"Ich war schon immer ein Typ, der eine gespaltene Persönlichkeit hat." Da liegt es natürlich nahe, sich zu verwandeln: Aus RAF Camora mach' RAF 3.0.

Wo die eigentlichen Ursprünge des Rappers und Produzenten liegen, ist gar nicht so leicht auf einen Punkt zu bringen. Daran haben sich schon Savas …

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  • Vor 4 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 4 Jahren durch den Autor entfernt.

    • Vor 4 Jahren

      Die richtige Rezension kommt bestimmt noch... Offenbar war das doch nur ein verspäteter und reichlich misslungener Aprilscherz. :D

    • Vor 4 Jahren

      Ach quatsch. Der Praktikant schien sich doch richtig gut mit der Materie befasst zu haben.

      Vielleicht bekommen wir ja stattdessen eine Johannesberg-Rezi. Es würd mich wirklich interessieren, was er von der Scheibe hält.

  • Vor 4 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 4 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 4 Jahren

    laut.de-Kritik
    Aufgepimmelte Hausfrauen-Mittelschichts-Poesie.
    Review von D. Peter Oswalt

    RAF Camora besitzt eine ordentliche BluRay-Sammlung. Keine von Keller-Nerd-Ausmaßen, aber er hat sicher mehr als der durchschnittliche McDonald's-Besucher. Er hat ja auch direkt, nachdem die BluRay auf den Markt kam, angefangen zu sammeln und seine alten Filme gegen das neue Format auszutauschen.

    RAF Camora ist klug. Klüger als sein Freundeskreis, den er sich selbst ausgesucht hat. Aus diesen beiden Gründen macht RAF Camora steigerbar schlimme Musik. Er ist weder unmusikalisch noch unklug noch kennt er sich nicht mit der Neuauflage von "Tron" aus.

    RAF Camora möchte gerne, dass seine Worte viel bedeuten, und er gibt sich sehr überzeugend-halbherzig Mühe, sie so klingen zu lassen, als sei da noch etwas. Als sauge eine bunte Runde kleiner, pathetisch aufgeladener Teenies diese Worte auf und haue sie bedeutungsschwanger in ihre Tagebücher, sprich: Facebook-Timelines und Tweets.

    Was sie bestimmt auch tun: Ganz ehrfürchtig suchen sie den Sinn in Sätzen wie "Sie wollen den König, aber Fallen ist tödlich". Das klingt doch viel zu schön, das MUSS doch etwas bedeuten! Und dann kommt das große graue Rauschen.

    RAF Camora klingt wirklich schön, alles ist perfektionistisch ausproduziert. Ein bisschen singen kann er auch, und er sieht echt gut aus. Falls das immer noch nicht reicht, hat er sich mit Farid Bang, Kontra K und dem neuen Strassenhype-187er Bonez MC auch noch wirklich, wirklich maskuline Unterstützung geholt.

    Beattechnisch klebt, schmiert und dramatisiert sich das alles, aufgelockert mit modernem Trapsound, auf ausgesprochen hohem Produktionslevel dahin. RAF hat gesammelt und mit Abaz, Morten, Rooq, Jam Beatz und X-plosive anscheinend Gleichgesinnte gefunden. Obwohl RAF eigentlich längst seine eigene Musikart erfunden haben müsste, so futuristisch und far away, wie er das alles rundherum eingekleidet hat. Und wie er sich sieht.

    Unterm Strich ist RAF Camora ein Jugendstil-Böhser Onkel. Viel aufgepimmelte Hausfrauen-Mittelschichts-Poesie von jemandem, der deutlich schlauer ist als seine Zielgruppe. Stephan Weidner ist ja auch nicht wirklich dumm. Aber eben auch nicht wirklich klug. Beide wissen aber, was die unter ihnen fressen wollen.

    "Dämonen hinter mir, ich glaub', ich brauch' sie, sie zeigen mir, wer ich bin." Natürlich ist das besser als "Träume nicht dein Leben ..." usw., aber auch nur eineinhalb Stufen. Das System ist das gleiche, im selben Spiel.

    Wer Drama und Pathos bei Rewe kaufen möchte, kann dies bei RAF Camora bedenkenlos tun, er wird nicht enttäuscht werden. Es wird funktionieren, tiefgründige Messages macht er für die Dauer eines Kegelabends konsumierbar. In der iTunes-Version dann sogar auf Doppelalbum/Abendlänge mit 32 Tracks. Entschuldigung: Songs. Denn RAF Camora ist mit Sicherheit überzeugt, er sei schon lange "bigger than hip hop".