laut.de-Kritik

Mehr als imposant!

Review von

Bis 1992 bekannt als Resurrection sind Orphaned Land nach siebenjähriger Pause mit voller Schaffenskraft wieder auferstanden. Fernab jeder möglichen Kategorisierung schaffen sich die vier Bandmembers aus dem krisengeschüttelten Israel mit dem Konzeptalbum "Mabool – The Story of the Three Sons of Seven" nun ein kleines Denkmal.

Die Geschichte der großen Flut steht Pate für die Story von "Mabool" (übs. "die Flut"). Jeder Song auf dem Silberling erzählt einen Teil der Geschichte und wurde individuell und gekonnt musikalisch in Szene gesetzt. Die Helden der Erzählung sind die Schlange, der Adler und der Löwe - Sinnbilder der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam). Das Repertoire einer der progressivsten Bands, die bislang meinen Player gekreuzt hat, reicht von Death, Black, Power und Doom Metal bis hin zu orientalischer Folklore. Durch den Einsatz von Männer- und Frauen-Chören sowie einem Perkussionist, der über 10 verschiedene Instrumente beherrscht, zählt man auf dem Album "Mabool" die stattliche Anzahl von etwa 30 Gastmusikern.

Aber das ist noch lange nicht alles. Die Songs sind in fünf verschiedenen Sprachen aufgenommen. Neben englischer, hebräischer, lateinischer, jemenitischer und arabischer Mundart haben die vier Ausnahmekünstler von Orphaned Land auch ihre eigene Kunstsprache, das Gibberish, in ihren Lyrics untergebracht. Begleitet werden die einzelnen Lieder von einer beeindruckenden Vielzahl exotischer und klassischer Instrumente, deren Namen wohl den wenigsten geläufig sein dürfte. Qannun, Oud, Saz, Buzuki, Violine, Cello und Klavier sind einige der Instrumente die das klassische Metalinstrumentarium ergänzen.

Ihre drei letzten Alben "Sahara" (1994), "El Norra Alila" (1996) und "The Beloved's Child" (1999) brachten der Band schon einiges an Lob ein, doch die aktuelle und nunmehr vierte Veröffentlichung ist mehr als imposant. Jeder einzelne Ton hat auf "Mabool" seine Berechtigung. Die Synergie aus gutem Songwriting und gelungenen Arrangements machen das Album extrem abwechslungsreich. Während die erste Hälfte der CD mehr den beinharten Sounds den Vorzug gibt, ist die zweite Hälfte etwas reicher an andächtigen und ruhigen Melodien. Die vielen Soli bilden einen weiteren Mehrwert des Albums und sorgen für musikalische Ausgewogenheit auf dem Silberling.

Anspieltipps gibt's keine, da jeder Song mehr oder weniger in den nächsten übergeht. Also bloß die Shuffle-Funktion am CD-Player deaktivieren! "Mabool" ist ein mitreißendes musikalisches Werk, das an Kreativität und exotischem Flair schwer zu überbieten sein dürfte.

Trackliste

  1. 1. Birth Of The Three
  2. 2. Ocean Land
  3. 3. The Kiss Of Babylon
  4. 4. A'salk
  5. 5. Halo Dies
  6. 6. A Call To Awake
  7. 7. Building The Ark
  8. 8. Nora El Nora
  9. 9. The Calm Before The Flood
  10. 10. Mabool
  11. 11. The Storm Still Rages Inside
  12. 12. Rainbow

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