laut.de-Kritik

Surfin' Israel: 60s-Garage Rock mit Beach-Vibes.

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Ich kann nur mutmaßen, inwieweit man sich einmal wieder bei den Black Lips bedanken muss. Die genialen Garage-Rock-Dilettanten aus Atlanta, Georgia tourten vor über zehn Jahren großflächig durch Israel, vom See Genezareth bis zur Westbank, sogar die VICE berichtete. So einige Einheimische dürften sich zum Nullerjahre-Rework der Sonics mit Raw Stooges Power und dampfendem Dirtbombs-Soul die Seele aus dem Leib getanzt und hernach gedacht haben: Hey, das könnte man eigentlich auch mal selbst probieren (nimm das, Roger Waters!).

Auftritt Ouzo Bazooka: Mit einer Prise Anis geht bekanntlich alles besser. Die Bazooka lädt der Vierer aus Tel Aviv bereits seit 2014 durch, "Transporter" ist Album Numero drei. Das Hamburger Label Pop Up Records nennt sie "Champions des Psychedelic-Rocks" und schon beim Opener "It's A Sin", der kein Pet Shop Boys-Cover darstellt, erstrahlt diese Behauptung im güldenen kalifornischen Sonnenlicht der Allah-Las.

"Latest News" biegt dann in rifflastigere Gefilde ab, eine schmierige Orgel gesellt sich hinzu und stellt einen schönen musikalischen Kontrast zum Beginn auf. "Space Camel" wiederum ist ein Sechs-Minuten-Ritt mit Hypnosewirkung, der den Link zum bewusstseinserweiternden Cover-Artwork aufnimmt, die Synthies ausschließlich L, S und D spielen lässt und im ausufernden Break noch orientalische Melodien integriert. Musik als kultureller Schmelztiegel.

Hin und wieder swingt Sänger Uri Brauner Kinrot auch wie die Last Shadow Puppets ("Trip Train"). Auffällig auch die sehr gut aufeinander eingespielte Groove-Fraktion der Band, da machen sich die in zwei Jahren angesammelten 150 Konzerte positiv bemerkbar.

Garage Rock-Freunde dürften hier nichts zu bemängeln haben, "Transporter" zitiert die richtigen Bands, weist mehr als ordentliches Songwriting auf und bläst einem die Vibes einer Beach-Metropole entgegen (wir Konstanzer kennen uns da aus.) Einfach nur blind aufs Fuzzpedal zu treten, wäre Kinrot auch zu profan, ist mit ihm schließlich ein Songwriter am Start, der sich parallel zu Ouzo Bazooka noch an türkischer Folkmusik ausprobiert.

Mit "Falling" platziert sich der (zweigeteilte!) Singalong-Hit der Platte dann ganz am Schluss, praktisch wie eine Belohnung für alle, die brav dabei geblieben sind. Der Nahe Osten ganz nah: In Kürze live bei uns auf Tour.

Trackliste

  1. 1. It's A Sin
  2. 2. Latest News
  3. 3. Space Camel
  4. 4. Trip Train
  5. 5. Killing Me
  6. 6. Relax
  7. 7. Sleep Walk
  8. 8. Revolution Eyes
  9. 9. Coming From The Wild
  10. 10. Falling

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