laut.de-Kritik

No Doubt sind nun nett, aber nicht mehr cool.

Review von

Elf Jahre sind seit No Doubts letztem Studio Album "Rock Steady" vergangen. Die Fans mussten zwei fluffige rosa Zuckerwatte-Pop-Soloplatten von Gwen Stefani und acht Kinder lang auf eine Reunion warten.

Wie das oft nach so vielen Jahren ist, wirkt das Ergebnis eher bemüht, ganz in Ordnung, aber wenig sensationell. Alle Bandmitglieder wurden älter und Eltern, Stefani hat dazwischen noch Mädchen-Pop und Mode gemacht, und No Doubt sind nun nett, aber nicht mehr cool. Schon der Titel der ersten Single "Settle Down" greift dieses Thema auf.

Der Song ist eine (Wilkommens-) Hymne an die Fans und die Wiedervereinigung der vier Mitglieder, die die Band zu ihren Dancehall Wurzeln zurück führt. Allerdings fehlt dem Track der richtige Drive, um wirklich als mitreißender Starter zu beeindrucken. Songs wie "Hella Good" kann er nicht das Wasser reichen.

Tanzen wir zum zweiten Track "Looking Hot", der sicherlich zu den besseren gehört und bestätigt, dass Miss Stefani mit 42 immer noch hot ist und einen soliden tanzbaren Pop-Ohrwurm trällern kann. Ihre Stimme klingt zwar immer noch mädchenhaft, doch merkt man dass jetzt eine Frau singt.

"One More Summer" hat ebenfalls Ohrwurm-Potenzial und ist mit eingängigen 80er Pop-Sounds ein perfekter Hochglanz Radio Hit. Der Titeltrack ist mit seinen abrupten Tempowechseln und dem bouncigen Reggae-Rhythmus der coolste Song des Albums und erinnert ein bisschen an Stücke wie "Start The Fire" und "Hey Baby".

Mit "Easy" kehren No Doubt wieder zur 80er Romantik zurück verlieren sich zwischen Roxette und noch austauschbarerem Pop-Rock. Leider geht es mit "Gravity" genauso weiter. Das klingt eher nach einer von David Guetta abgemischten Stefani Solo-Ballade und stellt den Tiefpunkt des Albums dar. Leider reihen sich auch "Undercover" und "Undone" in diese wenig ruhmreiche Folge ein.

Enttäuschung und Langeweile machen sich breit, doch gibt es am Schluss noch eine kleine Belohnung. "Sparkle" ist ein typischer Orange County Pop-Song, wie ihn nur No Doubt schreiben können. Dancehall, Reggae und Pop vereinen sich hier harmonisch, und schon stellt man sich vor, man hängt mit der Band in Kalifornien am Strand rum und Gwen bringt einem ne Coke mit.

"Heaven" experimentiert nochmals mit 80er Synthiepop, diesmal klingt es allerdings viel besser und vor allem cooler. Auch "Dreaming The Same Dream" bleibt diesem Stil treu und beendet No Doubts Ode an die 80er mit einem exzellenten Soundtrack für eine Highschool-Romanze.

Fans finden auf diesem Album gewiss ein paar Perlen, doch umhauen wird das niemanden mehr. "Push And Shove" klingt nach einer soliden, aber durchschnittlichen Pop-Platte mit wenigen Highlights. Schön wäre es gewesen, hätten No Doubt an gute alte Ska-Zeiten angeknüpft und ein paar Songs in der Tradition von "Total Hate", "Trapped In A Box" oder "Spiderwebs" aufgenommen.

Trackliste

  1. 1. Settle Down
  2. 2. Looking Hot
  3. 3. One More Summer
  4. 4. Push and Shove
  5. 5. Easy
  6. 6. Gravity
  7. 7. Undercover
  8. 8. Undone
  9. 9. Sparkle
  10. 10. Heaven
  11. 11. Dreaming The Same Dream

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14 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Die ersten 4 Songs sind wirklich super, vor allem Push and Shove haut mich jedesmal um, Looking Hot ist auch top und Settle Down hat was ganz eigenes und schon der Intro ist geil. One More Summer ist 'ne nette Up-Tempo Ballade wie Gwens Solo-Hit Cool. Und das wars auch schon! Ab Song Nr. 5 wird es langweilig, es folgen 4 !!! Balladen die alle glei klingen, dann wirds bei Sparkle etwas lebendiger, aber Nr. 10 und 11 sind wieder nur zum gähnen. Also ich bin doch ziemlich enttäuscht, da die ersten 4 Songs so super sind und der Rest so ein Müll.

  • Vor 6 Jahren

    Soulseeki: Jup, definitiv - zu schade, dass sie oben rum nicht gesegnet wurde. Ansonsten aber sehr hot.