Nach der Verpflichtung von Frei.Wild distanzierten sich u.a. Jägermeister und Visions vom WFF.

Chemnitz (ebi) - Das Visions-Magazin hat gestern seine langjährige Kooperation mit dem With Full Force aufgekündigt, nachdem die Verpflichtung der Südtiroler Band Frei.Wild publik wurde: Die Band positioniere sich "mit nationalistischen Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft". Das wolle man nicht unterstützen.

Das Thema schlägt nun täglich höhere Wellen, mittlerweile hat sogar Festivalsponsor Jägermeister die Macher des WFF aufgefordert, Frei.Wild wieder auszuladen. Die With Full Force-Macher waren für eine Stellungsnahme zunächst nicht erreichbar - das Telefon scheint derzeit in Chemnitz nicht mehr still zu stehen.

Pro With Full Force, contra Frei.Wild

Auch die Kollegen vom Festivalguide erklärten heute, sie wollten nicht Steigbügelhalter für Rechtsrock-Bands sein. Zumal auch die Combo Unantastbar im Line-Up stehe: "Beiden Bands gehören Musiker an, die ehemals in der Band Kaiserjäger gespielt haben, die dem Rechtsrock zugeordnet wird". Und weiter: "Wir stehen zum With Full Force – allerdings nur ohne Frei.Wild." Man werde die Präsentation ruhen lassen, bis sich die Veranstalter erklären. Das soll bis kommenden Montag geschehen.

Einem Bericht von festivalisten.de zufolge distanzierte sich zuletzt auch der Sponsor Jägermeister, dessen Logo auf der With Full Force-Seite heute bereits nicht mehr zu finden ist: "Vor dem Hintergrund unserer Werte werden wir das geplante Sponsoring des Festivals With Full Force zunächst stoppen ... Sollte der Veranstalter weiterhin das Booking der Band bestätigen, werden wir unsere Sponsoring-Aktivitäten einstellen", zitiert die Webseite den Getränkehersteller.

Der Wunsch der Fans?

Am Dienstag hatte das With Full Force Frei.Wilds Verpflichtung angekündigt. Am Mittwoch hatte sich der Veranstalter des Metalfestivals, Inmove, bereits in der Online-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung geäußert, nachdem erste Kritik im Netz laut wurde. Frei.Wilds zweiter Auftritt nach 2010 sei "der Wunsch vieler Fans gewesen".

Man arbeite bereits seit einigen Jahren mit der Band zusammen: "Wir konnten keinerlei Rechtsextreme entdecken. Die Band hat auch immer eindeutige Aussagen gegen Rechts getroffen, die frenetisch vom anwesenden Publikum beklatscht wurden".

Eine Hexenjagd?

Das Thema zieht immer weitere Kreise: Auf der Facebookseite des Festivals reagieren viele Fans kritisch und mit Unverständnis auf die Verpflichtung Frei.Wilds. Besonders die Formulierung des Veranstalters, man wolle sich an der "Hexenjagd" gegen Frei.Wild nicht beteiligen, stößt vielen Kommentatoren sauer auf.

Mittlerweile machen sich offenbar auch Bands Gedanken über ihr Engagement. So schreiben etwa War From A Harlots Mouth auf ihrer Facebook-Seite: "Das Thema Freiwild auf dem Full Force ist natürlich nicht an uns vorbeigegangen und wir diskutieren sehr rege darüber, auch mit anderen für's Force bestätigten Bands, die darüber genauso denken, wie wir." Das With Full Force findet vom 27. bis 30. Juni in Roitzschjora nördlich von Leipzig statt.

Fotos

Frei.Wild

Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frei.Wild,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

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laut.de-Porträt Frei.Wild

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68 Kommentare

  • Vor 5 Jahren

    Zum Kotzen unheimlich peinlich, eine Band SO rauszuekelen... :(

  • Vor 5 Jahren

    Ich bin gerade dabei mich mit der Band auseinanderzusetzen. Nazis sind die definitiv nicht aber bei manchen Songs ist ein gewisser "Unterton" nicht zu verhehlen. Siehe "Wahre Werte". Sich gegen rechts zu positionieren finde ich richtig. Braune Scheiße hat auf Metal/Rock-Festivals nix zu suchen das gilt mMn aber auch für linksextreme Krawall-Combos. Freiwild distanzieren sich von Nazis und Rassismus das glaube ich denen auch das Problem ist nur das "rechts" nicht mit Nationalismus und Faschismus sowie Rassismus gleichzusetzen ist. Man kann rechts und doch demokratisch eingestellt sein. Und wo hört -tolerierbarer- aber unnötiger Patriotismus auf und wo fängt Nationalismus an? Fragen über Fragen....
    Auch wenn ich mir was die Band Freiwild betrifft noch nicht ganz sicher bin fakt ist eines: dreist sind sie auf ihre Art auf jeden Fall.

  • Vor 5 Jahren

    Ich bin gerade dabei mich mit der Band auseinanderzusetzen. Nazis sind die definitiv nicht aber bei manchen Songs ist ein gewisser "Unterton" nicht zu verhehlen. Siehe "Wahre Werte". Sich gegen rechts zu positionieren finde ich richtig. Braune Scheiße hat auf Metal/Rock-Festivals nix zu suchen das gilt mMn aber auch für linksextreme Krawall-Combos. Freiwild distanzieren sich von Nazis und Rassismus das glaube ich denen auch das Problem ist nur das "rechts" nicht mit Nationalismus und Faschismus sowie Rassismus gleichzusetzen ist. Man kann rechts und doch demokratisch eingestellt sein. Und wo hört -tolerierbarer- aber unnötiger Patriotismus auf und wo fängt Nationalismus an? Fragen über Fragen....
    Auch wenn ich mir was die Band Freiwild betrifft noch nicht ganz sicher bin fakt ist eines: dreist sind sie auf ihre Art auf jeden Fall.