laut.de-Kritik

Über Befindlichkeiten, Sehnsüchte und irgendwas Französisches ...

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"Ruhig Blut", alles wird gut! Soll man Paulas neues Werk so verstehen? Nachdem Elke Brauweiler (und ehedem Berend Intelmann) die großen Chartsehren trotz zauberhaft vertonter Popmusik verwehrt blieben, soll jetzt anscheinend alles ins Lot kommen. Das Schielen in Richtung Hitlisten dräute schon im Video zur Vorab-Single "Es Kommt Immer Alles Anders". Nichts gegen den Song an sich, aber eine Elke mit Locken (geht ja) und dazu noch ein grenzblödes 80er-Stirnband (geht gar nicht!)? So etwas will ich einfach nicht sehen müssen. Skip!

Da sich Behrend in Zukunft anscheinend - wenn überhaupt - im Hintergrund halten möchte, bildet Elke mehr denn je den optischen Blickfang von Paula. Das geht in Ordnung. Wie auch das Album im Ganzen. Immer noch unverkennbar, mit der ihr eigenen, mädchenhaften Stimme singt die Sympathin über Befindlichkeiten, Sehnsüchte und irgendetwas Französisches. Ja, Elke und ihre frankophilen Neigungen. Meiner einer gehört ja zu denjenigen, die den Herrgott dereinst anbettelten, er möge sie von passeé composé und imparfait befreien, ich hege also von Natur aus eine ganz normale Abneigung gegen diese Sprache. Somit fällt "Vallerie" auch gleich der Fernbedienung zum Opfer.

Schwierig das. Mit "Ruhig Blut" muss man sich erst anfreunden. Mehrere Durchläufe sind noch nicht genug, um die magischen Momente extrahieren zu können, die die ersten drei Alben ausmachten. Ein "Als Es Passiert", oder Understatement vom Schlage "Von Guten Eltern" möchten sich aus den elf Songs nicht heraus kristallisieren. Paula machen immer noch Pop auf hohem Niveau, nur will einfach der finale Kick, dieser Ausruf, wie fesselnd die Musik der Berliner doch sein kann, nicht so leicht über die Lippen gehen.

Trotzdem hat auch "Ruhig Blut" seine ergreifenden Momente abseits lahmer Pop-Simplizismen. "Wenn Du Leuchtest", aus der Feder von Jovanka von Wilsdorf tönt - vor allem im Refrain - wieder mit jener Strahlkraft, die Paula-Melodien so einnehmend machen können. "Liebe Verbindet". Ach ne? Ja, doch, tut sie. Und auch der Song gehört zum Besseren, was "Ruhig Blut" zu bieten hat. Hingegen will Hoch- und Runtergedudel auf der Tonleiter etwa bei "Lied Für Dich" ganz und gar nicht klick machen.

Album drei aus der Reihe Paula-Pop macht sich im Regal neben "Himmelfahrt", "Liebe" und "Warum Berlin" ganz gut, ich halte mich aber lieber an "Jimmy". Sorry.

Trackliste

  1. 1. Ruhig Blut
  2. 2. Es Kommt Immer Alles Anders
  3. 3. Grün
  4. 4. Ich Vermisse Dich
  5. 5. Nimm Mich Mit Wenn Du Gehst
  6. 6. Liebe Verbindet
  7. 7. Vallerie
  8. 8. Wenn Du Leuchtest
  9. 9. Veränderung
  10. 10. Lied Für Dich
  11. 11. Das Vergesse Ich Nicht
  12. 12. Ode An Das Leben

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