laut.de-Kritik

Komplexe Arrangements, so genial wie anstrengend.

Review von

Ist schon eine Weile her, dass mir Ram-Zet untergekommen sind. "Intra" ging mir vor vier Jahren irgendwie durch die Lappen. "Escape" war somit meine erste und bislang einzige Berührung mit der norwegischen Band. Die erwies sich auf ihre Art genauso genial wie anstrengend. Diesem Prinzip blieben Ram-Zet offenbar nach wie vor treu.

Dabei geht es mit "Infamia" noch recht eingängig los: relativ straighte Riffs mit diversen Keyboards, die irgendwo zwischen Dimmu Borgir und Cradle Of Filth liegen, und der heisere Gesang von Bandchef Zet.

Dennoch übernimmt Sängerin Sfinx einen Großteil der Stimmarbeit und erinnert dabei einmal mehr an eine Mischung aus Anneke van Giersbergen (Aqua De Annique/Ex-The Gathering) und Geike Arnaert (Hooverphonic).

Doch schon "I Am Dirt" schickt den Hörer auf den ersten Psychotrip und setzt verstärkt auf komplexe Arrangements und schiefe Töne. Mit fortlaufender Dauer des Albums zeigt sich die Band extravaganter, extrovertierter und extremer.

Sind die jazzigen Komponenten in "222" noch von der gemütlichen Sorte, fahren "Addict" oder "Beautiful Pain" durchaus stressige Momente auf, in denen Ram-Zet vielleicht ein wenig übers Ziel hinaus schießen.

Die Violine von Sareeta besitzt zwar ihre prägenden Augenblicke, doch könnte man dieses Instrument durchaus ausgiebiger einsetzen. Gerade in den drei zehnminütigen Epen fände sich genügend Raum und Möglichkeit dafür.

Allerdings drängt sich keiner der Instrumentalisten großartig in den Vordergrund, obwohl Zet immer wieder ein paar sehr interessante Läufe, Leads und Soli spielt.

Trotz aller Verspieltheit gehen Ram-Zet nicht ganz so wild und chaotisch zu Werke, wie beispielsweise die Labelkollegen von Stolen Babies oder Unexpect. Das macht "Neutralized" eine Spur angenehmer und eingängiger, deswegen aber nicht weniger progressiv.

Trackliste

  1. 1. Infamia
  2. 2. I Am Dirt
  3. 3. 222
  4. 4. Addict
  5. 5. God Don't Forgive
  6. 6. Beautiful Pain
  7. 7. To Ashes
  8. 8. Requiem

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