laut.de-Kritik

Vom vollen Dancefloor ins Allerwelts-Pop-Nirgendwo.

Review von

Als Rita Ora im Sommer 2012 mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum an die britische Charts-Spitze schießt, sagen viele Branchenexperten der britischen Sängerin mit kosovarischen Wurzeln eine goldene Zukunft voraus. Die Fahrt auf der Pop-Überholspur endet allerdings jäh. Der Grund: unüberwindbare Differenzen mit der Plattenfirma.

Bis zur Veröffentlichung von "Phoenix" zogen nun satte sechs Jahre ins Land, in denen sich die Sängerin die Wartezeit mit Castingshow-Auftritten und Hollywood-Ausflügen ("Fifty Shades Of Grey") vertrieb. Jetzt liegt Album Nummer zwei aber endlich auf dem Tisch und verrät schon in den ersten Minuten: Rita Ora hat nicht allzu viel verlernt.

Befeuert von so ziemlich allem, das die Effekt-Maschinerie im Jahr 2018 so hergibt, legt die Britin los wie die Feuerwehr. "Anywhere" und überall tanzt und trällert sie sich die Liebe und das Leben schön. "Let You Love Me" zeigt gar hymnenhafte Ansätze.

"New Look" und das gemeinsam mit Avicii arrangierte "Lonely Together" sorgen für regen Betrieb auf dem Dancefloor. Mit dem karibisch angehauchten "Your Song" hat Rita Ora gar einen Sommerhit-Nachzügler mit an Bord.

Die erste Halbzeit macht vieles richtig. Nach dem Pausentee wendet sich jedoch das Blatt. Mehr und mehr gewinnt die nach allen Seiten ausschlagende Produktion die Oberhand. Der Hauptprotagonistin hingegen gehen die Ideen aus.

Die zu Beginn noch bezirzenden Harmonien sind nun Mangelware. Das zwischen Schlafzimmer und Tanzfläche pendelnde "Only Want You" dümpelt ebenso dröge vor sich hin wie der anschließende Filler "First Time High".

Gemeinsam mit One Direction-Beau Liam Payne ("For You") und den Jungs von Rudimental ("Summer Love") schnuppert Rita Ora noch einmal Höhenluft. Ein kurzes Zucken unter dem LGBTQ-Banner ("Girls") später ist der Ofen aber endgültig aus.

Spätestens im letzten Albumdrittel tritt Oras größtes Problem zutage. Dem Pop-Sternchen aus der Themse-Metropole fehlt es an stimmlichen Trademarks. Es geht weder bahnbrechend hoch noch richtig tief. Sie zeigt auch keine Ecken und Kanten. Sobald der Background-Motor ins Stottern kommt und die Suche nach langlebigen Melodien nicht mehr so richtig ergiebig endet, verabschiedet sich das aufgebauschte große Ganze ins Allerwelts-Pop-Nirgendwo.

Trackliste

  1. 1. Anywhere
  2. 2. Let You Love Me
  3. 3. New Look
  4. 4. Lonely Together
  5. 5. Your Song
  6. 6. Only Want You
  7. 7. First Time High
  8. 8. For You
  9. 9. Summer Love
  10. 10. Girls
  11. 11. Keep Talking
  12. 12. Hell Of A Life

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