laut.de-Kritik

Da bekommt es sogar der Secret Service mit der Angst zu tun.

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Michael Mann, Regisseur des quasidokumentarischen Blockbusters "Miami Vice" gab kürzlich in einem Interview mit der L.A. Weekly seine Analyse zum delinquenten Treiben in der neuen It-Metropole Miami ab: "In einer postmodernen globalisierten Welt gibt es keine kriminelle Organisation mehr, die an einen geografischen Ort gebunden ist und nur eine Ware wie Kokain produziert. Nun ist man als Boss einer transnationalen Organisation ein Meister im Verschieben - von allen Dingen, die sich bewegen lassen." Damit liefert er den perfekten Einstieg für das Debütalbum eines Herren, der im laufenden Jahr genau diese angesprochene Metropole ins Licht der Rap-Öffentlichkeit rückte: Rick Ross.

Seine erste Single "Hustlin'" walzte im Remix mit seinem neuen Chef Jay-Z und Partner in Crime Young Jeezy über die amerikanische Szene und hievte die Erfolgsgeschichte "Drogendealer turned Rapper" auf eine neue Stufe. Schon vor ihm brachten es ein Jay-Z, 50 Cent oder The Game vom Dealer zum weltweit gefeierten Star. Doch Ross, genau wie Jeezy, spielt in einer anderen Liga - transnationale Organisationen eben. Wir sprechen hier von richtig schweren Jungs, die schon lange vor ihrem Erfolg im Musikzirkus im eigenen Bentley reisten. Und wer Koks verschieben kann, sollte auch ein paar silberne Platten von Punkt A zu Punkt B schaffen können.

So ist "Port Of Miami" vor allem eines: mächtig. Bereits "Push It" drescht mit Scarface-Sample deftigst in die Magengegend. Wie es Michael Mann eben sagt: "das Verschieben von allen Dingen". Rick Ross bringt es mit seinen genauso rauchig, wie schnöde gerappten Reimen auf den Punkt: "You gotta push it to the limit!"

Hier stampfen simpelste Down South-Bässe durch die Botanik, dass der Terminus Miami Bass eine neue Bedeutung bekommt. Die neue Produzentenriege aus Florida - Cool & Dre, DJ Khaled und Konsorten - knallt mit Synthiesalven um die Wette und Ross plaudert darauf schamlos aus dem kriminellen Nähkästchen. Und wenn er gerade nicht seine Freundschaft zu Pablo Escobar an die große Glocke hängt, geht es an die Zurschaustellung des materiellen Reichtums. Wie heißt es so schön auf dem bouncenden Cool & Dre-Banger "Blow"? "I got mo' cars, mo' clothes. Mo' money means mo' dope to blow."

Ross ist "Bad", er ist der "Boss", den nur eines interessiert: "Where My Money". Dabei liefert er Zeile für Zeile eine zwar simple, aber bei weitem keine langweilige Rapvorstellung ab. Wenn der gewichtige Hustler vor den Toren des Weißen Hauses steht und auf einem simplen Genickbrecher seinen Platz einfordert, bekommt es sogar der Secret Service mit der Angst zu tun. ("White House")

In Richtung handzahm geht es dementsprechend selten. Ausnahmen bieten lediglich das nachdenklich-aggressive "Cross That Line" mit Akon oder die käsigen R'n'B-Schmonzer mit Mario Winans, Lyfe Jennings oder Rodney. Zu guter Letzt setzt sich Rick Ross außerdem auf den Beichtstuhl und schickt einen "Prayer" in Richtung Himmel. Ganz selbstverständlich, dass bei Rick Ross auf ein ehrfürchtiges "Führe uns nicht in Versuchung" ein zufriedenes "Thank god for makin' me a millionair" folgt. Willkommen in Miami.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Push It
  3. 3. Blow
  4. 4. Hustlin'
  5. 5. Cross That Line
  6. 6. I'm Bad
  7. 7. Boss
  8. 8. For Da Low
  9. 9. Where My Money (I Need That)
  10. 10. Get Away
  11. 11. Hit U From The Back
  12. 12. White House
  13. 13. Pots And Pans
  14. 14. It's My Time
  15. 15. Street Life
  16. 16. Hustlin'
  17. 17. It Ain't A Problem
  18. 18. I'm A G
  19. 19. Prayer

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