laut.de-Kritik

Höllische Grooves und tolle, epische Melodien.

Review von

Ein wenig hat mir doch die Hose geflattert, was die neue Overkill bringen würde. Das The Cursed-Nebenprojekt von Shouter Blitz und dem Hades-Gitarristen Dan Lorenzo war ja eher ein Schuss in die Hose, und auch bei der Stammband von Blitz war nicht immer alles Gold, was glänzte.

Gott sei Dank prügelt einem "Immortalis" direkt von Anfang an alle Zweifel aus dem Gesicht. Schon das Cover ist zu 100% auf die alten Tage gemünzt - die Skullbat fliegt wieder. Was ebenfalls fliegt – und zwar mächtig um die Ohren – ist der Opener "Devils In The Mist". Ein astreiner Overkill-Upspeed-Thrasher, wie man ihn von den Jungs aus New Jersey liebt und erwartet.

Auch der folgende Stampfer "What It Takes" ist so was von typisch Overkill, dass man sich ein Grinsen nicht verkneifen kann: dank Blitz' aggressiver Stimme und an den richtigen Stellen ein paar Gangshouts, die für Drive sorgen und den Hardcore-Wurzeln Tribut zollen.

"Skull And Bones" hat definitiv das Zeug zum Klassiker. Sowohl zügiger Thrash, als auch Midtempo-Grooves stehen gleichberechtigt neben tollen, epischen Melodien. Als Gast bellt Randy Blythe von Lamb Of God ins Micro und passt wie die Faust auf's Auge in den Track. Das Schöne daran, genauso geht's weiter. Der Fünfer gönnt sich und seinen Fans keine Pause und schickt gleich noch die Dampfwalze "Shadow Of A Doubt" hinterher. Blitz klingt so herrlich angepisst, Dave Links und Derek Tailer liefern ihm eine satte Grundlage für seine Lyrics.

Von den Gitarren fast schon bluesig geht es in "Hellish Pride" zu, und auch das folgende "Walk Through Fire" hat einen enormen Rock'n'Roll-Drive. Allerdings überzeugt letztgenannten Nummer deutlich mehr als "Hellish Pride" zuvor. Der Feuerläufer entwickelt im mittleren Tempo einen höllischen Groove und geht mächtig in die Motörhead-Ecke. Wenn sich Lemmy hier zu einem Duett bereit erklärt hätte, wäre das der Hammer schlechthin gewesen.

Anstatt das Tempo daraufhin wieder anzuziehen, leitet erst einmal ein typisches Zwischenspiel vom Bass in das ebenfalls mittelschnelle "Head On" über. Obwohl die Nummer ebenfalls unzweifelhaft den Charakter der Band absorbiert hat und nach außen trägt, wäre ein wenig mehr Tempo an dieser Stelle besser gewesen. "Chalie Get Your Gun" setzt zwar mehr auf Double-Bass und dreht im Mittelteil auch den Gashahn ein wenig auf, doch vom Tempo her peitscht einen die Nummer ebenfalls nicht gerade durch die Halle.

Macht es zunächst noch den Eindruck, als würde mit "Hell Is" das langsamste Stück der Scheibe folgen, erfolgt im Chorus die 180 Grad-Wende und die Schlagzahl nimmt dramatisch zu. Ein richtiger Thrasher hätte aber vielleicht den Anschein vertrieben, dass Overkill zwischenzeitlich die Luft und der Druck ausgehen.

Doch siehe da, nach langer Zeit setzen sie ihre Overkill-Reihe fort, und zwar mit dem fünften Teil "The Brand". Der Spirit der Vorgänger ist zu jeder Zeit spürbar, und endlich stimmt auch die Geschwindigkeit wieder. Ich will live mal alle Songs in Folge hören, das wäre echt der Hammer.

Auch wenn die Band leider lang nicht so oft Gas gibt, wie ich das gern hätte, ist "Immortalis" ein weiteres, bärenstarkes Album geworden. Da müssen sich Motörhead auf der gemeinsamen Tour im Herbst ganz schön was einfallen lassen, um nach ihrem Opener nicht verdammt alt auszusehen.

Trackliste

  1. 1. Devils In The Mist
  2. 2. What It Takes
  3. 3. Skull And Bones
  4. 4. Shadow Od A Doubt
  5. 5. Hellish Pride
  6. 6. Walk Through Fire
  7. 7. Head On
  8. 8. Chalie Get Your Gun
  9. 9. Hell Is
  10. 10. Overkill V ... The Brand

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