saves The Day zu überzeugen. Und wenn sie am Ende verkünden, "Hell Is Here", so mag man das gar nicht so richtig glauben. Denn "Sound The Alarm" ist höchstens höllisch gut. Meinen Tag haben sie gerettet.

Trackliste

  1. 1. Head For The Hills
  2. 2. The End
  3. 3. Shattered
  4. 4. Eulogy
  5. 5. Dying Day
  6. 6. 34
  7. 7. Say You'll Never Leave
  8. 8. Diseased
  9. 9. Don't Know Why
  10. 10. Sound The Alarm
  11. 11. Bones
  12. 12. Delusional
  13. 13. Hell Is Here

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12 Kommentare

  • Vor 15 Jahren

    Naja, mittlerweile habe ich auch keine echte Lust mehr auf 08/15-Metalcore, insofern... ;) und wenn es bessere Alternativen gibt, dann brauch ich Saves The Day ja nicht. Solche Musik muss bis zu einem gewissen Grad catchy sein und das sind eben Saves The Day nicht allzu stark. In meinen Ohren!

  • Vor 15 Jahren

    Seit wann gibt es die denn jetzt schon wieder?%) Die waren jedenfalls, genau wie die Get Up Kids, eine Band, die ich zu jeder Zeit super fand, auch wenn ich nach "Stay What You Are" zugegeben eigentlich nichts mehr gehoert habe, glaube ich. Damals, "Through Being Cool", "Banned from the Back Porch".o_O Ich liebe alle ihre Texte.

  • Vor 15 Jahren

    @serpentine (« Naja, mittlerweile habe ich auch keine echte Lust mehr auf 08/15-Metalcore, insofern... und wenn es bessere Alternativen gibt, dann brauch ich Saves The Day ja nicht. Solche Musik muss bis zu einem gewissen Grad catchy sein und das sind eben Saves The Day nicht allzu stark. In meinen Ohren! »):

    für mich ist es super-duper-catchy!!!

    @Baudelaire:
    die ham sich auf ihre alten zeiten zurückbesonnen, hörs dir mal an.