laut.de-Kritik

Den ehemaligen Nu Metal-Überfliegern fällt nichts mehr ein.

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Papa Roach haben stark begonnen ("Infest", "Lovehatetragedy"), schwer nachgelassen ("The Paramour Session", "Metamorphosis") und vor zwei Jahren einiges an Boden wieder gut machen können ("The Connection"). Auch auf ihrem neuen Album lassen die Mannen um Shouter Jacoby Shaddix wieder jede Menge Power-Riffs vom Stapel, sodass es an der Oberfläche zunächst mal nichts zu mäkeln gibt.

Gräbt man allerdings ein bisschen tiefer, wird schnell klar, dass sich Amerikas einst wuchtigste Nu Metal-Kakerlake mittlerweile nur noch orientierungslos im Kreis dreht. Hinter harten Gitarren-Wänden passiert nämlich wenig bis gar nichts.

Permanent sich in den eigenen Schwanz beißende Songwriting-Strukturen im Verbund mit neuzeitlichen Elektro-Einschüben und verkrampft und aufgesetzt klingenden Stadion-Chören lassen die Stimmung beim Hörer schnell in den Keller sinken.

Krachende Gitarren machen den Anfang, gefolgt von einer Strophe aus Nichts, die sich irgendwann um eine steigernde Bridge windet und dann im Refrain von einem wütenden Arena-Brei verschluckt wird: Der Kreativitäts-Drops ist bereits gelutscht, noch ehe man sich über die Geschmacksrichtung im Klaren ist ("Face Everything And Rise", "Skeletons", "Broken As Me").

Den ehemaligen Nu Metal-Überfliegern fällt anno 2014 nichts mehr ein. Und wenn sich die Band dann doch mal von ihren uninspirierten Altlasten befreit, verliert sie sich in einem Fremdschäm-Labyrinth aus blutleerem Coolio-Hip Hop ("Gravity") und mit Eurodance verseuchtem Radio-Rock ("Warriors").

Erstmal umgeben von irreführenden Wegweisschildern hinter denen sich allesfressende Dämonen ins Fäustchen lachen, gibt es für die verwirrten Verantwortlichen so schnell keinen Ausweg mehr. Der Weg ins Licht ("Fear Hate Love") führt über schmalzige Pfade, gepflastert mit Steinen aus klebrigem Honig ("Never Hate To Say Goodbye", "War Over Me"). Draußen wartet allerdings alles andere als ein begeistertes Empfangskomitee.

Trackliste

  1. 1. Face Everything And Rise
  2. 2. Skeletons
  3. 3. Broken As Me
  4. 4. Falling Apart
  5. 5. Love Me Till It Hurts
  6. 6. Never Have To Say Goodbye
  7. 7. Gravity
  8. 8. War Over Me
  9. 9. Devil
  10. 10. Warriors

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9 Kommentare mit 24 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Selbst als großer Papa Roach Fan muss ich dem Autor Recht geben. Das neue Album hat mit der Musik für die Papa Roach einst stand einfach nichts mehr zu tun. Da hilft auch das ganze Gerede von der Weiterentwicklung nichts. Papa Roach 2015 macht Poprockmusik und ist heute leider mehr denn je wie "Revolverheld" - eine Band, die keiner (mehr) ernst nimmt.

  • Vor 3 Jahren

    Also ich bin vollständig überzeugt vom neuen Album, mir gefällts sehr gut. Papa Roach hat einen eigenen Stiel entwickelt, der in meinen Augen einfach nur göttlich klingt. Wer halt mehr diesen trendy monotonen Schrei Nu-Metal Stiel bevorzugt, für den ist diese Band halt einfach nichts. Wer Papa Roach als Band gut findet, findet auch dieses Album sehr gut.

  • Vor 3 Jahren

    Ich finde das neue Album sehr gut! Manche von euch trauen immernoch dem Nu-Metal der 2000er nach, einfach nur dumm und hängen geblieben. Viele Bands unter anderem auch Linkin Park wissen, dass sie diese Schiene nicht mehr fahren können! Es geht nurnoch ums Geld, was die Menschen gerne hören möchten wird Produziert! Im laufe der Zeit mussten viele bekannte Bands ihren Musikstil ändern um ihre Brötchen zu verdienen. Es wäre ja auch langweilig, wenn jedes Album sich fast gleich anhört und sich nicht verändert hat, da hat man doch kein Bock mehr weil es schon längst ausgelutscht ist. Ich persöhnlich höre eher die neuen Albem, weil da eine gute Mischung zu hören ist. Vorallem die Alben (the Connection, F.E.A.R.) Ich finde Papa Roach macht bisher alles richtig und gute Musik machen sie auch!