Weniger zutreffend kam mir schon lange kein Albumtitel mehr vor: "Du Hast Mich Schon Verstanden". Dessen bin ich mir keineswegs sicher. Die aufgeregte, stellenweise hysterische Diskussion, die Prezident mit "Ich Geh Dir Liebend Gern Die Extrameile Auf Den Sack" losgetreten hat, stellte sich für den …

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  • Vor 3 Jahren

    Ich mag den kerle ja, aber die Scheibe is mir dann doch a wenig zu weinerlich....
    Muss ja n schlimmes leben für den dude/sein Hörer sein, so völlig allein unter Idioten die keinen Durchblick haben (aber yay, meta oder so, ne Aussage machen und jede erwartbare Reaktion mitzuvertonen um danach direkt den "ich habs euch ja gesagt" Finger zu zeigen und des dann als Fundament für n ganzen Album zu nehmen... Find ich jetzt auch n ziemlich langweiligen move)

  • Vor 3 Jahren

    Ich fand die Scheibe jetzt auch bisher nicht so stark. Sie wirkt wie ein großer Song ohne wirkliche hooks oder Highlights. Alles irgendwie gut aber alles auch irgendwie ähnlich und grau.

  • Vor 3 Jahren

    Prezident ist so'n bisschen dem PrinzPi-Syndrom Verfallen, der irgendwann jeden morgendlichen Haufen als geistige Großtat interpretierte, die jeder Kritiker einfach nicht versteht. Unter dem Deckmantel der Interpretierbarkeit und Meta-Meta-Ebene bleibt dann oft doch nur ein weiterer Rapper, der sich ganz unironisch für einen der unkritikabel besten hält und Provokationen und deren Folgen als Daseinsberechtigung nutzt sich an vage gehaltenen Gegnaz in allen Richtungen abzuarbeiten. Dazu eine Prise Politik mit dem Alleinstellungsmerkmal eines im Mainstream-Deutschrap unüblichen Duktus verbunden mit im Deutschrap nicht ganz unüblichen Skills. Aber ja, okay, alles ganz geistreich und mysteriös, nur dass diese hochstilisierte Chose sowohl seinerseits als auch der "Medien" (also ungefähr drei schon vorher komplett beschissene HipHop Seiten) eigentlich auch keinen Schwanz so richtig interessiert. Das ist alles so absurd, merkt dass jeder außer ihm?

    • Vor 2 Jahren

      Also Prezident und Pi sind, denke ich, denkgeleiteten denke ich, geistig auf ganz anderen Ebenen unterwegs. Hybris kann man ihm nicht absprechen, aber die ist halt auch nicht unbegründet. Pi hingegen ist Dunning-Kruger-Fallbeispiel.

  • Vor 3 Jahren

    "Wenn Prezident wirklich glaubt, dass der Einzelne nichts verändern kann, dann finde ich das ein bisschen traurig, mehr nicht. Es ändert nichts daran, dass mir der Versuch, es wenigstens zu probieren, wertvoller erscheint, als miesepetrig am Rand zu stehen und nichts zu tun als das Engagement der Engagierten schlechtzureden. Die wirklich Engagierten halten den Miesepeter aus, da mach' ich mir wenig Sorgen."
    Word. Das ist ungefähr das, was für mich auch hängen geblieben ist, neben dem sich nicht festlegen wollen. Definitiv kein Album, das man besitzen muss. Hätte auch nicht gedacht, dass ich das mal über Prezident schreiben werde.

  • Vor 3 Jahren

    Das Lexikon des internationalen Films schreibt hierzu:

    "Spannungsarmer Salbaderschwall ohne Höhepunkte"

  • Vor 2 Jahren

    Gute Rezi!
    Ich find das Album als Gesamtwerk deutlich besser als es mich die Vorabsingles befürchten ließen. Ist aber kein Album, das ich mir oft anhören werde.

    Inhaltlich kann man viele seiner Aussagen schon für große Grütze halten, tu ich auch, aber fand es trotzdem ganz amüsant zum hören. Man muss es sich glaub wirklich von vorne bis hinten anhören, weil man sonst gar nicht so richtig in diesen Film reinkommt. Wobei natürlich die Frage ist, ob man das überhaupt will.

    In der Pavlov Analogie ist Prezident der, der auch noch zum 20. Mal auf die Glocke schlägt, nur damit der Hund erneut zu sabbern beginnt. Welchem normalen Menschen macht das noch Spaß, mir mal nicht.

  • Vor 2 Jahren

    ich kvlte schamlos nach und streame mich durch die discographie. album wird geordert

  • Vor 2 Jahren

    Lisa Ludwig liefert auf Noisey das Interview, das ihn auf eine Weise auseinandernimmt, die ich eigentlich von Staiger erwartet hätte. https://noisey.vice.com/de/article/8xbq7p/…

    • Vor 2 Jahren

      Der Titel klingt ja schonmal gar nicht tendenziös! Gehe mit dementsprechend geringen Erwartungen ran, zumal noisey. :lol:

    • Vor 2 Jahren

      "Sollte man mit Personen, die mit rechten Positionen flirten, öffentlich diskutieren? Die feministische Autorin Laurie Penny hat auf diese Frage im Fall von Milo Yiannopoulos mal eine recht deutliche Antwort gefunden: Nein."

      Fängt ja schon gut an. "rechts" = per se schlecht und dann auch noch "flirten" lediglich, nichtmal selbst beziehen, die sträfliche Stellung, ein liebäugeln reicht schon.

    • Vor 2 Jahren

      Sorry, in diesem Fall natürlich vermeintliche Liebäugelung. Es ist ja sogar ziemlich deutlich, dass der Betroffene genau das nicht tut.

    • Vor 2 Jahren

      Hat der gute Prezi sich vorhin auf Gesichtsbuch zu geäußert.

    • Vor 2 Jahren

      Ok, bin durch. Schade, steht nichts Entlarvendes drin. Nicht, dass ich da irgendein Interesse dran hätte, aber hatte nun schon ein wenig mehr erwartet als bloßes Aneinandervorbeireden und fehlendes Verständnis des Interviewenden.

    • Vor 2 Jahren

      Danke @Din. Das erklärt einiges.

    • Vor 2 Jahren

      Mhh, absolut überflüssiges Interview. Entweder hat sich die Dame nicht besonders gut vorbereitet und/ode ist President intellektuell nicht gewachsen. So ist das nur ein Austausch von emotionalisierten, intellektuell nicht wirklich haltbaren Vorwürfen auf der einen und dafür konzeptuell sehr durchdachten, emotional dafür vollkommen unreflektierten Erklärugne auf der anderen Seite. Reden beide, wie Mundi schon erwähnt hat wirklich nur aneinander vorbei.

      Entlarvend finde ich das Interview persönlich aber trotzdem, weil es aufzeigt, wie sehr Prezident den ganzen gesellschaftlichen Kontext hinte der #MeToo-Bewegung einfach null begriffen hat und null in der Lage ist zu sehen. Frage mich ernsthaft wieviele Frauen mit solcherlei Erfahrungn bzw. übehaupt er in seinem direkterem Umfeld hat, dass er überhaupt so einen Müll labern kann. Das ist dann vielleicht auch der typische, von sich selbst überzeugte Intellektualismus, der irgendwann nicht mehr merkt, wenn er sich von der (emotionalen) Realität entfernt und dann auch noch meint, anderen ihre Erfahungen absprechen zu können, weil's ja im eigenen intellektuellen Luftschloss gar nicht sein kann, was einem da erzählt wird.

    • Vor 2 Jahren

      Jetzt gerade besagten Facebookpost nachgelesen, auch bezüglich der #MeToo-Geschichte. Das macht's tatsächlich aber nur minimal besser.

    • Vor 2 Jahren

      Finde Prezis Argumentation in Sachen #metoo auch eher nicht überzeugend. Allerdings bin ich in der Sache bei ihm, wenn er eingangs sagt, dass die Art und Weise, wie im (Medien-)Kollektiv damit umgegangen wurde, doch sehr fraglich erschien. Eine an sich löbliche Sache wurde dadurch zur stumpfen Karrikatur verzerrt und je nach Medium fast schon zur Hexenjagd auf (teil-)imaginäre Feindbilder. Ebenso dieses in einen Topf werfen sämtlichen "sexuell-offensiven" Verhaltens, das er ansprach, und dabei nötige qualitative Differenzierungen auslassend, halte ich für kulturell sehr schädlich. Der Rest seiner Argumente konnte mich leider nicht überzeugen, sofern man seine weiteren Ausführungen überhaupt als Argumente bezeichnen möchte. Scheinbar wird da bald noch mehr von ihm kommen, wie in seinem Posting angedeutet.

      @Gleep speziell: Dass Prezident an einigen Stellen womöglich zu viel rationalisiert (im psychologischen Sinne), halte ich für durchaus wahrscheinlich.

    • Vor 2 Jahren

      Bin ganz bei Huri, ist wirklich auf eine Art gut, die mir im Staiger-Interview schmerzlich gefehlt hat. Sicher, auch bei diesem konfrontativen Ansatz geht etwas verloren, aber es kommen viele Problempunkte auf den Tisch, auf die er dann eingehen kann (bzw. muss). Schlecht vorbereitet oder verständnisschwach wirkt sie auf mich dabei eigentlich nicht.

    • Vor 2 Jahren

      er muss nur "fuck-ault" droppen und sie kapituliert...
      :whiz:

    • Vor 2 Jahren

      Ich finde ihr Eingreifen an der Stelle eigentlich gar nicht unberechtigt :D Sie hat ihn ja auch nach Beispielen und nicht dem theoretischen Unterbau gefragt. Er wirkt auch fast ein bisschen überrumpelt, wie er sie dann mit Verweis darauf, es gäbe allgemein keine konkreten Probleme, abspeist. An anderer Stelle ist er dann ja doch durchaus gewillt, einzelne Beispiele dafür zu nennen.

    • Vor 2 Jahren

      @Kubischi:
      Mhh, ja, ich weiß nicht. Ein wenig hart formuliert war das von mir schon. Finde aber schon, dass die Interviewerin an vielen Stellen auf Prezidents Argumentation besser hätte eingehen und mehr in die Tiefe hätte gehen können, glaube das wäre insgesamt produktiver gewesen. So wirken manche Aussagen schon zumindest etwas unglücklich.
      Prezident macht das aber letztendlich auch nicht viel besser, fixiert sich da teilweise auch etwas zu sehr auf seinen eigenen intellektuellen Kosmos und schafft es dann auch nicht so wirklich, die Konversation konstruktiver zu gestalten. Finde da gesamte Interview einfach sehr unglücklich und kann mir auch nicht vorstellen, dass das besonders verständnisfördend für beide Seiten war.

      Und wenn mir irgendjemand mit Foucault kommt, kriege ich sowieso immer ziemlich schnell das Kotzen. Das ist stellenweise echt so ein unsäglicher Scheiß. :Gleep Glorp:

    • Vor 2 Jahren

      Scheint so ein Geistenwissenschaftlerding zu sein. Habe noch nie einen Diskurs erlebt, in dem Foucault eine Rolle spielte. Liegt aber wohl vor allem daran, dass ich politische Themen lange Zeit eher uninteressant fand.
      Dennoch beachtlich, schließlich habe ich genug Kurse in Philosophie abgelegt, um einen halben Bachelor damit zu füllen. Wer sind also die Leute, die auf Focault stehen. :confused:

    • Vor 2 Jahren

      Anscheinend kriegt es ja wirklich niemand hin ein für alle Seiten zufriedenstellendes Interview mit Prezident zu führen?!
      Das Niveau in den Laut.de Kommentarspalten ist aber auch eine hohe Hürde!
      Da kann ja jeder Journalist ob von der Juice oder der FAZ nur dran scheitern!
      Die Lösung ist naheliegend! Wir erstellen unseren eigenen Fragebogen!
      Los gehts! Frage eins!
      - Hallo Prezi! Findest du nicht auch das jedes Kölsch eine unfassbare widerliche Beleidigung für jeglichen Gaumen ist? ....und....achja...bist du ein Nazi?

    • Vor 2 Jahren

      Mjoa, ich denke interviewtechnisch wird's Dani schon richten, da hab ich eigentlich keinerlei Zweifel dran. Nur befürchte ich, dass die Frage nach dem leckersten Bier ihr beim Interview nicht so auf der Zunge brennen wird wie den meisten Leuten das Oettinger.

    • Vor 2 Jahren

      Also ich steh jetzt auch nicht sonderlich auf Kölsch, aber sind wir uns wenigstens einig, dass ein Köln immer noch besser ist als überhaupt kein Bier haben?!

    • Vor 2 Jahren

      Und Fouc(a)ultisten gibt es zum Glück nicht so viele. Die einigen wenigen sind dann aber oft reletiv penetrant in ihrem Glauben, jetzt mehr zu checken als andere, weil sie ja Foucault gelesen haben und meinen dann, jedes Reiskorn mit Foucault eklären zu können. Das geht dann auch sehr schnell ins Absurde über und Prezident schleift da auch so einen Themenkomplex an. Zu sagen, dass unsere Vorstellungen von Sexualität über die Jahre teilweise eine ganz andere war ist zwar absokut richtig, man sollte dann nur halt nicht soweit gehen, zu übersehen, dass Sexulität halt auch bio(psychologisch) begründet ist und viele Vorstellungen und Einstellungen in der Hinsicht "fest" sind und sich nicht wegdiskursieren lassen. Ob Prezident das in dem Fall macht, weiß ich nicht, dafür ist das für mich ein bisschen wenig konkret. Aber ja, in der Hinsicht denke ich, dass Foucault wahrscheinlich bei geistes-/kulturwissenschaftlich geprägten Leuten eher Anklang findet, weil er ihnen halt die Möglichkeit bietet, möglichst viel (zu viel) mit dem eigenen Handwerkszeug zu erklären.

    • Vor 2 Jahren

      Ja, fand das ideengeschichtlich schon sehr interessant. Aber sobald jemand denkt, derartige (historische) Quellen wären valide genug, um alle anderen Erklärungsmodelle auszusortieren, wird es schon etwas okkult.
      Wollte erst Freud als Refrenz zu Foucault bringen, aber das wäre unfair gewesen, da bei Freud vor allem die (Hardcore-)Anhänger die Deppaten sind und nicht die Koksnase selbst.

    • Vor 2 Jahren

      Gibt da noch so einen Rapper, Audio88, den sollte sie unbedingt als nächstes fragen, was heißt die Zahl?

  • Vor 2 Jahren

    Ich wollt mir echt erst mal nen einigermaßen gründlichen Eindruck verschaffen von dem , was der Prezi da fabriziert hat. Bin Fan aller seiner bisherigen Sachen und halte ihn für die Speerspitze im Deutschrap. Die Reaktionen auf die neuen Tracks und das neue Album fand ich überzogen und sie passten auch genau in das Bild und die Kritik, die er geübt hat, heißt: kaum jemand hat sich wirklich mal damit auseinander gesetzt, sondern aufgrund von vorher bestehenden (Mainstream-) Schubladen alles in bestimmte Muster einsortiert und abgetan. Die Kritik, die er übt, ist insgesamt wichtig und sollte zum Nachdenken anregen.
    Das Album selbst enttäuscht trotzdem: Dieses Politische steht ihm nicht so recht, die Kritik ist teilweise einfach zu plump formuliert und mir fehlen die großen Ideen/Wortspiele und tiefen philosophischen Einsichten (sofern man das vorher so nennen konnte). Auch, dass er nur wenige Tracks zu anderen Themen hat (z.B. das Pissen in den Ozean- Ding) ist schade, die ganzen politischen Tracks ermüden auf Dauer einfach.
    Ganz komisch: Irgendwie schon ein wichtiges Album, das zum Nachdenken und Überdenken der eigenen Positionen anregt, aber trotzdem so gut wie 0 Hörgenuss bietet. Hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber das sind tatsächlich maximal 3/5 für mich. Hoffentlich wird der nächste Output besser, er hat ja anscheinend direkt noch ein Album in der Röhre...

    • Vor 2 Jahren

      Pretty much ^this

      Mehr als 4 werden es für mich mit Sicherheit nicht mehr. Bin noch nicht ganz durch, bisher stimme ich den 3/5 vom reinen Hörerlebnis her zu. Als Gesamtkunstwerk in Zusammenhang mit den Interviews und den ganzen Reaktionen, halte ich das Album dennoch für "wertvoll".

    • Vor 2 Jahren

      Schließ mich da nahtlos an.
      Prezident scheint stärker wenn er sich nicht so krampfhaft an einem Thema festbeißt.
      Aber selbst wenn er mal einen etwas schlechteren Longplayer rausbringt ist das immer noch locker besser als 90% der Outputs seiner Genrekollegen!
      Und jetzt wieder zurück zu Degenhardt!

  • Vor 2 Jahren

    Halte viel von Prezident. Bin damals so ums 2010 rum auf ihn gestossen. Kleiner Katechismus hat mich seh in den Bann gezogen. So Dinger wie Fickfilm und Wohlgefalln sind halt Meisterwerke.

    Limbus ist mein Lieblingsalbum.

    Aufgrund seines Backkatalogs war die Erwartung hoch. Das neue Album enttäuscht ein wenig. ich hoffte das die augekoppelten Songs wenigstens im Gesamtbild Sinn ergeben. Aber nein. Würde die oben hervorgehobenen Songs auch favorisieren. Und das Intro gefiel mir.

    3/5 passt.

  • Vor 2 Jahren

    Die Reviews ist teilweise gut, aber auch teilweise etwas daneben. Wo wird dem in dem zitierten Part "Opfern von Diskriminierung vorzuwerfen, dass sie sich über Diskriminierung beklagen". Das Interpretierst du einfach rein, aber das kommt inhaltlich in der Zeile nicht vor.

    Es geht vielmehr um Leute, die sich einbilden Opfer zu sein und eben deswegen besonders als aktivisten Kämpfen.

    Die Zeile geht weiter mit "Armer Kanye, armer Björn, arme Hengameh". Hier wird z.B Björn Höcke von der AfD genannt. Siehst du den also auch als Opfer von Diskriminierung der sich über Diskriminierung beklagt? Sicher nicht.

    Hier geht es über überzogene Leute, wie eine dicke Frau, die dick sein positiv besetzen will und ähnlicher Quatsch. Oder eben Leute, die alles auf die Diskriminierung schieben.

  • Vor 2 Jahren

    Kann mich den Vorrednern nur anschließen. Wenig bis kein Hörgenuss, wobei die Beats durchweg gut bis sehr gut sind. Es macht einfach keinen Spaß, wenn gefühlt jeder dritte Substantiv gewählt wurde, um Leute zu triggern. Und die Leute, die dadurch getriggert werden, verstehen eh nicht, was der tiefere Sinn ist und werden sich auch nicht damit beschäftigen. Die Meisten, die verstehen, worum es geht, werden sich genervt fühlen von der ganzen plumpen Provokation. Die Botschaften hätte man für diese Hörer besser verpacken können. Die Ironie ist nicht zu leugnen, aber wenn man sich Musik anhört, dann macht man das um damit Spaß zu haben, und mit dieser Platte kann man nicht so viel Spaß haben.

    Das einzige, was mich triggert, ist übrigens das #metoo-Zeugs. Sexuelle Gewalt und Übergriffe auf diese Weise zu verharmlosen geht imo gar nicht.

  • Vor 2 Jahren

    Schade, dass Prezident die Entwicklung fortgeführt hat, die schon bei Limbus erkennbar war. Für mich funktionierte er schon immer bestens, wenn er ausschließlich versucht eine Geschichte zu erzählen. In Wohlgefall'n, Mis En Abyme, Sechs Kammern, Bleib Bloß Bei Bewusstsein oder Schlingpflanzen wären da Beispiele, die sich bei mir Hirn gefräst haben, weil sie so wunderbar bildlich und atmosphärisch dargeboten werden. Auch seine pessimistische Weltanschauung hat er immer interessant verpackt.

    Beim 16er Album hat er jedoch angefangen sehr konkret in bestimmte Richtungen auszuteilen, was mich gelangweilt hat, weil ich kein Interesse an manchen Themen hatte, die er konkretisierte. Zuvor nutzte er dafür Metaphorik, Referenzen und Abstraktion, etwa bei Tag Des Zornes oder Menschenpyramiden. Mit solch einer Kritik kann ich dann auch etwas anfangen, weil ich sie auf eigene Anschauungen übertragen kann.

    Der aktuelle Release treibt die Konkretisierung natürlich auf die Spitze und darunter wird fast jeder Hörgenuss begraben. Die Extrameile ging mir noch richtig gut rein, allein der Beat von den Kamikazes ist der absolute Wahnsinn. Die (Rap-)Medienkritik dahinter empfand ich auch als größtenteils berechtigt, wenn auch mit einigen sehr plakativen Formulierungen. Hatte es zu diesem Zeitpunkt jedoch als einmaligen Schuss betrachtet, auf den er einfach Bock hatte, weil sich etwas anstaute. Auf Albumlänge ist es mir dann doch zu viel, der gleichförmige Vortrag macht's nicht gerade besser. Dafür blitzt, wie in der Rezension erwähnt, in Rites de Passage / Pissen in den Ozean wieder sein Talent durch, auch ohne Trigger (wie ich das Wort mittlerweile hasse ...) einen spannenden Track rauszuballern.

    Letztendlich empfinde ich das Album zu großen Teilen nicht der Aufregung wert. Fällt einem irgendwie leichter sich von vielen Aussagen vollständig zu distanzieren, wenn man so deutlich nicht mit ihnen übereinstimmt, wobei ich einige für gar nicht verkehrt halte. Für den Diskurs in den Medien und Diskussionsplattformen bin jedoch sehr dankbar. Ist für mich momentan ungemein spannend Interviews, Foren und Kommentarspalten durchzulesen, da viel Gehaltvolles aus verschiedenen Ecken hervordringt.

  • Vor 2 Jahren

    Es gibt so eine Szene in dem Film "Persepolis" -ich kriegs nichts mehr ganz zusammen- da hängt die Protagonistin, eine emigrierte Iranerin mit einigen Punks in Wien ab. Erst fasziniert, platzt ihr wegen der "Alles-Scheißegal-Attitüde" irgendwann der Arsch. Mit dem was sie durchgemacht hat, kann sie das Leben nicht so von oben herab betrachten, wie ihre Freunde. Sie ist mittendrin.

    Ich schätze Nihilismus muss man sich leisten können. Ich gönns mir zwischendruch auch mal gerne. In so Phasen war Prezident schon immer ein guter Soundtrack. Daran ändert sich mit dem Output hier einfach null. Ist nicht sein bestes, aber doch ein gutes. Ob ich inhaltlich überall d'accord gehe, ist egal, weil ich einfach in der Anti-Stimmung bin, wenn ichs höre. Konkret thematisch ist das hier sogar erfrischend, vor allem, wenn man sich mit einem eher linken Umfeld umgibt. Wenn du im Film bist, darf der Mittelfinger halt an keinem vorbei gehen, weil das Gute einfach nicht existiert. Ist zwar nicht mehr als Onanie, aber Podeste umschmeißen macht halt geil.

    Trotzdem ist es dabei ja auch nicht plump. Die Beats sprechen mich an. Und textlich sind da auch Widersprüche. Da ist auch Zweifel. Und die Frage, warum überhaupt das Ganze. Es führt zu nichts. Im Grunde genommen, alles ziemliches First-World-Rumgeheule. Jäger wie Gejagte. Nihilismus muss man sich leisten können. ... Aber Empörung wahrscheinlich auch.

    • Vor 2 Jahren

      „Wenn du vorher masturbierst, hast du hinterher einen klareren Kopf für Matheformeln und Englischvokabeln“, soll ein 42-jähriger Polizist dem Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin geraten haben, der ihm als Nachhilfe-Schüler anvertraut war. Dann habe er dem 13-jährigen Gymnasiasten Fabian Pornohefte zugeschoben, „damit es leichter fällt“.

      Ehrenmann.

      Zum Thema: Onanie ist Therapie und ich gönn' es jedem, seine imaginäre Schmiersahne in die Fressen Rapdeutschlands zu pfeffern. Allerdings fehlt mir hier einfach die richtige Konsistenz der Textur. Etwas raffinierter hätte es mir durchaus schmecken können.
      Aber die Journaille hat ja brav die Mäulchen aufgehalten, von daher kann ich keinen Vorwurf machen.

  • Vor 2 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 2 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 2 Jahren

    Der Rick & Morty der Rapper. Circlejerk olé.

  • Vor 2 Jahren

    Ich finde die Debatte um Prezident ist sinnbildlich für viele Problematiken, die aktuelle Relevanz haben. Wir dürfen uns zu der Thematik Flüchtlingspolitik kaum negativ äußern, schon wird man ebenso verallgemeinert, wie manche eben auch gerne "Flüchtlinge" verallgemeinern. Das Gleiche ist übrigens auch beim Drachenlord der Fall, aber finde ich andere Entwicklungen paradox, da feiert man auf Partys zu Songs, die offenkundig Frauenfeindlich sind ab und findet es cool, wenn man Leuten Kugeln in den Kopf schießt. Natürlich, dass das zur Rapkultur dazugehört, aber ob das so unumgänglich ist, dass man in Texten nicht darauf verzichten kann finde ich dann doch fragwürdig.