Außerdem ab Freitag neu: The Damned, Bob Dylan, Black Stone Cherry, Counterparts, Keith Jarrett, R.E.M., Long Distance Calling etc.

Konstanz (laut) - "Über Camora kann man nix mehr sagen", tönt es aus dem Snippet zu "Zenit" - angeblich ja das letzte Album, auf dem sich RAF Camora noch mit Rap befassen will. Das wollen wir besser abwarten. Er wäre nicht der erste, der groß von Rückzug schwadroniert und gefühlte zehn Minuten später wieder auf der Matte steht. Zumal dieser hier ja wirklich Einiges zu verlieren hätte: Der Rummel um ihn ist fraglos riesig. Vielleicht meint er das mit dem letzten Rap-Album ja aber auch ganz anders: Kollege Mirco Leier konstatierte schließlich schon angesichts der letzten Single "Puta Madre", das habe mit Sprechgesang ohnehin schon länger nichts mehr zu tun. Um fair zu bleiben: Das Zitat aus dem Snippet ging noch weiter. "Über Camora kann man nix mehr sagen, außer: Bruder, er hat alles zerlegt." Wogegen man, betrachtet man seine Erfolgsbilanz, ja wirklich nix mehr sagen kann.

Faber macht Popmusik zu der man tanzen kann, doch mit seinen Texten geht er oft dahin, wo es wehtut. Seine Rollen-Prosa schreibt er auch mal aus der Perspektive von Figuren, die nicht gerade sympathisch sind: Er singe "wie ein notgeiler 53-Jähriger" schrieb die Zeit zum Lied "Wem du's heute kannst besorgen" von Fabers Debüt. Sein neues Album "I Fucking Love My Life" setzt zwar in musikalischer Hinsicht mehr auf Zwischentöne und statt Balkan-Grooves kommen auch mal Streicher zum Einsatz. Für seinen Text zum vorab veröffentlichten neuen Song "Das Boot Ist Voll" wurde Faber aber erneut hart angegangen, von "Vergewaltigungsfantasien gegen rechts" war da unter anderem die Rede. Die WOZ, in der Schweiz eine linke Institution, titelte "Kalkül Mit Schwanz" und fand den Song "selbstgefällig bis zur Schmerzgrenze". Die harsche Kritik ausgerechnet von Links lässt den 26-Jährigen offenbar nicht kalt: in Interviews deutet er an, dass dieses zweite Album auch schon das letzte sein könnte.

Mit reichlich "Bier" feierten 102 Boyz im vergangenen Jahr ihren bislang größten Erfolg ("Alle meine Freunde stinken morgens schon nach Bier"). Am Freitag erscheint mit "Asozial Allstars 3" der dritte Teil der 'Asozial'-Trilogie, und der vorab veröffentlichte Track "Arbeitslos" lässt erahnen, dass die Wahl-Berliner hier wieder in die gleiche (asoziale) Kerbe hauen. Die Fans feiern das und stürmen die Konzerte der Boyz, die gerade neue Dates für Oktober 2020 (!) angekündigt haben.

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24/7 Indie, Pop & Alternative: Willkommen bei laut.fm/eins! Diese Woche unter anderem mit Messer, DIIV, Beck, Bodi Bill etc. - checkt die Top 20 der Woche sowie alle Neueinsteiger.

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The Damned gehören zu jenen wenigen Bands, die ein ganzes Genre mitprägten. Im Falle der Punklegenden um Dave Vanian und Captain Sensible sind es sogar zwei: Die Briten spielten in ihrer über 40-jährigen Karriere auch in Sachen Gothic Geburtshelfer. Das 39 Songs starke Doppel-Best-Of-Album "Black Is The Night (The Definitive Anthology)" trägt beiden Facetten Rechnung. Benannt ist die Platte nach dem neuen Track, den Captain Sensible und Crew noch oben drauflegen.

Alle Neuerscheinungen am Freitag:

102 Boyz - Asozial Allstars 3
Alex Christensen & The Berlin Orchestra - Classical 90s Dance 3
American Sun - Fire From The Gods
Angel Witch - Angel Of Light
Apollo Brown - Sincerely, Detroit
Black Stone Cherry - Black to Blues II
Bob Dylan - Travelin' Thru, 1967
Brennstoff - Inferno
Camouflage - Methods Of Silence (30th Anniversary Limited Edition)
Cold War Kids - New Age Norms 1
Counterparts - Nothing Left To Love
Cunts - Cunts
Dawn Of Disease - Procession Of Ghosts
Devarrow - Devarrow
Disciple - Love Letter Kill Shot
DJ Premier & DJ Smoke - The One And Only 03-Mixtape
Eluveitie - Live At Masters Of Rock 2019
Enslaved - Vikingligr Veldi (Vinyl)
Eskimo Callboy - Rehab (Special Edition Deluxe CD Box Set)
Faber - I Fucking Love My Life
Felin - Reckless Dreamers
Geoff Berner - Grand Hotel Cosmopolis
Gino And The Goons - Rip It Up
Half Moon Run - A Blemish In The Great Light
Havok - Conformicide
Hootie & The Blowfish - Imperfect Circle
Jason Isbell And The 400 Unit - Here We Rest
Jeff Goldblum & The Mildred Snitzer Orchestra - I Shouldn't Be Telling You This
Jeff Lynne's ELO - From Out Of Nowhere
Jeremy Camp - The Story's Not Over
Jimmy Page & The Black Crowes - Live At The Greek (20th Anniversary Audiophile Edition)
Jim Sullivan - If The Evening Were Dawn
Jim Sullivan - Jim Sullivan
Keith Jarrett - Munich 2016
King Crimson - In The Court Of The Crimson King (Vinyl-Anniversary Edition)
Late Night Venture - Zenit
Long Distance Calling - Stummfilm: Live From Hamburg
Loreena McKennitt - Live At Royal Albert Hall
Marc Cohn & Blind Boys Of Alabama - Work To Do
Marillion - Afraid Of Sunlight (Vinyl)
Michael Kiwanuka - Kiwanuka
Micky & The Motorcars - Long Time Comin
Mike Zito & Friends - Rock 'n' Roll: A Tribute To Chuck Berry
M People - Gold
Nile - Vile Nilotic Rites
Novembers Doom - Nephilim Grove
Offenbarung -085/American Dream
OMNI - Subcosmos
Planetary Assault Systems - Plantae
Plexiphones - Break In The Clouds
Project Pablo - Plantae
RAF Camora - Zenit
Raphael Saadiq - Jimmy Lee
R.E.M. - Monster (25th Anniversary Edition/Boxset)
Rising Insane - Porcelain
Screamer - Highway Of Heroes
Silvertomb - Edge Of Existence
Stake - Critical Method
Stray From The Path - Internal Atomics
Sudan Archives - Athena
Sunn O))) - Pyroclasts
Susumu Yokota - Cloud Hidden
The Analogues - Abbey Road Relived (Vinyl)
The Animals - Transmissions 1965 - 1968
The Creepshow - Death At My Door
The Damned - Black Is The Night: The Definitive Anthology)
The Doors - The Soft Parade (50th Anniversary)
The Great Old Ones - Cosmicism
The Mavericks - Play The Hits
The Rolling Stones - Let It Bleed - 50th Anniversary (Download)
Thousand Below - Gone in Your Wake
Traffic - Transmissions 1967 - 1969
Turnover - Altogether
Underworld - Drift Series 1
Uzziel - This Fear
Various Artists - 80s Electro Tracks Volume 3
Various Artists - Charlie's Angels Soundtrack
Various Artists - Electronic Music Anthology 04
Une Misère
Whiskey Myers - Whiskey Myers
William Doyle - Your Wilderness Revisited (Download)
Windjammer - Windjammer
Woody Shaw Quintet - At Onkel Pö'S Carnegie Hall/Hamburg '79 Vol.1

Fotos

Faber

Faber,  | © Joachim Gauger (Fotograf: Joachim Gauger) Faber,  | © Joachim Gauger (Fotograf: Joachim Gauger) Faber,  | © Joachim Gauger (Fotograf: Joachim Gauger) Faber,  | © laut.de (Fotograf: Joachim Gauger) Faber,  | © Joachim Gauger (Fotograf: Joachim Gauger) Faber,  | © Joachim Gauger (Fotograf: Joachim Gauger) Faber,  | © Joachim Gauger (Fotograf: Joachim Gauger)

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6 Kommentare mit 25 Antworten

  • Vor 22 Tagen

    Yo, viel Spaß beim Release-Day am Feiertag! Will sagen, erscheint der Kram dann nicht eher am Donnerstag? Sechs, setzen!

  • Vor 22 Tagen

    Ich sehe es irgendwie schon kommen, dass spätestens nächstes Jahr ein neues RAF 3.0-Album erscheinen wird. :)

  • Vor 22 Tagen

    Apollo Brown mit seinen 56 (!) Features ist schon draußen. Gefällt mir gut; chillige Produktion, nicht so überladen wie man angesichts der vielen Gäste denkt. Finde, allein wegen dem Cover müsste man sich die Vinyl zulegen...

    • Vor 22 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 22 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 22 Tagen

      Yo, hör's auch gerade durch. Wirklich gut geworden, scheinen alle dabei sein, die in Detroit Rang und Namen haben, u.a. Slum Village, Elzhi, Royce da 5'9, Guilty Simpson...sogar Journalist 103 von The Left (Gas Mask ♥) ist am Start. Dazu gewohnt mellow Beats von Apollo, überraschend viele Cuts - würde sagen, aufgrund der vielen Tracks und durchgängig hohen Qualität sogar eins der besten Alben bis dato von Apollo.

      Lauti, darfste nicht verpassen!

    • Vor 22 Tagen

      Yo, schon geladen, Bruder Django, wird sehr zeitnah gehört.

      Aber in dieser Runde mal die Frage nach (US)-Rap-Alben die man von vorne bis hinten hören kann, eine eher ruhigere Grundstimmung haben, ggf. sogar düster (herbstlich), oder gar ein Konzept-Album sind.

      Welche die sich ungefähr in folgende Reihe einordnen lassen würden:

      Masta Ace - Disposable Arts
      Deltron 3030 - Deltron 3030
      Rapsody - Eve
      Stig Figa - Central Standard Time
      Slick Rick - the Art of Storytelling
      Screwball - y2k
      Jedi Mind Tricks - Legacy of Blood
      Hi-Tek - Hi-teknology, Vol. 2

      so ungefähr..

      Ggf. könnte Garri helfen, nehme dann auch den obligatorischen Deltron-Spruch gerne hin.. ;)

      Gesucht werden Alben in die man eintauchen kann, lange Spaziergänge oder Auto-/ Bahnfahrten, etc.

      Am liebsten so ein "Stories from the City, Stories from the Sea" in Rap-Form. :)

      Muss grad an die Motto-Tapes von damals denken..

      Ja, also, jemand Vorschläge? :)

    • Vor 22 Tagen

      Domani (Harris) - Time will tell
      Stalley - honest Cowboy
      Kano - Made in the Manor
      Rejjie Snow - Dear Annie
      G&d - Black love and war
      Maxo - little big man
      Saba - bucket list project
      Domo Genesis - Genesis

    • Vor 22 Tagen

      Musst mal gucken, ob das was bei ist.
      Wären u. A. meine Wahl für deine Szenarien.

    • Vor 22 Tagen

      Bin grad dabei alles durch zu skippen um zu gucken wo ich hängenbleibe, werde berichten, vielen Dank schon mal!

    • Vor 22 Tagen

      Bin zwar was US Rap angeht quasi-genrefremd, aber düster, herbstlich und in eins durchhörbar war meiner Meinung genau Malibu Ken von Malibu Ken (Aesop Rock und Tobacco).

      Was ich auch sehr gut zur Jahreszeit passend fand, nicht wirklich ruhig, aber unfassbar düster, ist There Existed an Addiction to Blood von Clipping., ich höre seit Tagen kaum noch was anderes.

    • Vor 22 Tagen

      Deltron :lol: Wird nie langweilig...

    • Vor 21 Tagen

      Meine Favorites diesbezüglich:
      Loyle Carner - Yesterdays Gone
      Oddisee - People hear what they see
      Masta Ace & Marco Polo - A Breukelen Story
      People under the Stairs - O.S.T.
      Childish Gambino - Camp
      J. Cole - 2014 Forest Hills Drive
      Jedi Mind Tricks - The Thief and the Fallen (absolutes Samplefeuerwerk, trotzdem wie aus einem Guss)

      Konzeptalbum als Aufarbeitung einer Therapie:
      Dave - PSYCHODRAMA

      Und aus der deutschen Ecke auf jeden Fall:
      Döll - jetzt oder nie (Hammer)

    • Vor 21 Tagen

      Finde aktuell auch "Revenge of the Dreamers 3" einfach zu gut. Ist für mich glaub AOTY, obwohl ich Cole bisher eigtl immer als sehr langweilig empfunden habe.

    • Vor 21 Tagen

      ROTD3 wahrscheinlich bester Sampler, den ich je gehört habe.

      Auch sehr gut : June - Evol
      https://mobile.datpiff.com/mixtape/408020
      Und falls nicht bekannt:
      Joey Badass - 1999

    • Vor 21 Tagen

      Uff, geil, hier kommt ja was zusammen, Danke Jungs!

      Domo Genesis lief heute morgen schonmal komplett durch und ist genau was ich gesucht habe. Weitere Rückmeldungen folgen, werde jeden einzelnen Tipp hören.

    • Vor 21 Tagen

      @Haine Ja, same here. Ist wirklich brutal gut.

    • Vor 21 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 21 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 21 Tagen

      ROTD3 ist echt so gut, ja? Dann höre ich da auch mal rein.

      Lauti, kann dir ansonsten noch die letzten Alben von Ka ans Herz legen, falls du die nicht schon kennst ("The Night’s Gambit", "Honor Killed the Samurai"). Erfüllt definitiv die Kriterien "ruhig" und "düster" und passt perfekt zum Herbst/Winter, auch wenn man sich eventuell etwas reinhören muss.

    • Vor 21 Tagen

      Was leider im Hip Hop viel zu selten kommt, sind gute, hörbare Livealben. Meine Referenz wäre hier von Oddisee - Beneath the Surface (live). Hat jemand noch nen Tipp in dieser Richtung?

    • Vor 21 Tagen

      The Roots come alive
      J. Cole - Forrest Hill Drive live
      Nas - Illmatic live
      Cypress Hill - live at Fillmore

      Und die ganzen MTV Unplugged Alben.

    • Vor 21 Tagen

      Wird eh jeder kennen, darf aber bei dieser Frage nicht fehlen, läuft seit Ionen zuverlässig ein paar mal im Jahr: Jay Z - unplugged (mit der unfassbaren the Roots Band und einigen superben Gästen)

      "It was the winter / It was cold / It was the cold winter."

    • Vor 21 Tagen

      Jay Z hatte ich mit dem Album noch nicht auf dem Schirm; thanks for comment, schönes Ding.

      @Haine: The Roots - grundsätzlich geil, hab das Album auch, ist aber auf Albumlänge auch etwas stressig. J Cole live ist mir dagegen zu steril; leider kaum Variationen zum Studioalbum.

      Ein Favorite aus Jugendtagen ist mir noch eingefallen, FK Allstars - en directo. Hammer Livealbum des deutschen Hip Hop

  • Vor 22 Tagen

    Falls es jmd. von der Laut-Redaktion lesen sollte; hab da mal 'ne Frage:

    Geht es nur mir mit meinem Browser so, oder werden unter den Album-Rezensionen nicht mehr (autom.?) Youtube-Videos zu den entsprechenden Künstlern eingebettet? War eigentl. ein angenehmer Service.

  • Vor 21 Tagen

    Wo ist die Review zu LIl Kim 9 ? Will den Verriss so unbedingt lesen. Pls Laut macht eine Rezi. :D

  • Vor 21 Tagen

    Kiwanuka einzige relevante Veröffentlichung