laut.de-Kritik

Shoniwa, Raubkatze und Riotgirl, tänzelt zwischen Soul und Punk.

Review von

"London's answer to the Yeah Yeah Yeahs". Wer hats erfunden? Na klar, der NME titelte hysterisch, bereits vor Veröffentlichung des Debüts "What's The Time Mr Wolf?". Die fein-bittere Versuchung Noisettes verdanken wir allerdings eher Junkman Pete Doherty und seiner Rasselbande. In welchem Rauschzustand er sie entdeckte, keine Ahnung, aber zumindest war die Mischung aus Blues, Tanz und jeder Menge Rock'n'Roll wohl so betörend, dass er das Trio 2004 als Support mit auf Konzertreise nahm. So funktioniert das in der Hauptstadt. Hören und gehört werden.

Zugegeben, beim ersten Song "Don‘t Give Up" erwacht der müde Körper tatsächlich zum Leben. Liegt vorwiegend am kraftvollen Garagen-Rhythmus und dem Blues-Rock Duett Dan Smith (Gitarre) und Jamie Morrison (Schlagzeug), die die Blues Explosion locker vertreten könnten. Aber auch Bassistin, Sängerin und Energiebündel Shingai Shoniwa muss erwähnt werden, die mit ihrer politisch-rebellischen Wortakrobatik das Trio außer Rand und Band lärmt.

Neben den aggressiven, aufmüpfigen Gesten mischen mädchenhafte Gefühle und melancholische Momente die Rockgitarren tüchtig auf. Im Wechselschritt harmonieren hysterische Schreie und lasziv-zarte Töne ins Mikro gehaucht. Shingai tänzelt dabei zwischen Soul und Punk. So knallt "Scratch Your Name" rotzfrech mit 80er Background durchs Ohr, während "The Count Of Monte Christo" die Seele in die Punk-Performance baumeln lässt.

Stimmliche Vergleiche mit Björk oder Erykah Badu fallen mir jetzt nicht direkt auf, aber für kontrollierte Emotions-Überraschungen sorgt die hyperaktive Miss Shoniwa hörbar. Gemeinsam mit der rockenden und gefühlvollen Männerbegleitung ist das gesamte Trio ein eindrucksvolles Hörerlebnis. Was allerdings nicht zu überschwänglichen Tobsuchtsanfälle und überladenen Frohsinns-Anfällen führt. Die Ohrdusche wäscht sich relativ schnell gut wieder aus.

Trackliste

  1. 1. Don't Give Up
  2. 2. Scratch Your Name
  3. 3. The Count Of Monte Cristo
  4. 4. Sister Rosetta (Capture the Spirit)
  5. 5. Bridge To Canada
  6. 6. Iwe
  7. 7. Nothing To Dread
  8. 8. Mind The Gap
  9. 9. Cannot Even (Break Free)
  10. 10. Hierarchy
  11. 11. SpeedHorn

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11 Kommentare

  • Vor 13 Jahren

    Ich lese den artikel und kann meinen augen nicht trauen. warum um alles in der welt bleibt die hype-maschinerie hier so neidertourig, wo wir es hier doch mit dem atemberaubendsten britischen rock-debut seit jahren zu tun haben?

    man denke nur an den einen punkt mehr, den das unglaublich belanglose debut der kaiser chiefs zwei jahre zuvor einstrich.
    wird innovation (hier zudem noch gepaart mit überirdischem songwriting und einer unfassbar grandiosen songfrau) nicht mehr gewürdigt? scheint zumindest so, wenn man das völlig nonexistente medienecho hierzulande betrachtet.
    eine uk-band nach der anderen sprießt aus dem boden; dazu noch homegrown-belanglosigkeiten á lá karpatenhund und co., die allesamt über den grünen klee gelobt werden und inmitten all dieser lobhudeleien für bands, die jegliche innovationsfreudigkeit den gesetzen des derzeitigen teeny-rockmarktes geopfert haben, gehen solche wahnsinns-rockexperimente völlig unter.....und das, obwohl dieses album der noisettes dem jungen chuck-träger selbst die heißgeliebten club-hits böte, wenn er/sie denn darauf etwas mehr aufmerksam gemacht werden würde.

  • Vor 13 Jahren

    ohja...die nächste fuck forever combo ohne langzeitpotential. gesehen..gegähnt...und weiter paddingtons gehört.

    da sind selbst die yeah yeah yeah s zu bieder für

  • Vor 13 Jahren

    @Vapour Trail (« fuck forever combo »):
    :mad:

    aber bezüglich jungs. ja schon irgendwo mal notiert. gehen unter.