Spaß bei den Konzerten und Schelte für die etablierten Parteien: 65.000 Menschen erteilen Fremdenfeindlichkeit friedlich eine Absage.

Chemnitz (ksc) - 36.000 Zusagen bis Montag Mittag allein auf Facebook - der Name der Veranstaltung schien bereits im Vorfeld mehr als nur adäquat: "Wir sind mehr". Am Abend wusste man, dass es fast doppelt so viele Menschen wurden, die in Chemnitz Präsenz zeigten. Wir waren nicht nur mehr, sondern ein Vielfaches.

Die ersten haben sich schon am Mittag in der Innenstadt eingefunden. Fressbuden, Bierstände, beginnende Volksfestatmosphäre. Die Sparkassenfiliale direkt neben dem Gedenkort für den erstochenen Daniel H., immer noch mit Blumen überhäuft, ist "am 03.09.2018 aus technischen Gründen geschlossen". Ah ja. Gegenüber des Stadthallenparks verzieht der Kopf von Karl Marx immer noch keine Miene, auch später nicht, als die vom Berliner Club ://about blank bespielte Bühne die Innenstadt den ganzen Nachmittag über mit brachialem Peaktime-Sound beschallt.

"Ich wollte nur mal fragen, ob die erste Schalte so in Ordnung war? Und wollt ihr da jetzt was Politisches drin haben? Ich hatte mich jetzt eher so auf Event vorbereitet", spricht ein Kollege in der Schlange vorm Presse-Eingang der Stadthalle Chemnitz in sein Handy. Damit hat er unabsichtlich, aber schön auf den Punkt gebracht, was viele von solchen Veranstaltungen befürchten: Eine große Promosause der beteiligten Musiker unter dem Deckmantel der guten Absichten.

Künstler zahlen aus eigener Tasche

Auf die Nachfrage, ob man #wirsindmehr als politische Demonstration oder als Konzert deklariert habe, antworten die Organisatoren auf der Pressekonferenz leicht gereizt: "Die Veranstaltung ist als Veranstaltung angemeldet. Also als Konzert." Desweiteren geben sie bekannt, dass die beteiligten Musiker den Großteil der angefallenen Kosten aus eigener Tasche bezahlt haben.

Bei denen ist von Lust auf Eigenwerbung nichts zu spüren: Nach den Organisatoren kommen Trettmann, Felix Brummer von Kraftklub, Marteria, Monchi von Feine Sahne Fischfilet und Campino von den Toten Hosen zusammen mit der Chemnitzer Aktivistin Rola Saleh auf die Bühne. Die verliest ein eröffnendes Statement und betont, dass das Problem Rassismus vor allem eins der deutschen Politik sei, die "Schutzsuchende in Ankerzentren interniert" und mittlerweile bis weit in die bürgerliche Mitte hinein rassistische Ressentiments bediene. Gleichzeitig lasse man die vielen ehrenamtlich arbeitenden antirassistischen und antifaschistischen NGOS am ausgestreckten Arm verhungern, wenn es um die Verteilung von Fördergeldern geht.

"Hallo, Alerta, wo gehts hier zum Bier?"

Monchi erklärt, dass man hier sei, um das eigene Privileg großer Reichweite zu nutzen und möglichst viele Menschen für die Sache zu mobilisieren. Ein sichtlich bewegter Felix Brummer stellt klar, dass sich niemand der Illusion hingäbe, Rassismus mit einem Konzert zu beenden: "Aber man fühlt sich weniger allein." Campino betont, dass es keine Frage von Links oder Rechts sei, sondern eine des Anstands, ein Zeichen gegen den rassistischen Nazimob zu setzen. Schade, hätte die bürgerliche Presse doch sicherlich wieder gerne vom linken Chaotentum berichtet, und davon, wie die sächsische Polizei diesem heldenhaft mit dem Schlagstock ein paar aufs Maul gibt.

Die "Überzahl an schwarzen Kapuzenpullis" und "gespannte Stimmung", die eine Kollegin im Pressezentrum nach der Konferenz apokalyptisch-beschwörend in ihr Mikrofon raunt, existieren an diesem Tag schlicht und einfach nicht. Eine breite Masse aus allen Schichten ist gekommen, die im Lauf der Veranstaltung über die Grenzen des riesigen Parkplatzes vor der Johanniskirche hinaus anschwillt, wo die Bühne steht. Gekommen, um Spaß zu haben, mit einer klaren Haltung verbunden, wie die zahlreichen "Wir sind mehr"- und "Nazis raus"-Sprechchöre beweisen.

Und Spaß haben sie an jedem einzelnen der halb- bis dreiviertelstündigen Sets, die die Musiker spielen. In vier Stunden geben sich Trettmann, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z., Kraftklub, Casper und Marteria mit Nura von SXTN auf der Bühne und die Toten Hosen (feat. Rod von Die Ärzte und Beatsteaks-Arnim bei "Schrei Nach Liebe") die Klinke in die Hand. Da bei allen noch ein Teil der Bühnenzeit für Ansagen zur Sache draufgeht, bleibt jeweils nur Zeit, die allernötigsten Kracher rauszukloppen. Anderthalb Stunden mehr hätten der Veranstaltung musikalisch gesehen sicherlich gut getan. Andererseits bleibt das Energielevel auf und vor der Bühne so konstant hoch.

Abseits davon und in den Nebenstraßen bleibt es bei aller gelösten Stimmung stets ruhig und friedlich. Tatsächlich sieht man auf jeder Dorfkirmes mit einem Bruchteil an Besuchern ein Vielfaches an demonstrativem Alkoholmissbrauch, angepissten Wänden und unangenehmen Aggressionen. Stattdessen gabs maximal launige Zwischenfragen: "Hallo, Alerta, wo gehts hier zum Bier?" Hätte sich die Stimmung aber tatsächlich aufgeheizt, wäre die äußerst spärlich anwesende Polizei wohl kaum in der Lage gewesen, spontan deeskalierend einzugreifen, dazu waren schlicht zu viele Leute da.

Es stellt sich die Frage, wo sich die geballten polizeilichen Kräfte des Staates Sachsen, die das Innenministerium laut eigenen Angaben im Vorfeld zusammengezogen hat, eigentlich aufgehalten haben, beziehungsweise gegen wen genau da im Vorfeld eine mediale Drohkulisse aufgebaut werden sollte.

Der einzige gereizte Moment findet bei den Rangeleien um die letzten Plätze im Zug statt, da die Deutsche Bahn, die ansonsten jedes beliebige Zweitligaspiel mit sowas unterstützt, es nicht für nötig befunden hat, Sonderzüge einzusetzen. Ansonsten ist es ein schöner Abend ohne Ausreißer nach unten, der einem allerdings auch nicht das Gefühl gibt, dass wir jetzt alle zusammen die AfD mit einem Arschtritt aus den Parlamenten zurück in die Mottenkiste der Geschichte befördern. Es war ein Mainstreamfest mit einem Mainstreamanliegen: Nazis haben keinen Platz auf der Straße. Dass das trotz allem anscheinend immer noch breiter Konsens ist, beruhigt. Dass die unspektakuläre Stimmung genau der selbstverständlichen Feststellung "Wir sind mehr" entspricht, macht glücklich.

Fotos

Marteria, Kraftklub und Co

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3 Kommentare mit 62 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    ich verstehe die kritik an dieser veranstaltung nicht. konzerte und demos sind fast immer symbolisch und in de seltensten fällen bewirken sie etwas. es geht dabei um farbe bekennen
    die nazidemo in chemnitz war ja auch kein stück anders. aber statt zu feiern, wollen die neorechten lieber dumpfe paroleb brüllen oder jagd auf ausländer machen. die kritik an wirsindmehr liest sich mehr wie das beleidigte geheule von personen an, die wütend sind, dass auf ihrer party weniger menschen gekommen sind.
    die crowd bei wirsindmehr: bunt, akademisch, jugendlich, hedonistisch. zielgruppe: gewinnertypen zwischen 20 und 40.

    die crowd bei den nazis: braun, proletenhaft, wütend, spassbefreit. zielgruppe: hools und verängstigte omas

    • Vor 3 Monaten

      die crowd bei wirsindmehr: oberschüler und studenten in den ersten semestern, deren taschengeld respektive bafög nid für die casper/materia-tour (45-50€) den Lollapalooza-gig von kiz (mutmaßlich 140€) reicht und denen 35€ für fette sahne fischfilet zu viel ist...

    • Vor 3 Monaten

      dennoch ne bessere crowd als die von hass zerfressene sächsische grandma und skinhead-ronny

    • Vor 3 Monaten

      Gut und Böse, das sind doch bürgerliche Kategorien. Torqui verweist da auf etwas mMn schon sehr wichtiges, und zwar, dass die politische Spaltung in diesem Land auch teilweise parallel zu einer demografischen/wirtschaftlichen Spaltung verläuft, wo Unterprivilegierte rechts und Privilegierte links vom Graben stehen. (Es gibt natürlich zahlreiche Ausnahmen, aber Studis und Bildungsbürgertum vs Arbeiter/Arbeitslose kommt doch schon nah an die Wahrheit ran, wenn mensch sich auf der Straße / in den Demos umschaut.)

      Die linke Rhetorik, die mensch dann in Chemnitz hört (wenn auch nicht von jeder Rednerin), geht wörtlich fast so: "Wir wollen nichts mit den Menschen zu tun haben, die unser Land spalten wollen" - schöne Einladung zum Dialog und zum Miteinander. Da wünscht sich mensch doch etwas mehr Reflektion und weniger stumpfe Gruppenpolarisierung.

      Der demokratische Verweis darauf, dass mensch mehr ist, ist zwar ein schönes Zeichen im Sinne der Außen- und Selbstwahrnehmung, lenkt damit aber auch nur vom Kernproblem ab, und das ist (Vorsicht, These) die wahrgenommene Chancenlosigkeit Einzelner in dieser Gesellschaft, welche den Bauernfang durch AFD etc. möglich macht.

      Das Konzert und das ganze Drumherum ist natürlich nicht das Problem, sondern nur ein Symptom, das die Gesellschaft zeigt, während sie versucht, sich gegen einen unerwünschten Virus zur Wehr zu setzen.

      Bevor ich komplett ausschweife: Wie sich das Problem der Spaltung und der noch tieferliegenden Probleme lösen lässt, weiß ich natürlich nicht im Detail, aber es wäre mMn zumindest lohnenswert sich darüber Gedanken zu machen.

    • Vor 3 Monaten

      "zielgruppe: gewinnertypen zwischen 20 und 40."

      Befürchte fast, dass das kein Zynismus ist. :lol:

      Sancho 2.0 in linksgredreht?

    • Vor 3 Monaten

      war natürlich nicht komplett ernst gemeint ;D mit dem neoliberalen progressivismus habe ich ja auch meine probleme, aber bei allem spott ggü den ganzen linken studierenden: die statistiken belegen, dass es selbst cultural studies absolventen on the long run ökonomisch besser gehen wird als restbevölkerung. wenn wir die nützlichkeitslogik der rechten als masstab setzen, sind die ganzen hedonistischen linken gewinnertypen. bislang haben sie ja auch die gesellschaftliche diskurshoheit, was die rechten ja so bejammern und bekämpfen wollen. sich über "die gutmenschen" lustig zu machen wirkt irgendwie nur salty und schwach.

      krass formuliert kann man natürlich sagen, dass altrechts die gegenbewegung und damit der neue punk ist. nur halt ohne die musikalische und künstlerische untermalung zu besitzen. bis auf memes kommt da nicht viel von den "neuen punks".

    • Vor 3 Monaten

      dieses märchen von arm vs reich bzgl aufkommenden rechtsrucks stimmt zwar ein bisschen, ist natürlich nur ein teil der wahrheit. die afd wird auch von ökonomisch gut situierten gewählt.
      diskurs ist natürlich wichtig, aber man kann mit menschen nur schwer diskutieren, die eine solche menschenverachtung artikulieren wie die ostdeutschen wutbürger. teilweise werden sie auch physisch rabiat. warum also einseitig die schuld bei den "privilegierten gutmenschen" suchen? es hat sich irgendwie eingebürgert, den besorgten bürger nicht mehr für voll zu nehmen und ihn ständig zu entschuldigen. man kann nicht akzeptanz einfordern und zugleich ausgrenzung krakeelen.

    • Vor 3 Monaten

      die afd wurde laut wähleranalysen tatsächlich auch von vielen SPD wählern gewählt. Krass wie viele Nazis in der SPD sitzen hm?
      De Facto sind es Leute wie du die mit ihren selbstgemachten Analysen schon genau wissen "was das Problem" ist und gar nicht bereit sind, auch nur im Ansatz zu diskutieren da das alles ja automatisch nur "Rechts" und "Faschos" sind.
      und statt sich dann von dir sagen zu lassen dass man eh keinen Plan hat und doch mit dem "braunen Sumpf verrecken" soll (oder andere Eloquente Abfertigungen aus der "intellektuellen" Ecke), wählt man dann einfach mal was anderes als das übliche.

      Die AfD und deren Erfolg ist in erster Linie und vor allem ein gewaltiges "Fick dich" an alle, die beschlossen haben Ängste und Sorgen (ob berechtigt oder nicht) ab zu tun mit einem "du bist doof du rechter Nazibengel" statt sich effektiv damit zu befassen.
      und solange die Anliegen der AfD (oder eines Trump oder eines FN oder einer 5Stelle/Lega usw. usf.) so behandelt werden wie du das hier plakativ vertritts, so lange werden die Leute das weiterhin wählen denn... ebenjene hören ihnen zu.
      und das sind nicht wenige.

    • Vor 3 Monaten

      @covi: Klar, die AFD wird auch von Gutsituierten gewählt (und die haben andere Motive, als der Großteil der Unterstützer), ich bin mir aber sicher, dass mensch eher die Untere- und Mittelschicht brauch, um 40% bei Kommunalwahlen auf dem Land zu bekommen.

      Entschuldigen darf mensch insbesondere Gewalt in Wort und Tat nicht. Es gibt aber die Möglichkeit, sowohl nein zu sagen, als auch zu begründen, warum mensch dagegen ist. (siehe auch anderer Faden unten)

      @Cafi: Weiß nicht, an wen das gerichtet ist :confused:

    • Vor 3 Monaten

      @covfefe & CafPow (covfpow):
      Ich finde ihr trefft da beide einen richtigen Punkt. Fakt ist halt schon, dass von vielen AfD-Leuten und auch sympathisanten ein Grad der Menschenverachtung in den Diskurs gebracht wird, der in einer demokratischen Gesellschaft nicht tolerierbar ist und es nicht sein darf. Das Problem war bzw. ist dabei aber vielleicht, dass mit dieser Nichttoleranz von Diskursnormen gleich der sich äußernde Mensch oder eine Menschengruppe mit abgestempelt wurde und das vielleicht nicht oft genug, vielleicht auch aus instinktiver (durchaus berechtigter) Empörung heraus, nicht gut genug kommuniziert wurde, was genau man hier ablehnt und der Mensch sich dadurch von den "Eliten" missachtet oder nicht ernst genommen fühlt.
      Das ist aber auch ein schmaler Grad. Solchen Leuten bedingungslos zuzuhören und auf sie einzugehen und dadurch zu sorgen, dass sich der Diskurs selber immer mehr ins Menschenverachtende schiebt (Seehofer, hust hust) kann es halt auch nicht sein. Und es ist ja auch nicht so, dass wir uns nicht inzwischen schon auf ein strengeres Asyl- und Grenregime zubewegen, Polizeiaufstockung ist ja auch geplant. Dass hier niemand komplett nicht ernst genommen wird, ist ja auch nicht der Fall

    • Vor 3 Monaten

      Mittlerweile ist es offiziell: Es gab NIE Hetzjagden. Die Regierung, die Medien und vor allem linke Gutmenschen, welchen Hetze und Faschismus immer willkommen ist, solange es gegen Rechts geht, haben das nur erfunden und verbreitet und die ganzen #wirsindmehr Opfer, welche ja meinen alle anderen werden manipuliert, sind dieser Lüge bereitwillig hinterher gelaufen.
      Also ja genau DESWEGEN hab ich was gegen dieses konzert. Punks machen die Drecksarbeit der Regierung und wieder werden eigentliche Probleme nicht angegangen, weil man sich mal wieder gegen Rechts äußern konnte. Also komm mir nicht mit, sie helfen vielleicht nicht aber schaden tun sie auch nicht. Doch tun sie, das tut Propaganda immer.

    • Vor 3 Monaten

      @Spiegel: Mit "NIE" meinst du auch vor 1945?

      Gruß,
      Skywise

    • Vor 3 Monaten

      auf "ausländer" wurde auch vor 45 keine hetzjagd betrieben ... :hutwhiz:

    • Vor 3 Monaten

      zumindest im eigenen land :saint: ;-)

    • Vor 3 Monaten

      Inwiefern ist denn da irgendwas "offiziell"? Nur weil ein Regierungschef alle existierenden Bilder und Videos komplett ignoriert, nur um den Eindruck zu vermitteln, bei ihm im Land wäre alles super, muss man das nicht automatisch unreflektiert nachplappern. Ich denke lieber selber nach :tongue:

    • Vor 3 Monaten

      naja es hat 3 anzeigen gegeben. Wegen KV. das ist recht wenig für einen zünftigen Pogrom. Keine ahnung. Bei ZON wird verlinkt wie da ein paar leute grölen "...wir sind A.H. Hooligans" während sie da lang laufen. Und das ist dann der gewalttätige Mob. Das mag nid schön sein und mgla für den ein oder anderen schwer ertragbar, aber das ist noch kein (gewalttätiger) Mob. Geshweige den ein Pogrom.
      So im Verhältnis. Es gab auf youtube ein schönes video aus Polen. Da hat der besitzer einer Dönerbude in mehr oder weniger Notwehr einen polnischen Alkie niedergestochen. Dann kamen dessen Freunde und Nachbarn und haben dann den Laden komplett verwüstet und Leute verhauen. Das wäre einem Mob oder einem "Pogrom" nahe.
      Dumme Sprüche skandieren und 3 Anzeigen wegen KV sind noch kein "gewalttätiger Mob" und das Videomaterial sieht auch nicht nach "Hetzjagden" aus. Zumal einige der kursierenden Videos sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass da footage von verschiedenen tagen zusammen geschnitten wurde

    • Vor 3 Monaten

      Unabhängig davon, ob das nun alles so war oder nicht, sind diese Videos wirklich kaum verwertbar und wie vielerorts bereits erwähnt, gab es so gut wie keine (erfassten) Gewaltausbrüche im Rahmen der Veranstaltung.
      Das macht die Dinge, die erwiesen geschehen sind, nicht besser, doch wirft wie so oft ein fahles Licht auch auf die Gegenseite (der Berichterstattung).

    • Vor 3 Monaten

      Inwiefern? Kannst du mir da irgendein konkretes Beispiel nennen?
      Und nehmen wir an ein Reporter oder dritter Zeuge hat etwas derartiges Gesehen aber kein Videomaterial, sollte der Journalist dann nicht davon berichten?

      Finde so eine Medienkritik immer sehr einfach. Man weiß ja selber noch viel weniger, was vorgefallen ist, ist sich aber oft trotzdem sicher, dass das irgendwie kritikwürdig sei. Ich weiß immer nicht, was ich von solchen Aussagen halten soll. Natürlich ist blindes Vertrauen genauso fragwürdig. Aber wenn wir jetzt jede journalistische Aussage, die wir nicht selber nachprüfen können, ablehnen, dann ist Journalismus wie er bisher immer funktioniert hat tod. Dann sollten wir uns aber vielleicht auch auf neue Standards der Wahrheitsfindung einigen, anstatt nur zu nörgeln.

    • Vor 3 Monaten

      Das Nörgeln war jetzt nicht auf dich persönlich bezogen, sondern eher auf das allgemeine Phänomen.

    • Vor 3 Monaten

      @Gleep
      deine Aussage:
      "Und es ist ja auch nicht so, dass wir uns nicht inzwischen schon auf ein strengeres Asyl- und Grenregime zubewegen, Polizeiaufstockung ist ja auch geplant. Dass hier niemand komplett nicht ernst genommen wird, ist ja auch nicht der Fall"

      Na was wollen sie denn sonst machen? WEiterfahren wie bisher?
      Dass das nicht klappt ... q.e.d.
      und dann rennen ihnen noch weiter die Leute weg und bei den nächsten Wahlen ist alles komplett zerstört.

      Was uns nur lehrt das Politik aus jedem Spektrum des Links-Rechts-Schemas vor allem nur das tut, selbst an der Macht bleiben.
      Und sich der (wahrgenommenen) öffentlichen Meinung beugen (oder bücken).
      und wenn es um menschenverachtendes Ausschlachten von "HAppenings" geht, sind linke Politiker genau so schnell bei der Sache wie rechte.
      Da muss nur ein Boot untergehen mit 200 Flüchtlingen und du kannst Gift drauf nehmen dass du irgend n Roten hast der das zu seinen Gunsten auf schamloseste und übelste Art und weise ausschlachtet.

      Nicht, dass der Braune Bert daneben besser wäre. Ich sag nur, da ist einer Mist und der andere Dreck.

      Immerhin tun sie jetzt das, was bürgerliche hierzulande schon vor 2-3 Jahren verlangt haben. Mittlerweile scheint es wieder okay zu sein ein Auffangzentrum in Lybien zu planen. Vor 2 Jahren wurde man als "literally Hitler" gebrandmarkt wenn man an sowas dachte.

      Das ist doch Panne?

    • Vor 3 Monaten

      @catpow
      kommt immer glaubwürdig rüber, sich über dem rechts-links-schema zu stellen und so zu tun, als würde man beide seiten gleichermassen ablehnen. anschliessend kritisierst du aber nur linke politiker, die in deinen augen angeblich die unglücke im mittelmeer für ihre zwecke instrumentalisieren. du gehst sogar noch weiter und lässt im subtext mitschwingen, dass rechte ansichten die besseren antworten für migrations- und sicherheitspolitik haben. ausserdem wäre es nett gewesen, wenn dein platzierter strohmann - die bösen medien und linken eliten, die alle "vernunftbegabten" als nazis und little hitlers denunzieren - nicht so plump ausgefallen wäre.
      tu doch nicht so, als seist du neutral. da ist ein droque doch 88mal sympathischer, weil er nicht mal versucht, objektvität vorzuspielen.

    • Vor 3 Monaten

      gut, da deine Kritik durchaus nachvollziehbar ist, stelle ich hier klar das ich auch die extreme Rechte mit verurteile wenn ich darf.
      damit wir das noch gesondert klar stellen.

      Ich bin durchaus schuldig, was du mir da vorwirfst. Was vor allem daran liegt das ich oftmals den Eindruck habe das man die linke seite etwas freier machen lässt, während man den eher rechteren ja eh sofort auf die Finger sieht und Warnschüsse abfeuert. Wobei auch das nur mein Persönlicher Eindruck ist.

      Ich bin persönlich nicht neutral, gebe ich zu, und meine Kritik richtet sich auch gegen das ... "linke Establishemt" wenn ich das mal so nennen darf.
      Dennoch ist die Kritik in meinen Augen berechtig und obschon du mich persönlich kritisieren darfst (und sollst), bin ich der Meinung das meine Aussage an und für sich deswegen nicht an Wahrheit verliert.

      Das Argument Seite A sei weniger Scheisse weil Seite B noch viel mehr Scheisse ist, ist ja auch ein wenig Panne, also lösen wirs mal davon ab und kritisieren einfach nur die eine Seite, okay?

      Achja und genau die Worte "vernunftbegabt" und "nazi" wollte ich NICHT in dem Zusammenhang haben weshalb ich eben auch "so tue als wäre ich neutral."
      Denn ein Nazi kann kaum vernünftig sein. Aber ein etwas politisch rechts eingestellter Mensch ist nicht gleich ein Nazi. Durch deinen Vorwurf hier zeigst du schön, WARUM ich mich so neutral hinstelle. Genau darum.

    • Vor 3 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 3 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 3 Monaten

      "Na was wollen sie denn sonst machen? WEiterfahren wie bisher?
      Dass das nicht klappt ... q.e.d.
      und dann rennen ihnen noch weiter die Leute weg und bei den nächsten Wahlen ist alles komplett zerstört."

      Ich habe das ja jetzt gar nicht positiv oder negativ bewertet. Sodern nur darauf hingewiesen, dass viele ursprünglich gestelle Forderungen schon längst ihre Umsetzung gefunden haben oder in Planung sind, der Unmut von Teilen der Bevölkerung oder die Beliebtheit der AfD trotzdem nicht kleiner geworden ist.

      "Was vor allem daran liegt das ich oftmals den Eindruck habe das man die linke seite etwas freier machen lässt, während man den eher rechteren ja eh sofort auf die Finger sieht und Warnschüsse abfeuert."

      Und? Ist das jetzt automatisch schlecht? Das ist ja nur dann empörungsbedürftig, wenn man es wie du sieht, dass das linke und rechte Extrem genau gleich schlimm ist. Was zwar von vielen Seiten immer geplärrt aber interessanterweise selten irgendwie gut begründet wird. Von daher wären vllt konkrete Beispiele mal hilfreich, wo genau du meinst, dass das der Fall ist. Dann könnte man das vllt auch näher analysieren. Ich habe mich hier auch schon an anderer Stelle darüber ausgelassen, warum ich diese Äquivalanz für viel zu einfach und nur bedingt haltbar halte

    • Vor 3 Monaten

      zum ersten: ja sie fangen an und setzen gewisse Dinge um. Wenn diese Dinge (und eventuell weitere) greifen, dann -so behaupte ich einfach mal- wird die AfD auch wieder ... "vergehen" ... und ich denke das ist auch besser so.
      Die AfD per se zu verteufeln halte ich für falsch, wobei sie mittlerweile schon ... auch nicht mehr dasselbe ist wie zu anfang und für mich an Glaubwürdigkeit verloren hat aber das muss jeder selber wissen, wir werden sehen was die Zukunft bringt.
      Aber ich denke nicht, dass sich die AfD lange halten wird wenn die anderen Parteien anfangen auch ... nun sie fangen an soweit. Wie du sagst.

      zum Zweiten:
      ob sie "genau gleich schlimm" sind? Ist es wichtig wie gleich oder ob einer etwas gleicher schlimm ist?
      Reicht es nicht wenn ein Polizist von nem "linke-Steine-Werfer" ne Flasche an den Kopp bekommt, das man das verurteilt, selbst wenn der FAscho daneben ... "n Neger verkloppt" ... kann man nicht beides Scheisse finden?
      Die Sache ist die, das ich subjektiv das Gefühl hab, dass auf die Rechten schon genug aufgepasst und draufgehalten wird (und das ist auf jedenfall gut so, und wichtig), viel zu oft wird die Linke Seite aber komplett kritiklos einfach so geschluckt. Man kann sich mal die Reaktion einiger SP-Politiker in der Schweiz angucken als Castro starb. Skandalös, und keiner sagt was.
      Da ... fühlt es sich so an als obs nötig ist, da eben auhc ab und zu den Finger drauf zu halten. Darum kritisiere ich oft diese Haltungen der linken die für mich gefühlt zu unreflektiert aufgenommen werden, während ein eher bürgerlicher Politiker nicht mal pupsen darf ohne gleich nen Hitlervergleich mit sich nach zu ziehen.

    • Vor 3 Monaten

      "Wenn diese Dinge (und eventuell weitere) greifen, dann -so behaupte ich einfach mal- wird die AfD auch wieder ... "vergehen"

      Bezweifle ich so ein bisschen. Schlicht weil da bei der AfD halt auch ein sehr irrationales Element drin ist und das sich nicht so leicht von nüchternen faktischen Veränderungen beeindrucken lässt, sondern solange weiter bestehen wird, bis die "gefühlte Realität" sich auf die eine oder andere Weise wieder verändert. Aber in die Zukunft gucken können wir beide nicht, von daher wird sich's halt einfach zeigen müssen.

      "Reicht es nicht wenn ein Polizist von nem "linke-Steine-Werfer" ne Flasche an den Kopp bekommt, das man das verurteilt, selbst wenn der FAscho daneben ... "n Neger verkloppt" ... kann man nicht beides Scheisse finden?
      Die Sache ist die, das ich subjektiv das Gefühl hab, dass auf die Rechten schon genug aufgepasst und draufgehalten wird (und das ist auf jedenfall gut so, und wichtig), viel zu oft wird die Linke Seite aber komplett kritiklos einfach so geschluckt."

      Natürlich sind die beiden Beispiele beide scheiße. Aber das liegt, so würde ich argumentieren, nicht daran, dass links und rechts beide scheiße sind, sondern daran, dass GEWALT scheiße ist. Davon kann und sollte man sich ja ganz unabhängig der politischen Position einigen können.
      Deine weiteren Ausführungen gehen aber soweit ich das interpretiere mehr in die Richtung, welche politischen Positionsäußerungen eher toleriert werden. Und da sehe ich auf rein ideologischer Ebene zumindest tatsächlich einen gewaltigen Unterschied zwischen linken und rechten Ideologien. Einfach, dass linke Ideologien zumindest auf theoretischer Ebene nicht inhärent menschenfeindlich sind. Wenn alle Menschen kommunistisch leben wollten und das ohne Parteiendiktatur ginge, wäre daran moralisch ja überhaupt nichts auszusetzen. Krass linke Positionen sind in der Hinsicht vllt oft realitätsfern, aber nicht moralisch verwerflich. Stark Rechte Ideologien sind aber selbst auf theoretischer Ebene stark Menschenfeindlich, z.B. blank rassistisch. Von daher macht es da vielleicht auch schlicht und einfach Sinn, dass wir da andere Standards setzen und öfter eine Distanzierung von rechtem als von linkem Gedankengut fordern.

    • Vor 3 Monaten

      Ein Castro-Trauerer kann z.B. immernoch sagen "schade, dass das mit dem Sozialismus in Kuba nicht geklappt hat und zum Unrechtsregime wurde, ließe sich die Idee dahinter menschlich umsetzen, wäre das vllt ja gar nicht mal so schlecht". Ein Hitler-Trauerer kann das gleiche über den Nationalsozialismus wohl kaum sagen, da da das Unrecht halt auch schon in der Ideologie selber steckt.

    • Vor 3 Monaten

      Gleepi spricht wahr.

  • Vor 3 Monaten

    Ich verweise an dieser Stelle auf den Facebook-Post von Tarik Tesfu, den ich hier einfach mal als Zitat anfüge:

    "Wenn #wirsindmehr bedeutet, dass fast ausschließlich weiße männliche Musiker ein Zeichen gegen Rassismus setzen, dann wird eine Sache mehr als deutlich: Fehlende Pluralität und patriarchale Strukturen sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Auch bei denen, die das ändern wollen. Sich gegen Rassismus einzusetzen, heißt auch Platz machen, Privilegien checken und im Fall von #Chemnitz Künstler_innen auf die Bühne holen, die nicht ausschließlich weiß, nicht cis und/oder nicht heterosexuell sind. Ansonsten ist die Sache leider nicht ganz rund. Darüber müssen wir reden, auch und gerade weil Chemnitz gestern ansonsten echt gerockt hat.

    • Vor 3 Monaten

      Hat anscheinend Nura übersehen.

    • Vor 3 Monaten

      Typische SJW Rhetorik. Pack ein und verpiss Dich!

    • Vor 3 Monaten

      Das ging an den SJWlarry, nicht an Dich tonitasten.

    • Vor 3 Monaten

      Und Tarek, oder war der nicht auch am Start?

      @SAREK: Typische Hurensohnrhetorik. Sowas sagt man nur, wenn man keine guten Argumente mehr hat. Oder nie welche hätte.

    • Vor 3 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 3 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 3 Monaten

      Ich muss sagen, ich find's fast noch wirkungsvoller, wenn weiße Männer, also die, die eigentlich am wenigsten Diskriminierung ausgesetzt sein sollten, sich trotzdem gegen Diskriminierung stark machen..
      Desweiteren finde ich solche Forderungen nach Pluralität ohne den jeweiligen organisatorischen Kontext zu bedenken, ziemlich übertrieben. Soweit ich das z.B. verstanden habe, ist das ja auch auf freiwilliger Basis passiert und die Künstler haben die Kosten größtenteils selbst gestemmt

    • Vor 3 Monaten

      Hab das ganze ja gestern noch gefeiert, ich glaub Gleep du hast es mitbekommen und sich für meinen Freude mit gefreut. Nun hier im Faden bzw. auch anderen, wird gerade so getan, als wenn die Mehrheit die bisher mit ihrem fetten Ärschen sich bequem gemacht haben, beim Meinung kund tun, jetzt wo sie das tun, sich anfangen müssten zu schämen. Lächerlich ist das......

    • Vor 3 Monaten

      Es ist interessant zu sehen, wie sich Leute für eine vermeintlich "gute Sache" (meine Meinung sieht dazu anders aus, siehe den Chemnitz Post) einsetzen und dann von Leuten aus dem eigenen Lager passiv-aggressiv auseinander genommen werden. Die Linke Bewegung streitet sich aktuell darum, wer am meisten rumopfern kann, anstatt einen soliden Gegenpol zu bilden und die Grabenkriege zumindest bis zur Bundestagswahl etwas zurückzuhalten. So wird das nichts.

    • Vor 3 Monaten

      Und Speedi, nur weil Leute hier kommentieren und durchaus berechtigte Kritik üben bedeutet das nicht, dass sie auf ihrem fetten Arsch rumsitzen und sonst nichts machen.

    • Vor 3 Monaten

      @Larry:
      Speedi nochmal lesen. Speedi bezieht sich mit dem Arschsitzkommentar auf die Leute, die bei #wirsindmehr abhotten.

    • Vor 3 Monaten

      Ansonsten teile ich aber deinen Punkt. Als passiv-aggressiv lese ich das jetzt nicht, destruktiv und etwas überzogen finde ich es aber trotzdem.

    • Vor 3 Monaten

      My Bad, Tut mir leid!

    • Vor 3 Monaten

      @Larry: Es gibt kein "linkes" Lager und kein "rechtes", das sind beides äußerst heterogene Menschengruppen. Ein eindimensionales politisches Spektrum ist außerdem eine ganz schlechte Modellierung und führt zu Denkfehlern wie deinem.

  • Vor 3 Monaten

    Nachdem hier ja die kritischen Stimmen bzgl. der aktion in der Mehrzahl zu sein scheinen, hier noch ein paar Gedanken dazu:

    Das Motto halte ich für gelungen. Das "wir" hat ja eben keine (partei-)politische Zuschreibung. Also über ein "wir, die die Hitlergrüße, fremdenfeindlichen Parolen und gruppenstarken Angriffe auf Ausländer ablehnen" hinaus. Da ist doch wurscht, wo man sein Kreuzchen setzt. Das muss in dieser Schlichtheit einfach breiten Konsens finden und mobilisieren. Und dass es das auch getan hat ist wichtig! Es löst das Problem struktureller Verankerung rechtsextremer Kräfte in der Gesellschaft nicht? Ja, logo nicht. Das kann ja nun auch nicht ernsthaft der Anspruch an so EINEN Abend sein. Aber im Gegensatz zur feierabendlichen Sesselfurzsession setzt es ein Zeichen, dass diese Spinner nicht "das Volk" sind, nicht die Mehrheit sind und dass ihr Verhalten von eben der auch nicht gutgeheißen wird.

    • Vor 3 Monaten

      Nachtrag:
      Auch zu diesem Anlass hier greifen ja wieder Stimmen um sich, die das Ganze als Event der Selbstgerechten, als kollektives Schulterklopffest schmähen. Wie hätte - aus eurer Sicht - die Veranstaltung denn ablaufen müssen, damit dieser Vorwurf nicht aufkommt? Ich persönlich habe einige der Bühnen-Statements als durchaus als aufrichtig demütig empfunden. Einfach nix machen ist keine Option!

    • Vor 3 Monaten

      @Kubischi:
      Stimmt. Aber ich habe mich gefragt, warum man beispielsweise nicht noch mehr Buntes auf die Bühne geholt hat. Die üblichen Verdächtigen, vor allem die von weit links, hätt's eigentlich in der Summe gar nicht gebraucht. Nichts gegen Feine Sahne Fischfilet, aber Künstler, die offen verurteilen, was in Chemnitz abging, kann man sicher auch deutlich weiter in der Mitte finden, oder anders: gegen faschistische Tendenzen findet man auch anderswo klare Worte als am linken Rand.
      Und sonst - ach Scheiße, der geschätzte Heinz Ratz von Strom & Wasser hat's doch vorgemacht: bringt die Vorurteile auf die Bühne, gebt ihnen Gesicht und Stimme, laßt sie erzählen. Unter den ersten, die aus Ländern flüchten, gehören traditionell die Künstler, die das Maul aufmachen, vor allem die unbequemen. Laßt sie gemeinsame Sache mit ihren Fürsprechern machen, holt sie doch aus ihren Einrichtungen, aus ihren Alltagsjobs raus, gebt ihnen an diesem Tag Instrumente in die Hand, laßt sie ihre Lieder gleichberechtigt oder sogar gemeinsam mit den deutschen Bands singen, gebt ihnen ein Rampenlicht, übersetzt, was zu übersetzen ist. Klingelt ein bißchen durchs Land, wer da mit wem gemeinsame Sache macht. In Dresden die Banda Comunale/Internationale wäre doch beispielsweise eine gute Wahl gewesen, die hätte sich sicher für das heutige Konzert dort gut warmspielen können. Einfach ein Konzert gegen Haß und Intoleranz, gegen Rassismus und gegen Vorurteile, gemeinsam mit Betroffenen anstatt diese ausgerechnet bei so einem Konzert auszugrenzen. Klarere Worte als das vielschichtige "#wirsindmehr", denn sich allein auf die Summe von Stimmen zurückzuziehen, wird doch nun wirklich der Sache nicht gerecht.
      Ich weiß nicht, ob sich an dem Tag auch ein paar Gestalten aus der Politik ans Mikro getraut haben, um ein paar Worte zu sprechen und Dialogangebote zu unterbreiten ... wünschenswert wär so was auf alle Fälle, denn - sicher hat das Konzert die Ausgangslage nicht verändert. Aber man sollte daran arbeiten, daß sie sich ändert, und zwar nicht durch radikale Ideen.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 3 Monaten

      Kollidiert alles mit der Zeit die man tatsächlich hatte @Sky. Für die kurze Zeit, vom Mord, über die Raufbolde, hin zu ersten Worten von Verantwortlichen, war das Konzert eine gute und wichtige Aktion. Finde man sollte da das Pfläzchen noch klein ist, es nicht gleich wieder zerreden?

    • Vor 3 Monaten

      Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. "#wirsindmehr" ist doch pure Provokation und fast schon Häme ggü. der Gegenseite, die eben nicht nur aus Neo-Nazis und anderen Rechtsextremen- oder radikalen besteht.
      Diese sorglose, ignorante Abgrenzung ohne jegliche inhaltliche Substanz ist doch mit das Letzte, was eine derartige Situation erfordert. Da wird sich auf einem Konsens ausgeruht, indem man sich damit zufrieden gibt, dass die eigene Meinung "gegen Nazis zu sein", noch stark mehrheitsfähig ist (von den vielen anderen Anreizen, so eine Veranstaltung zu besuchen, Mal ganz zu schweigen).
      Mindestens 2 Punkte hätten mMn. (besser) kommuniziert werden sollen: 1. Trauer/Solidarität 2. Selbstkritik/Eingestehen eigener Fehler oder zumindest ein Zugehen auf die Gegenseite, in welcher Form auch immer, OHNE Rassismus zu relativieren.

    • Vor 3 Monaten

      Ansonsten siehe auch @Kryptas Posting.

    • Vor 3 Monaten

      @Skywise Ja, das sind tatsächlich gute Vorschläge. Sowohl, was die politische Breite als auch die Vertretung der Geflüchteten selbst auf der Bühne angeht.

      Ich gebe im Hinblick auf die gestrige Veranstaltung zu bedenken: Das haben ja, so wie ich das verstanden habe, die Künstler selber, in vorderster Linie Kraftklub, die als Ansässige auch ein bisschen die Chemnitzer Ehre retten wollten (mutmaße/unterstelle ich), in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Ist doch irgendwie verständlich, dass da die Drähte zu ähnlich gelagerten Künstlern (und böglicherweise befreundeten) Künstlern einfach kürzer waren. Speziell dein zweiter Punkt klingt, so spannend und sinnvoll er auch ist, nicht nach einem Projekt für eine Woche.

      @Speedi Genau!

    • Vor 3 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 3 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 3 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 3 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 3 Monaten

      Trauer? Ich habe mir nicht gemerkt wie der Typ hies und das da wer ermordet wurde der glaube ich, irgendwas mit um 1000 Ecken zu tun hat, die Thematik berührt. Zufall, Schicksal, such es dir aus.

      Nein dieses Trauer zählt nicht, das ist Quark mit Soße, fang doch auch nicht an zu trauern, wenn Terroristen ein Flugzeug ins WTC steuern. Der falsche Aufhänger am falschen Ort eingesetzt, Nebelkerze vergiftet.

    • Vor 3 Monaten

      Zugehen auf die Gegenseite finde ich da schon wichtiger und einen guten Punkt. Meiner Meinung mach wäre die ideale Weise so etwas zu kommunizieren a)Rassismus ist scheiße, sollte in der Gesellschaft nie Toleranz finden und Teil des Diskurses sein b)unabhängig davon, ob du vorher rassistische Positionen vertreten hast oder nicht, solange du a) zustimmen kannst, bist du hier drüben bei uns herzlich willkommen und es lässt sich über alles diskutieren und deine Position wird ernstgenommen.
      b) wurde dür meinen Geschmack tatsächlich zu wenig diskutiert. Eine allgemeine Reaktion der Abgrenzung halte ich in Angesicht von Rassismus und marodierenden Nazis aber unabdingbar und schlicht unverhandelbar. Selbst wenn man dann im Eifer des Gefechts über die Strenge schlägt und zu pauschal verurteilt. Solange man klar kommuniziert, dass es nur Rassismus und Nazis sind und nichts weiter, niemand persönlich, muss diese Abgrenzung mMn schlicht erfolgen. Man muss dann natürlich auch bereit sein, Fehlverurteilungen einzugestehen und das ist vllt eher dein Punkt. Von daher kann ich das jetzt schon nachvollziehen, finde das nur schwer das von einer undefinierten Masse kategorisch zu fordern.

    • Vor 3 Monaten

      @Mundi Inhaltliche Substanz kann man von so einer Veranstaltung doch nur bis zu einem gewissen Grad erwarten. Außerdem finde ich es eigentlich gerade gut, dass man gar nicht erst so getan hat, als hätte man ein paar urkluge Tipps auf der Pfanne, wie dem beizukommen wäre. Ein schlichtes So nicht! eben. Das trägt ja auch dazu bei, dass es eigentlich viele unterschreiben können sollten (An diesem Punkt, lieber Skywise, nur falls du noch mitlesen solltest, beisst sich aus meiner Sicht bei dir übrigens auch so ein bisschen die Katze in den Schwanz).

      Warum ich das Motto im Ggsz zu dir gut finde, hab ich ja oben schon ausgeführt ;)

    • Vor 3 Monaten

      "die eben nicht nur aus Neo-Nazis und anderen Rechtsextremen- oder radikalen besteht"

      Die Entnazifizierung ist unter anderem daran gescheitert, das der größte Teil der Deutschen damals, nicht mal ein Parteibuch besassen. Von meinem Opa der "Mein Kampf" neben "Thomas Mann" ins Bücherregal gestellt hat, sag ich jetzt besser nichts mehr. Du verstehst, mit Sicherheit!

    • Vor 3 Monaten

      @Kubischi:
      Ich weiß nicht, ob sich bei mir die Katze in den Schwanz beißt ... ich fand halt bei der Aktion zu viel übers Knie gebrochen. Sicher - Respekt haben die Leute, die das in Windeseile aus dem Boden gestampft haben, schon verdient, und ich glaube auch, daß man natürlich liebend gern ein eiliges Zeichen setzen wollte, aber wenn man sich ein paar Tage mehr Zeit gelassen hätte, wäre etwas mit mehr Substanz dabei rausgekommen, zumal sogar noch die Stadt Chemnitz am selben Strang gezogen hat und damit nicht nur der Zugriff auf Veranstaltungstechnik, sondern auch auf Veranstaltungsdaten und Kontakte vorhanden war ... plus halt noch auf die politische Ebene. Man hätte mehr reißen können und eventuell sogar entschlossener, hätte man nicht Hau-Ruck praktiziert.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 3 Monaten

      Denkfehler, Sky und ja natürlich wünsche ich mir eine große Aufarbeitung und in den richtigen Kontext gestellt Veranstaltung, wie du sie beschreibst. Nur machmal gibt es so was wie "Carpe Diem" was etwas mehr zählt und ich hoffe das wir gestern so einen Momentum mal nutzen, damit muss man vorerst zufrieden sein. Schau was aus der Friedensdemo 83 geworden ist, ich wette Chemnitz, wäre heute noch Karl Marx Stadt, keine Ahnung ob du verstehst was ich sagen will? Gedult jetzt und beharrlich da raus lernen, ist angesagt.

    • Vor 3 Monaten

      @gleepglorp
      Man müsste Rassismus erst mal klar definieren. Wer gegen zunehmende Straßenkriminalität demonstriert die meißtens von Zugewanderten erfolgt, ist in meinen Augen kein Rassist. Und um Kriminalität ging es bei der ersten Demo auch den 4000 Chemnitzern. Mich ärgert nur das die Medien das fast ausgeblendet haben. Die 100 oder 200 Rechten waren dann für die Bilder verantwortlich, für die man sich eben mehr interessierte.

    • Vor 3 Monaten

      @uerb:
      Nope, die erste Demonstration war sonntags, eine Spontandemo von ein paar hundert Männekens, zu der der Landesverband der AfD aufgerufen hat. Auf dieser Demo "gegen Gewalt" gab's die wahrscheinlich völlig friedlich gemeinten Flaschenwürfe auf Beamte. Dieser Aufruf sprach übrigens - ohne daß hier irgendwas zu den Tätern bereits ermittelt war, noch vor dem Haftbefehl - davon, daß "an diesem tragischen Vorfall maßgeblich ['Merkels Gäste'] beteiligt" seien. Kann man also so deuten, als ob da jemand gegen Gewalt demonstrieren soll, und als ob sich da zufälligerweise ein kleiner knuffiger Seitenhieb gegen die Politik der Kanzlerin oder gegen die Leute, die durch ihre Politik ins Land kamen, reinverirrt hat. Kann man auch als rassistische Äußerung und eiskaltes politisches Kalkül deuten. Die erste Demo hatte also auch ohne die Flaschenwürfe bereits im Vorfeld ihr "Geschmäckle".

      Montags kamen dann ein paar tausend Demonstranten zusammen nach einem Aufruf der Rechtspopulisten von Pro Chemnitz. Da kochte die Stimmung schon recht früh hoch. Wer das mitbekam (wohlgemerkt: ich unterstelle hier, daß das nicht jeder mitgekriegt hat) und trotzdem mitmarschierte, darf sich von mir den Vorwurf anhören, zumindest ohne Gegenwehr von den Rechten instrumentalisiert worden zu sein, denn auf einer Demo gegen Gewalt, auf der Gewalt ausbricht, gibt es nichts mehr zu demonstrieren. Faszinierend an dieser Stelle ist, daß bei Beginn der Demo von über 4.000 Menschen die Rede war und am Ende von etwa 4.000 Menschen, zwischenzeitig von rund 6.000 Menschen. Ich weiß natürlich nicht, ob da jemand mit der Strich- oder Unterschriftenliste rum ist, aber trotz der Gewaltbereitschaft scheinen entweder die meisten geblieben zu sein oder die Zu- und Abgänge haben sich bemerkenswert die Waage gehalten ... halte ich ehrlich gesagt unter diesen Umständen für kein gutes Zeichen.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 3 Monaten

      @Skywise Katze beißt Schwanz wegen einerseits Konsens über politische Lagergrenzen hinweg und andererseits bitte mehr Substanz, meine ich. Also vielleicht nicht zwangsläufig, aber viel Spielraum hat man da aus meiner Sicht jedenfalls nicht.

      Auch was den Zeitplan betrifft übrigens. Ok, mit mehr Gründlichkeit und Vorbereitung in der richtigen Richtung wird vll. eine Vorzeigeveranstaltung wie von dir beschrieben draus. Aber die 2, 3 Wochen, die das dann Mehraufwand zieht, steht dafür im Raum, dass der rechte Mob offenbar wieder marschieren kann (in Chemnitz, in Sachsen, in Deutschland) und die Mehrheitsgesellschaft schaut und lässt es zu. Fände ich als Signal falsch.

    • Vor 3 Monaten

      @Kubi Ich hätte es unter anderen Umständen vielleicht ähnlich gesehen wie du. Aber nach den gefühlt zwei Dutzend Berichten, die ich inzwischen über Chemnitz gesehen habe und der tiefen Spaltung, die schon lange da war, hier jedoch nochmal überdeutlich wurde, verkennt ein Ausruhen auf klassischem Antifaschismus/-Rassismus meinem Empfinden nach den Ernst der Lage. Mein Hauptproblem ist wahrscheinlich sogar eher nicht die Veranstaltung selbst, sondern, dass es die einzige öffentlichkeitswirksame Reaktion von "Links" oder von mir aus auch der angeblichen "Mitte der Gesellschaft" darstellt und medial dementsprechend aufgebauscht wurde und wird.

      @Speedi Natürlich ist mir der Tote persönlich ziemlich egal. Ich sitze ja schön weit weg, in meinem Fall sogar in einem anderen Land. Sobald ich aber in die Thematik eindringen würde, durch so ein Event Teil des Diskurses werde, und dann auch noch IN Chemnitz, dem Ort des Geschehens, an dem tatsächlich gerade ein großer Teil des Landes (symbolisch) trauert, halte ich den Aspekt der Trauer fûr zentral, um das Gehör der Leute vor Ort und der Betrachter zu gewinnen und auch, um emotional überhaupt zu erschließen, was da gerade abgeht.

    • Vor 3 Monaten

      "@gleepglorp
      Man müsste Rassismus erst mal klar definieren. Wer gegen zunehmende Straßenkriminalität demonstriert die meißtens von Zugewanderten erfolgt, ist in meinen Augen kein Rassist.

      Naja, der Zusatz "von Zugewanderten" hat zumindest ein Beigeschmäxkle und so oder so sind die meisten Rassisten ja inzwischen auch klug genug ihren Rassismus hinter nicht ganz offensichtlich rassistischen Positionen zu verdecken.

      Darum ging es mir aber gar nicht. Sondern zunächst einmal um krasse und offensichtliche Phänomene. Neonazitum, Hetzjagd auf Ausländer, klar rassistische Parolen, Gewalt gegen Unbeteikigte. Das ist so das Minimum, von dem man sich distanzieren können sollte, wenn es einem um den Erhalt einer demokrstischen Gesellschaft geht. Und davon sollte sich auch jeder distanzieren können und müssen. Gerade wenn man zusammen mit Neonazis auf die Straße geht. Das sollte eigentlich eine Selbsterständlichkeit sein, schien aber zumindeet einigen schwer zu fallen.
      Dass man damit immer noch eine Menge verkappte Rassisten und Fremdenfeinde einsammelt, geschenkt, das ist dann halt so. Die muss man dann halt im Laufe des Dialoges entlarven. Und über gewisse stereotypisierende Ressentiments verfügt wahrscheinlich fast jeder, von daher ist es auch gar nicht abzuleisten die Gesellschaft komplett von Rassismus zu befreien. Und solange man seine Fehler auch einsehen kann ist das ja auch okay. Mir geht es hier wie gesagt einfach um gewissen demokratische und zivilgesellschaftliche Mindeststandards, die selbstverständlich sein sollten und die zumindet Stellenweise in den letzten Tagen ihre Gültigkeit verloren zu haben scheinten.

    • Vor 3 Monaten

      Dieser Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Hausordnung durch einen laut.de-Moderator entfernt.

    • Vor 3 Monaten

      Sprach der User der hier zu 95% nur reine Beleidigungen postet. Bist echt'n Held.