laut.de-Kritik

Allerfeinster Punkrock mit Riot-Grrrl-Zitaten.

Review von

Manchmal sind es die kleinsten Bands, die den geilsten Lärm machen. Zum Beispiel Randy's Ripcord. Da gucken vom D.I.Y.-Cover zwei Mädels und ein verträumt blickender Seitenscheitel-Typ, der Hintergrund und der Albumtitel strahlen in Pink. Aha, Pink Pop also, oder was? Höhö, lachen sich Randy's Ripcord ins Fäustchen, Fooled Again, und legen los, als wären sie eine amerikanische Chart-Punkband. Aber auch nur die ersten acht Takte, danach ist der große Schreck vorbei und wir hören: allerfeinsten Punkrock mit gesanglichen und sonstigen Riot-Grrrl-Zitaten.

Der eröffnende Arschtritt namens "No Innovations" fährt so tief ins Ohr, dass es schwer fällt, die Platte nicht gleich nochmal neu zu starten. Das Widerstehen lohnt sich, denn Randy's Ripcord brennen ein schniekes Feuerwerk nieder. Die fiese Abrechnung "I Want You To Burn" rockt so ungestüm und rotzig los, dass man fast Respekt vor den wild durcheinander singenden Ines und Linda bekommt. Das ein oder andere Mal fühlt man sich an die rockigeren Nummern von Dover erinnert, im positiven Sinne.

Der Albumtitel "Love" führt ja schon ein wenig in die Irre, denn so richtig romantisch im klassischen Sinne, wird es auf "Love" nie so richtig, dennoch gibt es mit Songs wie "Something Real" durchaus das ein oder andere Stück, das man mal seinem Freund/seiner Freundin vorspielen kann. Rockbar sollten die dann allerdings sein, denn hier und auch fast überall anderswo ("City Of Anger", "Non-Politic") räumen Randy's Ripcord ordentlich auf, und schütten alle Gender-Gräben, die ja leider auch im Punk-Biz bestehen, restlos zu.

Den Höhepunkt der Platte bildet "Teenage Hell", ein Stück, das erst recht unscheinbar anfängt, spätestens im Refrain dann aber so unwiderstehlich reingeht wie belgische Pralinen. Nur muss mir mal einer erklären, ob es sich um das im Text beschriebene Ataris-Konzert um eines von The Ataris oder von Atari Teenage Riot handelt. Ein paar ganz kleine Hänger hat das Album. "You Do It Worse" zieht unnötigerweise die Handbremse ein wenig an, schreiend gefallen Ines' und Lindas Stimmen doch besser als singend.

Dass RR auch etwas langsamer gut funktionieren, zeigt sich gegen Ende bei "Down To Me". Allerdings sind die drei zum Rocken geboren, und ganz am Schluss, wie das Amen in der Bibel liefern sie noch die Genre-Definition für ihre Musik mit: Heartcore! Das hat Sinn. Das Debüt von Randy's Ripcord ist zwar nicht sehr lang, dafür aber knackig und äußerst frisch. Mehrere Songs tragen das Prädikat 'Ohrwurmgarantie' und lassen das Album in diesem CD-Player sicher noch einige Zeit rotieren.

Trackliste

  1. 1. No Innovations
  2. 2. I Want You To Burn
  3. 3. External Fame
  4. 4. Kids
  5. 5. Something Real
  6. 6. City Of Anger
  7. 7. You Do It Worse
  8. 8. Teenage Hell
  9. 9. Do You Like It There
  10. 10. Non-Politic
  11. 11. Down To Me
  12. 12. Dismissed And Dazed

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LAUT.DE-PORTRÄT Randy's Ripcord

Manchmal finden sich die besten Matches per Anzeige. So ist es wohl auch bei Randy's Ripcord passiert, denn Ines und Linda trafen angeblich aufeinander, …

4 Kommentare

  • Vor 17 Jahren

    Hm. Ich scheine CD-technisch gerade unheimlich großes Mitteilungsbedürfnis zu haben. Wie auch immer:

    Wer auf Distillers (Oder ähnlich leicht poppigen, hochqualitativen Punk) steht und über den Namen des Drummers hinwegsehen kann (Knut, hihi), der ist hier allerbestens bedient. Zwar heißt die CD "Love", und die Band scheint leicht rosa-affin zu sein, aber das macht nüscht.

    Ich hab schon wieder affin benutzt.

    Oh, nicht wieder Selbstanalyse, das ist böse.

    :rayed:

  • Vor 17 Jahren

    ganz mein reden. goile platte, die. meine meinung gibts auf dieser site nachzulesen. ich finde allerdings, sie klingen mehr wie dover als wie distillers. kann kaum warten, sie live zu sehen. und nein, das pink stört mich keineswegs. und knut ist ein geiler name, immerhin heißt so auch euroboy von trbngr mit bürgerlichem namen!

  • Vor 17 Jahren

    also, ich kann euch da nur beipflichten. sehr geile scheibe und gerade auch live echt klasse. hab sie am sonntag in der astra-stube in HH gesehen und das war fett! auf jeden fall anschauen!!!

  • Vor 16 Jahren

    Hab sie auch schon live gesehn (aufm hedgehog-festival)...
    gehn echt gut ab, un der schlagzeuger is geil, auch wenn er nen komischen namen hat ;-)
    Platte is auch super...