Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen Ausgeh-Tipp für dich: Fahr nach Chemnitz!

Chemnitz (laut) - Sowohl Zivilgesellschaft als auch Polizei hatten die Straße in Chemnitz zuletzt einer Melange aus Rechtsradikalen, Rechtsextremen und Rechtskonservativen überlassen. Heute Abend wollen Bands wie Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet und Kraftklub und Rapper wie Nura, Casper & Marteria, K.I.Z. und Trettmann den öffentlichen Raum zurückerobern, indem sie unter dem Motto #wirsindmehr ein Gratis-Konzert geben.

Das Ziel der Aktion beschreiben Feine Sahne Fischfilet in einem Facebook-Post folgendermaßen: "Es geht nicht darum, irgendwelche scheiß Nazis oder Leute, die diese heimlich oder auch lauthals beklatschen, umzustimmen. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Diskussion mit Nazis nichts bringt."

"Es geht nicht darum, Nazis umzustimmen"

"Es geht darum, die coolen Leute vor Ort zu supporten. Es geht darum, Kids, Alte, Junge, Anzugsträger, Leute aus den verschiedensten Subkulturen, Normalos, Studenten, Prolls zu erreichen und zu zeigen, dass hier noch was geht. Und wenn auch nur ein kleiner Teil danach auch für nächste Gegenproteste den Arsch hochbekommt und sich ermutigt und nicht alleine fühlt, dann feiern wir es richtig hart."

Auf Facebook haben über 30.000 Personen ihr Kommen angekündigt, weshalb die Veranstalter das Konzert mittlerweile 'hochverlegt' haben: Es wird nun nicht wie ursprünglich angekündigt vor dem Karl-Marx-Kopf stattfinden, sondern aus dem großen Parkplatz an der Johanniskirche ganz in der Nähe. Der erwartete Besucher-Andrang hat auch zur Sperrung mehrerer Straßen rund um die Konzertlocation geführt.

Der Bundespräsident empfiehlt ...

Sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warb auf seiner Facebook-Seite für die heutige Veranstaltung und musste sich dafür von Politikern von CDU und FDP kritisieren lassen. Diese nahmen Anstoß daran, dass der Bundespräsident ein Konzert mit der angeblich linksextremen Band Feine Sahne Fischfilet empfiehlt.

Wer es - aus welchen Gründen auch immer - nicht nach Chemnitz schafft, der kann die Veranstaltung auch im Livestream mitverfolgen:

Das Line-Up des #wirsindmehr-Konzerts:

17:00 Begrüßung & Schweigeminute
17:20 – 17:45 Trettmann
17:55 – 18:25 Feine Sahne Fischfilet
18:35 – 19:05 K.I.Z
19:15 – 19:45 Kraftklub
19:55 – 20:25 Nura / Marteria & Casper
20:40 – 21:15 Die Toten Hosen

Fotos

Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co

Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die Toten Hosen, K.I.Z. und Co,  | © laut.de  (Fotograf: Gina Wetzler) Die 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15 Kommentare mit 69 Antworten

  • Vor einem Jahr

    Haben sich alle schön gegenseitig den Heiligenschein poliert? Na dann ab ins Bett jetzt und Zähne putzen nicht vergessen!

    • Vor einem Jahr

      https://de.news-front.info/wp-content/uplo…

      das ist gelebte trauerkultur. da wird aufrichtig andacht gehalten und respektvoll getrauert, dass da jetzt einer tot gemessert wurde und 2 verletzt im KH liegen. nicht etwa wie bei den "Pogromen" (für die es keine videoaufnahmen gibt und die wohl tatsächlich ganze 4 anzeigen zur folge hatten :eek: ) am Wochenende, wo man ja KEINE TRAUER sondern nur haSS sah....

    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      Was genau möchtest du uns damit jetzt sagen? Haben irgendwelche von den Gegendemonstranten ihre Veranstaltung explizit als Trauermarsch deklariert? Behauptet das irgendjemand, der sich nicht gerade einen Stohmann zusammenbastelt? Welche Funktion genau sollen eigentlich geschwungene Deutschlandfahnen und politische Parolen bei einem "Trauermarsch" haben? Hätte das Opfer so etwas toll gefunden? Ist es nicht etwas arg dämlich fehlende "Trauerkultur" zu kritisieren, wenn die politische Vereinnahmung vorrangig und zueret von der anderen Seite ausging? Fragen über Fragen.

    • Vor einem Jahr

      Es ist widerlich von BEIDEN Seiten wie dieser tragische und unnötige Tod ausgeschlachtet wird!
      Was uns aber der Auftritt einer linksradikalen Band genau sagen will, ausser das es jegliche Geschmacklosigkeit übertrifft, bleibt ein Mysterium

    • Vor einem Jahr

      wut ist teil der trauerprozeß'. dämlich grinsend selfies schießen ist das nicht. und die politschickeria hat den demonstrationen am WE jeglichen Trauergedanken abgesprochen.
      Und, nein, es war kein deklariertes trauerfest. es war party auf dem grab eines weggemesserten, um zu zelebrieren "mehr zu sein". Als reaktion auf eine trauerreaktion. massel tov.

    • Vor einem Jahr

      Muss torque da recht geben. Gerade den Namen des Events fand ich von Anfang an problematisch, und sollte sich die Veranstaltung in genau jenem Kleingeiste angespielt haben, halte ich diese dumpfe, inhaltlose Zelebration einer Mehrheit über eine Minderheit für genau so überflüssig wie den üblichen "Rock gegen Rechts"-Kram.

      Bin mir allerdings sicher, dass es, genau wie bei dem Trauermarsch, einige aufrichtige Demonstranten gab, und spätestens da wären wir wieder bei der jüngst von mir angesprochenen Inszenierung und Instrumentalisierung beider Seiten, der ich nichts mehr abgewinnen kann. Tragt eure beschissenen Grabenkämpfe doch nur ein einziges Mal wo anders und nicht auf dem Rücken der Bevölkerung aus, will man da entgegenrufen.

    • Vor einem Jahr

      Zumal von Seiten der Künstler sehr wenig angemessenes Verhalten kam. Marteria erzählt darüber, dass er Lichtenhagen mitbekommen hat (ich gehe allerdings davon aus, dass er den Bericht damals nicht zuhause, sondern eher im Paulanergarten gesehen hat) und stimmt dann direkt Begalische Tiger an, wo das abbrennen von Autos und Gewalt und Hass gegen Polizisten glorifiziert werden. Campino, der sich wenigstens optisch ein bisschen an den Chemnitzer Crystal-Junkie-Chic angepasst hat, singt wieder das alte Lied von den pösen Nazis, die alle Arbeitslos sind und heimlich Zigeunerschnitzel essen. Na, wenn die IB das hört werden sie ihre Einstellung bestimmt noch einmal überdenken. Gut gemacht, Campino du altes Ledersofa.

      Hab dann bei den Kameraschwenkern über das Publikum irgendwann weggeschaltet. Linksgrüne Ottos, die wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben Diskriminierung erfahren haben (ausser wenn Papi nicht rechtzeitig Taschengeld überwiesen hat) und zusammen mit ihrem zotteligen Hippielehrer im Deutsch LK Lustige Anti-Nazi Plakate gemalt haben die sie dann stolz hochhalten.

      Insgesamt war die Veranstaltung ein schlechter Witz und hilft niemandem, der strukturelle Probleme - u.A. auch die Auslöser des Rechtsextremismus - in Chemnitz wirklich ernsthaft angeht. Das muss ein Konzert auch gar nicht machen. Pietät wäre aber trotzdem angebracht. Hier wurde lediglich das hauptsächlich Westdeutsche Gewissen beruhigt, alles ist für sie wieder gut und Donnerstag kann Böhmermann wieder Witze über Ossis reissen.

    • Vor einem Jahr

      Können wir uns darauf einigen, dass sowohl hitlergrußzeigend "trauern" als auch musikhörend die eigene zahlenmäßige Überlegenheit zelebrieren für den Arsch ist?

      Was bringt es eigentlich irgendjemandem, der anderen Seite "aber bei euch geht es noch schlimmer zu" in unterschiedlichen Formulierungen immer wieder an den Kopf zu knallen? :hangover:

    • Vor einem Jahr

      @InNo:
      Na ja, wenn "trauern" so gestaltet wird, daß man bei der Gelegenheit anderen Leuten auf die Schnauze haut, dann kann ich schon verstehen, daß das nicht ohne Folgen bleibt. Kann auch verstehen, wenn bestimmte Gruppierungen lautstark "Wir sind das Volk" zum Besten geben, eine Gegenreaktion der Marke "Ach, echt jetzt?" erfolgt. Ändert nix daran, daß ich das Konzert auch mit sehr gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen habe.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Jahr

      Ich bin da 100% bei dir. Habe das nur etwas drastischer ausgedrückt ;)

    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

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    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      "wut ist teil der trauerprozeß'."

      Je nachdem wie sie sich äußert und gegen wen sie sich richtet, ist sie aber immernoch verurteilenswert. Dass man allgemein über so etwas auch berechtig wütend sein kann, möchte ich niemandem absprechen. Das gleich als "Trauerfeier" aufzublasen finde ich aber mitunter problematisch. Die allermeisten kannten den Typ vorher ja nicht einmal und wieviel Trauerpotential man dann da um die Person selber entwickeln kann, ist sicher fraglich. Anteilnahme wäre da vllt der bessere Begriff. Das ist jetzt aber auch nur Wortklauberei und sicher kann so etwas einen zumindest berührenn und auf die Straße bringen, ohne Frage.

      "dämlich grinsend selfies schießen ist das nicht und die politschickeria hat den demonstrationen am WE jeglichen Trauergedanken abgesprochen."

      Ne, ist es nicht. Es hat aber von den Gegendemontrationen keine von sich behaupter, Trauerarbeit zu leisten, von daher müssen die das auch gar nicht ableisten. Von daher argumentierst du hier keinen Deut besser als die von dir kritisierte Politschickeria und machst dich damit nur selber unglaubwürdig.

      Finde darüber hinaus "#wirsindmehr" als Bezeichnung aber auch nicht so ideal.

    • Vor einem Jahr

      ich bin auch bei Inno. Ich bin aber auch n klassischer Hufeisen-Theorie-Verfechter. *schulterzuck*

      wie sagen wir hier so schön, eins Mist und das andere Dreck.

    • Vor einem Jahr

      schon eigenartig, dass beide demos hier als gleich schlimm wahrgenommen werden. bei der einen veranstaltung machten einzelne jagd auf ausländer und es gab welche, die den hitlergruss machten. die andere veranststaltung war schlimmstenfalls eine hedonistische veranstaltung. die hälfte der einnahmen gingen btw an die hinterbliebenen des opfers.
      die masstäbe, die für "linke" gesetzt werden, sind anscheinend andere. aber ist mir eh schon aufgefallen, dass es hier so ne eigenartige einigkeit darüber herrscht, kritik immer zuerst bei "gutmenschen" zu suchen. keiner will rechts sein, aber jeder ist sich irgendwie einig, dass linke doof und sowieso heuchler sind.

    • Vor einem Jahr

      was außerdem auffällt: wenn es auf rechter seite fehlverhalten gibt, kommt gleich von bestimmten leuten ein "aber die linken". dann kommen irgendwelche sachlichkeits-darsteller angeflogen, die der welt unbedingt sagen müssen, dass man zwar rechts doof findet, aber die linken auch nicht viel besser sind, weil [längerer post, warum linke eigentlich schlimm sind] es wird dann überbetont, dass beide ränder schlimm sind.
      als es die füchterlichen krawalle in hamburg gab, fehlten komischerweise die hinweise auf "aber die rechten" oder "linke gewalt ist kagge, aber rechte gewalt auch ziemlich mist".

      #kommentarspalteauflautaufweltniveau

  • Vor einem Jahr

    Insgesamt eine Veranstaltung mit fadem Beigeschmack. Was soll das gebracht haben? Wie einige User hier schon mitteilten, habe auch ich die Krise bei den Schwenks ins Publikum gekriegt.

    Ja, lasst uns alle gegen Nazis hüpfen und tanzen und saufen und vögeln... . Wird alles nichts bringen (außer vielleicht das Saufen... dann kann ich diesen ganzen Scheiß in unserer Gesellschaft mal ausblenden).

    Mir hat da einiges gefehlt. Klares Bekenntnis gegen Gewalt von allen Seiten, vielleicht an alle Opfer von Gewalt gedenken und nicht den Tod eines Einzelnen als Aufruf zur Studie-Party zum Anlass nehmen. Was wäre mit intelligenten Rednern gewesen, die etwas zur aktuellen gesellschaftlichen Lage sagen (okay zuviel verlangt... labern und Party machen passt nicht zusammen). Hat sich der Auftritt von Kasperl und Ossi-Malte wenigsten für sie gelohnt und sie stehen in den TopTen der Charts?

    Und zum Schluss noch Zitter-August Campino und seine Spießgesellen, die Schrei nach Liebe covern. Zusammen mit den Nasen aus Berlin. Nee Danke, reicht!

    Und wie geht es weiter?

    Die Party is over... und die Ängste und Sorgen der denkenden Bevölkerung sind immer noch da.

    Und die AFD wird weitere Stimmen kriegen, die Menschen, die sich aufgrund ihrer Sorgen von den falschen Leuten haben instrumentalisieren lassen, werden als Nazis niedergebrüllt.

    Und wo bleibt der Dialog zwischen den Seiten und die Sicht auf die ganzheitlichen Probleme unserer Gesellschaft?

    • Vor einem Jahr

      Die Veranstaltung hat rein gar nichts gebracht. Es sind nur Leute angereist, die Nazis ohnehin doof finden und ein Gratiskonzert wollten. Es gab demnach auch keine politische Aufklärung. Im Endeffekt war es Selbstbeweihräucherung besserwisserischer Wessis.
      Das wahre Problem löst man nur politisch, indem man sich den Problemen der Menschen in den betroffenen Regionen bewusst wird: Armut, Perspektivlosigkeit usw. Die aufgestaute Wut entlädt sich dann in Mobs.

      Die AfD hat die SPD übrigens in Umfragen überholt -trotz und gerade wegen Chemnitz.

    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      @Don Krawallo:
      "Und die AFD wird weitere Stimmen kriegen, die Menschen, die sich aufgrund ihrer Sorgen von den falschen Leuten haben instrumentalisieren lassen, werden als Nazis niedergebrüllt."
      Stellt sich die Frage, ob das wirklich so ist. In jüngerer Zeit habe ich immer häufiger das Gefühl, daß sich immer mehr Leute, die in Schubladen denken, über ein Schubladendenken beschweren, dem sie immer seltener ausgesetzt sind ...

      "Und wo bleibt der Dialog zwischen den Seiten und die Sicht auf die ganzheitlichen Probleme unserer Gesellschaft?"
      Dialog findet, wer Dialog sucht. Einfache Regel eigentlich.
      Die Ironie ist ja, daß es eine Menge Veranstaltungen und Informationsmöglichkeiten zu verschiedenen Themen gibt, diese aber von den Personen, an die ich gerade denke, und die's eigentlich dringendst nötig hätten, nicht besucht/wahrgenommen werden (man wird ja eh nur belogen und so). Ich hab' ja vor einigen Jahren naiverweise mal geglaubt, man hört sich viel lieber etwas von Leuten an, die in der Materie drinstecken, als von Leuten, die kilometerweit von der Praxis entfernt sind, stattdessen krieg' ich mittlerweile mit, daß irgendetwas im Alltag der besorgten Bürger offenkundig massivst dafür sorgt, daß sie sich im Internet nicht über Fakten oder Zuständigkeiten informieren können. In der Folge wird immer häufiger eine Aussage der offenkundig einzigen in der Regierung sitzenden Politikerin, nämlich der mit globaler Zuständigkeit und Kompetenz, gefordert und im Anschluß darüber gelästert, daß sie Phrasen absondert.
      Ist nicht meine Definition von "Dialog", zielführend schon mal gar nicht, aber vielleicht finde ich ja mal irgendjemanden, der mir das erläutern kann; meine These lautet ja, es dürfte irgendwas mit gutem Willen zu tun haben ...
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Jahr

      schon vor 2015 ging man davon aus, dass in der bevölkerung etwa 20 % zum stark rechten lager gehören. als sarrazin sein buch rausbrachte, und da gabs noch keine arabischen refugees, gaben etwa 20 % der befragten an, eine "sarrazinpartei" (nichts anderes ist die heutige afd) wählen zu wollen. dieser braune bodensatz ging früher nicht wählen oder machte sein kreuz bei de cdu. jetzt eben bei der afd.
      etwas unglaubwürdig ist allerdings das weinerliche getue der afd wähler. es gibt genug plattformen, wo man miteinander diskutieren kann und genug anerkannte meinungsmacher, die verständnis für ihre rechten positionen aufbringen. "besorgte bürger" als begriff diente ja ursprünglich dazu, aufkommende rechte meinungen zu sugarcoaten. die wahrheit ist aber: mit dem gemeinrn afd wähler verhält es sich wie mit dem trumpwähler. er ist hoffnungslos verloren und ideologisch verbohrt. so figuren wie prezident mit seinen ungelenken relativierungen finde ich daher hochgradig heuchlerisch. er kritisiert teils zurecht die ideologische verbohrtheit der gutmenschen, äussert aber zugleich leises verständnis für die sorgen der rechten kleinbürger. dabei ist die doppelmoral, der moralische rigorismus und der hang zur weinerlichkeit bei den neurechten noch stärker ausgeprägt.

  • Vor einem Jahr

    Derweil wohne ich in einem Land, in dem der Wehrsprecher der erzrechten Regierung die Souveränität nordafrikanischer Staaten einfach Mal so militärisch übergehen möchte. :lol:

    https://m.oe24.at/oesterreich/politik/Afri…

    (ist leider ein semi-seriöser Kanal, aber konservativ und eher regierungsfreundlich, daher glaube ich nicht, dass da was aus dem Kontext gerissen wurde)

    • Vor einem Jahr

      @Nicht der Mundi:
      Na ja, da der gute Mann ja die Meldungen dementiert hat, wurde gestern der Mitschnitt des Interviews veröffentlicht, insofern - paßt schon.
      Hat sich der Kanzler diesbezüglich schon zu Wort gemeldet? Ich weiß, is'n Brüller ...
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Jahr

      Super fand ich auch die Aussage von Strache, "Ich bin Kanzler, da ist nur ein Vize- vorne dran" (sinngemäß), weil es halt exakt so ist. Manchmal denke ich, der Kurz sitzt mit seinem Lätzchen am Frühstückstisch während der HC ihm den Löffel zum Mund führt. :D

    • Vor einem Jahr

      @Nicht Der Mundi:
      Ja, so was Ähnliches hab' ich mir auch beim Wahlergebnis gedacht ... Strache auf Platz 3, sein Wahlprogramm auf Platz 1. Kompliment, muß man auch erst mal schaffen. Und seitdem traut sich der mit Gel und Ehrgeiz gesegnete Kollege nicht mehr, den Mund aufzumachen, während sein Vize mit ihm Schiiii foaht. Und er fängt dafür sogar noch Lob ein, indem er in den lezten Umfragen die Zufriedenheit ausgerechnet der Wähler bestätigt bekommt, die seit einigen Monaten stückchenweise Rechte und soziale Gerechtigkeit einbüßen. Daß in dem Land einiges möglich ist, wußte ich, aber in den letzten Monaten will ich mal tiefere Ursachenforschung betreiben, denn irgendwas ist mir da nicht geheuer.
      Gruß
      Skywise