laut.de-Kritik

Süß und doch irgendwie fies: Die Sängerin der Creepshow.

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Das Durchstöbern der CD-Berge, die wöchentlich in die Redaktion einfallen, führt gelegentlich zu interessanten Entdeckungen. So blickt eine Blondine mit tätowierter Schulter finster in die Kamera, umgeben von drei noch finstereren Jungs. The Creepshow, aha.

Wenige CDs später blickt eine Blondine mit tätowierter Schulter nett neben die Kamera und hält dabei eine Akustikgitarre in der Hand. Moment mal. Tatsächlich: Es handelt sich um dieselbe Person. Die manchmal mysteriöse Welt der Plattenfirmen hat es so gewollt, dass beide Alben im Abstand von einer Woche erscheinen.

Während "Run For Your Life" von der Creepshow einen eher belanglosen Verschnitt aus Psychobilly und Zombietexten bietet, ist "Way Back Home" aus einem ganz anderen Stoff geschneidert. Bevor Sarah Blackwood ihre schwangere Schwester Jen im Bandgefüge ersetzte, war sie nämlich als Singer/Songwriterin aktiv. Nun legt sie ihr Solodebüt vor.

Gut, Gitarre, Stimme und persönlich gehaltene Texte sind nicht gerade revolutionär, aber es kommt ja auf die Kombination an. Und die fällt bei Blackwood schmeichelhaft aus. Ungeschminkt erzählt sie von ihren Drogenproblemen ("Trainwreck"), Tod ("Mama"), Verzweiflung ("Lonely Parade"), aber vor allem von Liebe, die meist nicht in Erfüllung geht. "This song is for my second true love. The one that broke my heart", erklärt die Musikerin den Hintergrund von "Sweet Thing".

Die Melodien sind lieblich, ohne schnulzig auszufallen. Blackwoods hohe, kräftige Stimme setzt sich schnell im Ohr fest, wie auch ihre eher rockig angeschlagene Akustikgitarre. Gelegentlich spielt sie auch Mundharmonika und spannt ihre Familie ein. Daddy Mike steuerte die Harmonika bei, Bruder Ian spielte Schlagzeug und Gitarre, Schwester Jen kümmerte sich ums Artwork.

"Way Back Home" ist ein Album mit deprimierenden Texten, das dennoch auf eine Weise tröstlich ausfällt. Ein Kontrast, den der blonde Pferdezopf mit Pony und die tätowierten Arme wiederspiegeln. Süß, aber doch irgendwie fies – Sarah Blackwood stellt ein Debüt vor, das ihrer Seele entsprungen ist.

Trackliste

  1. 1. Lonely Parade
  2. 2. Dyin' Day
  3. 3. My Mistake Baby Boy
  4. 4. Dealing Aces
  5. 5. Trainwreck
  6. 6. Simple Like This
  7. 7. Monday Morning
  8. 8. Bad Job Jesus
  9. 9. Sweet Thing
  10. 10. Mama (open Your Eyes)
  11. 11. Way Back Home
  12. 12. I'm Sorry

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1 Kommentar

  • Vor 10 Jahren

    Irgendwie kam mir der Name bekannt vor und nach ein wenig Hirnakrobatik ist mir dann eingefallen dass die Sängerin von Dubstar auch so heisst. Ist das zufällig die Sarah Blackwood?

    Selbst google konnte mir das auf die schnelle nicht bestätigen oder widerlegen.

    Gruß Falko
    ^^^^^^