laut.de-Kritik

Elf Schlaglichter, die sämtliche Dekaden tangieren.

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Peavy Wagner zählt wie Kreators Mille Petrozza, Destructions Schmier oder U.D.O. Dirkschneider zu den metallischen Urgesteinen in Good Old Germany. Mittlerweile hat er neben seiner Stammkapelle Rage auch noch Refuge in klassischer Besetzung am Start. Nachlassverwaltung und 'Auf zu neuen Ufern' gehen beim passionierten Knochen-Archivar Hand in Hand. Ähnlich ist im letzten Jahr auch Robb Flynn mit Machine Head verfahren.

Das neueste Schlaglicht hört auf den Namen "Wings Of Rage" und stellt bereits das dritte Album der Besetzung um Gitarrero Marcos Rodriguez und Drummer Vassilios Mainatopoulos. Nach der Standortbestimmung auf "The Devil Strikes Again" und der Rückbesinnung auf klassische Tugenden auf "Seasons Of The Black", breitet die Band ihre Schwingen aus und vollführt einen Parabelflug durch sämtliche Dekaden. "Tomorrow" geht als thrashige Hausmannskost durch. Auch "Blame It On The Through" steht in bester Speed Metal-Tradition à la Helloween.

Die Powerballade "Shine A Light" hat Anleihen an den Lingua Mortis-Bombast. Einzig die proggige Smolski-Zeit findet nur bei vereinzelten virtuosen Einsprengseln ihren Abglanz. Den größten Hit der Gruppe gibt es als 2.0-Version auf die Ohren, wobei der Fist In The Air-Refrain von "Higher Than The Sky" mit einer Hintergrund-Untermalung von Helge Schneider funktioniert.

"For Those To Wish To Die" kombiniert "Powerslave"-Orientalik mit Headbanging Parts. Die humorvolle Horror-Hörspiel-Sequenz im Stile von Michael Jacksons "Thriller" am Beginn des Openers "True" harmoniert zudem prima mit dem Eisenheinrich auf dem Frontcover, der kokett dem Hörer die Zunge rausstreckt. Angesichts der bockstarken Vorstellung findet sich auf "Wings Of Rage" kein Fan veräppelt.

Trackliste

  1. 1. True
  2. 2. Let Them Rest in Peace
  3. 3. Chasing The Twilight Zon
  4. 4. Tomorrow
  5. 5. Wings Of Rage
  6. 6. A Nameless Grave
  7. 7. Don't Let Me Down
  8. 8. Shine A Light
  9. 9. HTTS 2.0
  10. 10. Blame It on The Truth
  11. 11. For Those Who Wish To Die

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4 Kommentare

  • Vor 5 Monaten

    Ich hab die Band seit (dem leider oft unterschätzten) "Ghost" nicht mehr wirklich verfolgt, da mir die Songs/Alben der Smolski-Ära zu glatt und etwas zu langweilig waren.

    "Wings of Rage" finde ich hingegen überraschenderweise wieder richtig gut. Einprägsame Gesangslinien, ziemlich coole Instrumentierung und gute Produktion.
    Mich ham' se wieder.

  • Vor 5 Monaten

    Die hatten ihren Höhepunkt in der Terrana Smolski-Phase. Jetzt nur noch müde und austauschbar.

  • Vor 5 Monaten

    Dieser heilige geschmiedete Stahl ist meinen Ohren ein Wohlgefallen. Mögen die Barden in jeder Schänke einkehren und aufspielen um die Krieger bei einem Humpen Met zu erfreuen und Mut zu spenden für die Schlachten die da noch kommen mögen um Ruhm und Ehr zu erringen! 4/5

  • Vor einem Monat

    Die ersten Rage Alben bis 1993 haben mir gefallen.
    Dann die sachen ab 1994 waren okay, aber nicht so meins.
    Habe sonst meist die Metallica sachen aus den 80ern gefeiert, so wie St.Anger, und diverse andere Gruppen wie Tool, Nine Inch Nails sowie Static X und Fear Factory.
    Also Industrial, Metal, Progressive war eher was für mich.
    Die ganze Orchester sache war okay, aber keins dieser neueren Alben kam für mich an zb Trapped oder Execution Guaranteed heran.
    Doch dann eines tages, kam das Album Soundchaser, es war eher mein Geschmack. Es errinerte mich an die Industrial Sachen die ich so mochte. Dann kamen noch 2 Alben wo mich nur manche lieder richtig überzeugten, und dann kam das für mich bis dato beste Rage Album, welches mich total an den Anime "Bleach" errinerte. Strings of a Web. Dieses Album ist für mich das beste Rage Album mit abstand gewesen.
    Das 21 Album war auch recht gut, und Positiver als die meisten nicht erwähnten Alben.
    Dann kam die neue Formation mit 3 Alben.
    2016 The Devil Strikes Again hat mich nicht so richtig überzeugt. Ein paar gute lieder, aber 21 und die anderen erwähnten Alben waren für mich besser.
    Seasons of the Black war Solider, gut anhörbar, aber es konnte auch nicht an die besagten Favoriten herankommen.
    Wings of Rage aber, ist echt ein Meisterwerk.
    Neben Trapped, Strings of a Web, definitiv mein Lieblings Rage Album.
    Ich habe mir auch echt zeit gelassen mit dem bewerten, so dass ich nicht voreingenommen bin.
    Würde ich jemandem die Band zeigen wollen, würde ich folgende Alben empfehlen.
    1. Wings of Rage (2020)
    2. Strings of a Web (2010)
    3. Trapped (1992)
    4. Soundchaser (2003)
    5. The Missing Link (1993)