laut.de-Kritik

Hardcore oder kein Hardcore - das ist nicht die Frage.

Review von

Auch nach gefühlten 3.000 Jahren Musikredaktion erstaunt es mich immer wieder, wie sehr die Erwartungshaltung oder die aktuelle Verfassung die Bewertung von Musik beeinflusst. So war ich doch nach den ersten Durchläufen von "The Last Gasp Of Street Rock'n'Roll" kurz davor, die Scheibe mit drei Punkten abzuspeisen.

Das würde Ramallah und dem Album aber keinesfalls gerecht, denn Rob Lind und Co. haben auf der Scheibe einmal mehr geliefert. Zwar nicht das, was ich mir nach "Kill A Celebrity" gewünscht hätte, aber da wären wir wieder beim Thema Erwartungshaltung. Persönlich rangiert das neue Album ein Stück hinter dem 14 Jahre (!) alten Vorgänger und bekommt trotzdem vier Punkte. Wieso? Weil ich für "Kill A Celebrity" inzwischen ohne Zögern die Höchstnote ziehen würde.

"What ever happened to the Hardcore music we all know and love?" singt Rob im Opener und Titelsong und gibt die Antwort mit dem folgenden "I Don't Believe" gleich selbst: Sie ist genau hier! Und zwar extrem abwechslungsreich und eingängig - zum Teil fast schon poppig. Dass er sich hier dann auch textlich mal selbst zitiert, schadet ja nix. Wenn Rob in "Just Walk Away" noch nicht alles zu diesem Thema gesagt hat, ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, um daran anzuknüpfen.

Fette Power gibt es auf "The Last Gasp Of Street Rock'n'Roll" jede Menge. "Dead Girls And Dead Boys Anthem" legt ordentlich los. Der Chorus schwächt mit dem Breakdown aber etwas ab und an diese Nananana-Gesänge muss man sich gewöhnen, auch wenn es die bereits bei "The Horror And The Gag" gab. Diese Art Fill-Shouts kommen in Folge noch öfter zum Einsatz.

Es gibt bestimmt Leute, die Ramallah vorwerfen, dass das mit reinem Hardcore oftmals nur noch wenig zu tun hat. Die haben zwar recht, aber wen kratzt das? Sie machen einfach ihr Ding. Wenn "I See You Crawling" mit Ramones-Zitat nach vorne abgeht, kann "The Times We Had" auch fast wie ne Schnulze für einen amerikanischen Teenie-Streifen klingen.

Ins Ohr geht jede der leider nur acht Nummern. Auch wenn der Härtegrad zum Teil deutlich heruntergeschraubt wurde, ändert das nichts an der Qualität der Songs. Die Akustikversion von "Bye Bye ..." klingt zunächst überraschend, funktioniert aber auch überraschend gut und mit "The Last Gasp Of A Wasted Youth And Wasted Life" gibt es zum Ausklang nochmal schön was zum mitshouten.

Trackliste

  1. 1. The Last Gasp Of Street Rock'N'Roll
  2. 2. I Don't Believe
  3. 3. Dead Girls And Dead Boys Anthem
  4. 4. City Boy
  5. 5. I Seen You Crawling
  6. 6. The Times We Had
  7. 7. Bye Bye ...
  8. 8. The Last Gasp Of A Wasted Youth And Wasted Life

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