Wenn Charles Bradley auf der Bühne steht, wird der Soul greifbar. Der US-Amerikaner tanzt mit großer Geste, badet im Scheinwerferlicht, schäkert mit den Ladys im Publikum. Und immer wieder treibt ihm der Applaus ein Lachen ins Gesicht. "I love you, too", schreit er dann ins Publikum und hüpft von …

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  • Vor 8 Jahren

    Daß das Studio die Winehouse nicht mochte, macht sie in meinen Augen wieder sympathischer. Bis auf "Back to Black", das eindeutig von modernen Pop-Chartstürmern konzipiert wurde, ist die Geschichte des Labels nämlich ziemlich lupenrein. Vergleicht man die Scheibe mit den anderen Werken, die in diesem Studio entstanden sind, fällt sie nämlich weit hinter Sharon Jones oder eben Bradley zurück. Hatte mich damals schon gewundert, warum Sugarman und Roth zwei Tommies hereingelassen haben, die offensichtlich nichts weiter wollten als mit Pseudo-Retro-Sound die kleinen Mädchen, ihre Eltern und Tanten zur Kasse zu bitten. Da ist es nur bezeichnend, daß sie vom unglaublichen Erfolg der Platte am Ende nichts hatten.

    Seis drum, für Sharon Jones, Bradley und die Budos Band kann man ihnen den Arsch küssen.

  • Vor 8 Jahren

    Budos Band, Charles Bradley, Menahan Street Band, Lee Fields und nicht zu veressen die Göttin Sharon Jones, Ja Daptone ist ein klasse Lable.

  • Vor 8 Jahren

    Nun, offensichtlich können die wirklichen Macher von Amys Soul nichts mehr mit ihr anfangen. Das, was nämlich noch danach roch, wurde in der glatten englischen Popproduktion aufgeweicht und für die Tanzflächen glattgebügelt. In den Hochzeiten des Soul wäre das Album kaum wahrgenommen worden. Alles, was es erfolgreich machte, ist das erneute Aufköcheln eines praktisch vergessenen Genres.
    Insofern könnte man der Winehouse vielleicht dankbar sein, wenn sie nur nicht so grauenhaft unauthentisch und aus Plastik gewesen wäre. Ich hätte mich ebenfalls besoffen bis zum geht nicht mehr, wenn ich sie gewesen wäre.

    Ach, und ich ziehe nur Feuilletonleser und andere Nicht-Kenner ein bisserl auf mit meinem Geschreibe. Hört doch, was ihr wollt ;)

  • Vor 8 Jahren

    Hui, das wird ja immer lustiger. Pass besser auf! Auf einem so hohen Podest könnte der guten Amy nur schwindelig werden. Und da sie ohnehin meistens besoffen war... Du verstehst.

    Nun, "Rehab" und dieses dämliche Cover von "Valerie" liefen permanent auf den Tanzflächen. Ehrlich. Geh mal wieder tanzen von Zeit zu Zeit! Und... öhm... ist es nicht wesentlich bei Soul- oder jeder anderen Populärmusik, daß eine Stimme, Texte und Melodien dabei sind? Kanns mir jedenfalls schwerlich anders vorstellen.
    Der Markt, der für die Winehouse wichig war, der Popmarkt und die Elterngenerationen, war von Soul absolut unbesetzt zu dem Zeitpunkt.
    Auch interessant, daß sie sich nie verbogen haben soll. Sie hat sich immerhin in den Tod gesoffen. Was meinst Du, was für andere Substanzen und Pillen so manche Plastikpoptussis zu sich nehmen müssen, um mit ihrem belanglosen Hype fertig zu werden?
    Aber das scheint ja auch Dein bevorzugtes Mittel zu sein, sein Gehirn wieder zu richten. Schon verstanden.

  • Vor 8 Jahren

    Der Erfolg war eine Randerscheinung? Was meinst Du denn, wer der Produzent war? Mark Ronson ist immer noch einer der erfolgsfixiertesten Produzenten, die der Popmarkt überhaupt hat! Robbie Williams, Christina Aguilera, Daniel Merriweather... Wie glattgebügelt möchtest Du es denn bitte noch?
    Nein, der Erfolg war von Anfang an das oberste und wichtigste Ziel. Und genau das ist der Grund, weswegen Sugarman Co. jetzt nichts mehr mit Amy zu tun haben wollen. Alles, was an ihr soulig war, ist ihnen zu verdanken, während Ronson sich offensichtlich nur mit Computereffekten auskennt. All dies steht auch im Artikel.
    Rechnet man alles zusammen, so bleiben ein paar nette Songs und eine hübsche Stimme, die erst durch den Retro-Sound an Originalität gewonnen hat. Die Macher dieses Retro-Sounds sind allerdings ganz andere als die beiden englischen Chartpopper Ronson und Winehouse.
    Und ich frage noch einmal: Warum ist "authentisch" bei der Winehouse ein positives Wort? Immerhin hat sie sich alles mögliche in die Birne geknallt und mit einem großen Finale in den Tod gesoffen. Warum sollte jemand, der authentisch ist, dies tun? Nein, viel wahrscheinlicher ist, daß sie ihren letzten Schnaps gekippt hat, weil sie eben nicht authentisch war. Somit war sie vermutlich nur ebenso medikamenten- und substanzenabhängig wie hunderte Poptussis vor und nach ihr.