Mädchen-Treffen der Generationen: Yaenniver nimmt Lucilectrics emanzipatorisches Anliegen fast 30 Jahre später wieder auf.

Berlin (ebi) - Yaennivers fünfte Vorabauskopplung aus dem kommenden Soloalbum "Nackt" hört auf den Titel "Mädchen, Mädchen" und überrascht mit einer unerwarteten Kollabo: Ältere Semester werden sich noch an Lucilectric-Sängerin Luci Van Org erinnern, die nebenbei auch Songs für Nena oder Terrorgruppe schrieb und in den 2000ern noch einmal eine Band namens Üebermutter gründete.

Ihr Song "Mädchen" avancierte 1994 zur "Hymne der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen", wie Yaennivers Label Sony schreibt. Die Jennifer Rostock-Frontfrau nimmt den Ball aus den 90ern nun auf, um zur "Reflektion über Gleichstellung von Geschlechtsidentitäten" einzuladen, weil "es nie zu spät für die Emanzipation von toxischen Verhaltensweisen" sei.

Musikalisch haben die beiden Tracks naturgemäß wenig miteinander zu tun. Klingt Lucilectric noch nach unbeschwertem, damals zeitgemäß Hip Hop-beeinflusstem Gute Laune-Pop, kommt Yaenniver 28 Jahre später ernüchtert und mit Dub angehauchtem Clubpop daher. Ihr Album "Nackt" erscheint am 18. Februar.

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2 Kommentare mit 3 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    Plakativität sein Vadder. Wobei, es heißt DIE Plakativität, also Plaktivität IHR Vadder.

    Ist halt wieder so ein Beispiel von eigentlich richtige und wichtige Message so scheiße verpackt, dass jegliche Regressivität dagegen cool und rebellisch wirkt. Aber das war ja bei Jennifer Weists Inhalten schon häufiger so. Und das Referenz-Werk ist halt leider so originell, dynamisch und von vorne bis hinten ikonisch, dass die Schwächen um Yaennivers Musikproduktion nur umso deutlicher für mich werden.

    • Vor 3 Monaten

      Welche Message? Feminismus ist ja in diverseste Kategorien untergliedert und zersplittert daraus ergibt sich keine einheitlich gültige Message, sind Schönheits Op´s nun feministisch oder nicht Frau Weist biegt es sich doch auch nur so hin wie sie es gerade braucht. Die Befreiung wird zum neuen Gefängnis es ist eine Illusion dass wir alle gleich sind es gilt die natürlichen Eigenheiten zu akzeptieren und sich in seiner Rolle auszuleben. Ich kann da nur Jordan Peterson empfehlen wir werden nicht glücklich durch falsche Ideologie sieht man ja auch in Ländern wie Schweden wohin so etwas führt.

    • Vor 3 Monaten

      Hab ich hier schonmal darauf hingewiesen, wo der Focus Kommentarbereich ist?

    • Vor 3 Monaten

      Die Alte aus den 90ern sah doch etwas ungepflegt aus. Verstehe ich nicht. Wie will die einen Typen abbekommen mit den schmuddeligen Haaren? Da ist Jennifer Rostock trotz all der Tattoo-Verunstaltung marginal höher einzustufen.

      Aber: Zum Glück regelt das alles der Markt.

  • Vor 3 Monaten

    Über den "musikalischen" Aspekt braucht man gar nicht erst reden. Billigstes zusammengeklicktes Geplucker und dann noch nicht mal selbst erdacht. Zur Message gibt es für mich, der noch keinem "Mädchen" an der Bar an den Allerwertesten gefasst hat, also gar kein Grund, sich das zu geben. Und wenn es so wäre, würde mich so eine unsympathisch plakative Art bestimmt nicht dazu bringen, mich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen.
    Logische Fortsetzung nach dem Song "Ich fi**e jeden".
    Yaenniver hat es geschafft, sich an die Spitze der deutschsprachigen Nervensägen und Nervensäginnen zu setzen. Oder gibt es tatsächlich jemand, der sich sowas freiwillig antut?