laut.de-Kritik

Sänger Ryan Tedder überzeugt in jeder Gefühlslage.

Review von

Vorurteile bilden sich bei dieser Band ziemlich schnell. Nicht zuletzt wegen Timbaland, der als Produzent, Label-Chef, sowie gleichzeitig Lehrmeister und Freund des Leadsängers eine gewichtige Rolle in der Bandbiografie spielt. Er verwurstete "Apologize" in der Remix-Version auf seinem Album "Shock Value". Ein guter Grund, um von One Republic erst mal nur belanglose Mainstream-Musik zu erwarten.

"Say (All I Need)" startet dann auch gleich entsprechend: Statt echtem Schlagzeug gibt es Pop-Beats, dazu eine Computer-Melodie und ein paar vereinzelte Gitarrengriffe. Klingt nach der typischen 08-15 Popgeschichte. Wer jetzt aber den Kopf schüttelt und die Band als belanglosen Kommerz abstempelt, der tut den Jungs bitter unrecht.

Gut, revolutionäre Rockmusik fabrizieren sie nicht, wenn überhaupt könnte man ihren Sound sehr wohlwollend als Pop-Rock bezeichnen. Das macht aber gar nichts, denn One Republic erinnert einen daran, dass es durchaus Vertreter dieses Genres gibt, die tatsächlich etwas von guter Musik verstehen. Bestes Beispiel dafür: Eben gerade "Apologize". Nicht mal das Gestampfe von Timbalands Beats schafft es, den Song zu zerstören.

Was vor allem an der Art des Gesanges und den Instrumental-Parts liegt, die zum Glück drin bleiben durften. Genau hier liegen auch die Stärken von One Republic. Ob in der Kombination Klavier und Gitarre wie bei "Goodbye Apathy" oder Cello und Gitarre auf "All Fall Down", die Band weiß genau, wie man absolute Ohrwürmer kreiert. Und auch der Gesang prägt die Songs maßgeblich.

Verzweifelt, zuversichtlich oder auch wütend, Ryan Tedder überzeugt in jeder Gefühlslage. Richtig in Fahrt kommen die Jungs dabei allerdings nicht. Zwar erklärt "Tyrant" wütend, dass man sich vor niemand rechtfertigen müsse, aber der Sound bleibt doch eine Spur zu zahm für den Text. One Republic profilieren sich eher mit ruhigeren Stücken und Balladen wie "Prodigal" oder "Come Home".

Denn meist driften sie dabei nicht in endlose Liebesschnulzen ab, sondern beschäftigen sich mit Themen wie Selbstmord, Selbstzweifel und Verlustängsten. Klar, der Liebe widmen die Jungs auch ein paar Lieder, aber die Mischung stimmt. Warum "Apologize" am Ende noch mal als Bonustrack mit drauf musste, mit dominanterem Klavier, aber ansonsten dem ersten sehr ähnlich, bleibt allerdings ein Rätsel.

Weniger rätselhaft dagegen, warum die Jungs sich in ihrer Heimat bereits großer Beliebtheit erfreuen. Dass dahinter vor allem harte Arbeit und Erfahrung stecken, erfährt man bei einem zweiten, nicht ganz so flüchtigen Blick in die Biografie.

Trackliste

  1. 1. Say (All I Need)
  2. 2. Mercy
  3. 3. Stop And Stare
  4. 4. Apologize
  5. 5. Goodbye, Apathy
  6. 6. All Fall Down
  7. 7. Tyrant
  8. 8. Prodigal
  9. 9. Won't Stop
  10. 10. All We Are
  11. 11. Someone To Save You
  12. 12. Come Home
  13. 13. Dreaming Out Loud
  14. 14. Apologize

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111 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    rofl, wie es wohl voll im trend zu sein scheint timbaland schlecht zu machen.. klar, man hört zur zeit sehr viel von ihm. aus einem einzigen grund: er versteht sein handwerk und wird dafür respektiert.

  • Vor 10 Jahren

    Ich verstehe das Review gerade im Bezug auf Apologize nicht. Ich finde das Arrangement der Original-Version wirkt sehr wirr/unausgegoren und eher wie ein Demo-Tape. Auch wenn das Label, das Timbaland dem Song durch den Remix aufgedrückt hat nicht jedermanns Sache ist, so wirkt das dann eher wie ein fertiger Song. Ich muss mich meinem Vorredner anschliessen : es scheint in Mode zu sein, erfolgreiche Musiker/Produzenten generell dissen zu müssen. Ganz egal ob Neid die Ursache für die Stichelei ist : das Musikbusiness ist und bleibt eben ein Business und Timbaland versteht es gut.

  • Vor 10 Jahren

    Voll im Trend?
    Ehrlich gesagt, ich mag Timbaland nicht & alles was ich bisher von ihm gehört habe (Justin, Nelly Furtado) klingt mir alles zu ähnlich...wenn er so toll ist habe ich davon nichts entdeckt & Apologize klingt für mich im Orginal weit besser als dieses ständig "Ey"-Gejaule im Hintergrund. Aber das ist ja das Schöne an Musik: Jeder hat und darf auch eine eigene Meinung dazu haben!